Intramurale Schwangerschaft nach Myom-Embolisation


Mit der sogenannten uterinen Aterienembolisation (UAE) werden Myome entfernt, indem man ihnen die Blutzufuhr nimmt. Über kleine Katheter, die über die Leistenarterie bis zur Gebärmutter vorgeschoben werden, werden die das Myom versorgenden Blutgefäße verstopft. Dies führt dann zu einer verminderten Durchblutung des Myoms, welches dann aufgrund dieser Minderversorgung kleiner wird und dann verschwindet.

Ist dies auch eine Option für Patientinnen mit Kinderwunsch?

Aktuell nicht. So wird es auch im II. Konsens zur Myomembolisation ausgeführt:

Die UAE ist keine Methode im Rahmen der Kinderwunschbehandlung.

Bevor bei einer Patientin mit nicht abgeschlossener Familienplanung eine Hysterektomie in Erwägung gezogen wird, sollte die Möglichkeit einer UAE geprüft werden.

Für Patientinnen mit Kinderwunsch ist die Rolle der UAE als Behandlungsoption nicht geklärt. Es existieren bisher keine prospektiv erhobenen Daten, deren Ergebnisse mit der erforderlichen Evidenz eine Aussage über den Einfluss der UAE auf Fertilitätsrate und Schwangerschaftsausgang zulassen.

Gründe, die gegen eine UAE sprechen sind eine möglicherweise verminderte Blutversorgung der Eierstöcke nach diesem Eingriff und die Bildung von sogenannten Nekrosen und Myomerweichungen. Beim letztgenannten Problem verschwinden die Myome nicht, sondern es stirbt lediglich das Gewebe ab und wird nekrotisch (weiches abgestorbendes Gewebe). Dies kann bei einer folgenden Schwangerschaft zu Problemen bei dieser Schwachstelle in der Gebärmutter führen.

Ein aktueller Bericht aus der Universitätsklinik Brüssel weist eine weitere Komplikationmöglichkeit hin: Eine Schwangerschaft in der Gebärmutterwand. Einer 40jährigen Patientin mit einer Myomembolisation in der Vorgeschichte wurden 2 Embryonen in die Gebärmutter eingesetzt. Bei positivem Schwangerschaftstest konnte man die Fruchthöhle in der Gebärmutter jedoch nicht finden. Auch bei einer später durchgeführten Ausschabung und Bauchspiegelung konnte die Schwangerschaft nicht lokalisiert werden, so dass die Befundlage mit einer Schwangerschaft in einem aufgeweichten und nekrotisierten Myom der Gebärmutterwand (intramural) vereinbar war.

Die Autoren des Berichts empfehlen bei Frauen mit einer UAE in der Vorgeschichte, auf die mögliche Komplikation einer intramuralen Schwangerschaft hinzuweisen


Leyder M, De Vos M, Popovic-Todorovic B, Dujardin M, Devroey P, Fatemi HM
Intramyometrial ectopic pregnancy in an ICSI patient following uterine artery embolization.
Reprod Biomed Online. 2010 Mar 1. [Epub ahead of print]


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Kommentar

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3 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Blah schreibt

    Bwoah!!! Wenn ich dran denke, dass mir eine Embolisation vorgeschlagen wurde, die ich dann nach reiflicher Überlegung zugunsten einer normalen Myomektiomie abgewiesen habe, kann ich mich nur freuen.

    Aus dem Beitrag wird aber nicht klar, ob die SS tatsächlich im Myom gefunden wurde oder nur dort vermutet wurde. Muss mal den Artikel anschauen. Danke, Doc, es ist gut, so was laut zu präsentieren, weil manche Ärzte noch immer auch bei Kiwu zu Embolisation raten.

  2. Elmar Breitbach
    crina schreibt

    Bist Du denn jetzt nach der Myom-OP schwanger geworden ? Konntest Du die Schwangerschaft austragen ?

    Bei einem amerikanischen Spezialisten habe ich mal gelesen, dass nach einer gut durchzuführenden OP 80 % der Frauen schwanger werden, bei schwierigen seien es 40 %, dies entspräche der Erfolgsrate nach Embolisationen. Vielleicht haben die Ärzte, die zu einer Embolisation geraten haben, ja auch ihre Gründe gehabt. Manche Myome lassen sich wohl nur sehr schwer operieren und eine Gebärmutterentfernung ist dann auch keine Hilfe.

  3. Elmar Breitbach
    Tina schreibt

    Ich hatte ein großes (fast 7cm) und "nicht operables" Myom in der Gebärmutterwand. Da ich erst 29 bin und Kinderwunsch hege fiel es mir schwer mich für die Embolisation zu entscheiden. Ich war bei 10 unterschiedlichen Gynäkologen, von denen mir 7 zur Embolisation rieten, eine zur Hormon-Therapie und erst die letzten beiden versicherten mir dass eine OP die beste Option wäre. Davor hieß es, es wäre unmöglich das Myom zu entfernen und dass ich keine andere Wahl als die Embolisation hätte. Dank meines Chirurgen hatte ich einen laproskopischen Eingriff der zwar nicht einfach, aber für einen sehr guten Chirurgen wie ihn nicht unmöglich war. Ich bin sehr froh dass ich mich für die OP entschieden habe, denn mein Gyn hat mir eine Woche nach der Op versichert, dass einer risikofreien Schwangerschaft nichts mehr im Wege stünde.