Ist ICSI eigentlich von Vorteil wenn die Spermien in Ordnung sind?

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Gerade, wenn wenig Eizellen vorhanden sind, stellt sich oft die Frage, ob man auch bei einer normalen Spermienqualität eine ICSI statt einer konventionellen künstlichen Befruchtung durchführen sollte, um die Chancen zu verbessern.

Das Stanford Reproductive Endocrinology and Infertility Center hat zur Klärung dieser Fragestellung seine Behandlungszyklen von 2002 bis 2003 bei Paaren untersucht, bei denen der Mann unauffälige Spermienparameter aufwies. 696 Behandlungszyklen fanden Eingang in die Studie und die Patientenparameter unterschieden sich in beiden Gruppen (IVF oder ICSI) nicht signifikant voneinander.

Unterschiede fanden sich jedoch in folgenden Punkten:

  • In der IVF-Gruppe war ein höherer Anteil von Paaren mit ungeklärter Ursache für die Sterilität. Vermutlich unter anderem auch, weil in dieser Gruppe häufiger die Befruchtung mit der IVF ausbleibt
  • Dazu passt: Auch der Anteil derer mit Vorbehandlungen (IVF 41,2% vs. ICSI 67,7%) war in der ICSI-Gruppe höher
  • In der IVF-Gruppe war der Anteil derer mit sekundärer Sterilität größer

Zwischen den beiden Gruppen gab es keinen Unterschied in den Erfolgsraten: Die Schwangerschafts- und Geburtenraten unterschieden sich nicht, ebensowenig wie die Therapieausfälle wegen einer ausbleibenden Befruchtung. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass bei einer normalen männlichen Fruchtbarkeit die ICSI keinen Vorteil gegenüber der konventionellen IVF hat.

Kim HH, Bundorf MK, Behr B, McCallum SW
Use and outcomes of intracytoplasmic sperm injection for non-male factor infertility.
Fertil Steril. 2007 Apr 17; [Epub ahead of print]



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