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Anlässlich des Artikels zur Förderung der Einnistung durch Samenflüssigkeit bei einer künstlichen Befruchtung, wurde in den Kommentaren auch darüber diskutiert, ob dann Sex nach dem Transfer auch hilfreich sein könnte, um die Befruchtung zu begünstigen.
Diese Frage ist genauso schwierig zu beantworten, wie viele andere Fragen zum Verhalten nach einem Transfer. Zur der Frage zu ” Sex nach Transfer ” bei IVF und ICSI gibt es jedoch eine Studie aus dem Jahre 2000, die hier einmal wieder aufleben soll:
Fortpflanzungswillige Paare sollten sich nicht nur auf die Männer im weißen Kittel verlassen: Paare, die ein paar Tage vor oder nach einer künstlichen Befruchtung miteinander schlafen, haben bessere Chancen auf eine Schwangerschaft, vermelden Forscher der australischen Adelaide University.
Die Studie untersuchte den Verlauf von mehr als 1000 Embryonen-Transfers. Die Hälfte der Frauen wurde gebeten, in den Tagen des Transfers mit ihrem Partner zu schlafen, die andere Hälfte sollte dies vermeiden. „Wir beobachteten eine 50-prozentige Zunahme erfolgreich transplantierter Embryos bei denen, die Geschlechtsverkehr hatten, hauptsächlich aufgrund von mehr Zwillingen und Drillingen“, berichtet Studienleiter Dr. Kelton Tremellen.
Die Forscher mutmaßen, dass ein Bestandteil der Samenflüssigkeit Auswirkungen auf das Immunsystem hat, so dass dieses den neuen Embryo nicht abstößt.
Quelle: New Scientist, Ausgabe vom 9. Dezember 2000
Kommentar: dem liegt ein Problem zugrunde, über das sich schon viele Gedanken gemacht haben: Warum nisten sich die Embryonen nicht ein und liegt es vielleicht daran, daß im Rahmen einer IVF oder ICSI der Körper den Kontakt zu den Embryonen verliert und was passiert normalerweise, wenn die Embryonen befruchtet im Eileiter unterwegs sind?
Werden dann irgendwelche Stoffe abgegeben, welche die Gebärmutter auf die Einnistung vorbereiten? Ist es also von Nachteil, daß die Embryonen sich nicht mit dem Immunsystem der Frau auseinandersetzen können in der Zeit vomn der Punktion bis zum Transfer? Es wäre also logisch, möglichst die natürlichen Verhältnisse nachzuspielen und dem Paar zu Verkehr zu raten, zumindest vor dem Transfer.
Diese Ideen wurden in der eingangs erwähnten Studie zur Förderung der Einnistung durch Samenflüssigkeit aufgegriffen und könnten die Ergebnisse dieser älteren Studie erklären.
Was mich zu einer anderen Frage bringt, deren Antwort ich hoffentlich nirgendwo überlesen habe. Falls ich zu blind war: ‘Tschuldigung, das ist das Alter *g*
Warum setzt man die Embryonen beim Transfer denn nicht generell in den Eileiter, sondern in die Gebärmutter? Sie werden doch zumindest in Deutschland eh vor dem Blastozystenstadium eingesetzt, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Da könnte man sie doch wenigstens einen Teil des Weges im Eileiter zurücklegen lassen, oder nicht?
Ei, weil man natürlich in Deutschland auch eine Blastozystentransfer durchführen kann. Aber das ist nicht der Grund: genau diese Idee ist nicht schlecht und wurde auch einige Jahre lang genau so gemacht.
Ich habe das diese TET (tubarer Embryotransfer) durchgeführt, aber letztlich ging es dieser guten Idee wie so vielen anderen: Es hat leider nichts gebracht und irgendwann ist man dann wieder davon abgekommen.
Lieber Dr. Breitbach,
danke für den neuen Artikel!
Für mich bleiben aber immer noch drei Fragen, und zwar
1. ob das auch für Männer mit Azoospermie gilt und
2. auch bei einer heterologen Befruchtung. Könnte das Sperma meines Mannes (na, von Sperma kann ja eigentlich keine Rede sein, aber von Trägersubstanz oder was auch immer) sich irgendwie kontraproduktiv auf den mit Spendersamenbefruchteten Embryo auswirken?
3. Und wie könnte die Wirkung von Sperma auf einen Körper sein, der (wie meiner :-)) eine autoimmune SD-Erkrankung hat? Wahrscheinlich eher günstig?
Danke und Gruß,
Tralala
Ah jetzt ja, danke für die Info! War das “nichts gebracht” denn völlig unabhängig vom Alter der Embryonen?
Naja, damals wurden die Embryonen spätestens am 3. Tag nach der Eizellentnahme zurückgesetzt, so dass man das nicht sagen kann. Da die Embryonen aber am 5.-6. Tag nach dem Eisprung (=Punktion) ohnehin in der Gebärmutter landen und sich einnisten, stellt sich dann nciht mehr die Frage nach dem Sinn des TET, da dieser zu diesem späten Zeitpunkt unphysiologisch wäre
Jetzt verstehe ich gar nichts mehr… Eine Kollegin von mir hatte nach der ICSI letztes Jahr, nach dem Transfer, absolutes Sex-Verbot, weil angeblich ein Stoff (?) in der Samenflüssigkeit zu Aborten führen kann. So falsch kann der Tip nicht gewesen sein, denn sie wurde schwanger, blieb es auch, das Verbot hielt bis zur 12. Woche und in wenigen Wochen wird sie Mama…
Wer hat nun Recht??