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Chlamydien sind die am häufigsten per Geschlechtsverkehr übertragenen Erreger. Während die Bakterien im Gebärmutterhals sich nur einige Monate halten können, verbleiben sie oft über viele Jahre in den Eileitern. Dies führt zu einer chronischen Infektion der Eileiter, was in der Folge zu Verwachsungen, Unbeweglichkeit und letztendlich zum Verschluss dieser Organe führen. Die Infektion mit Chlamydien ist die häufigste Ursache für eine organisch bedingte Unfruchtbarkeit der Frau.
Da die Infektionen auch oft symptomlos sein können, ist die Diagnostik außerordentlich schwierig zu führen, zumal sich die Erreger ähnlich wie Viren nur in den Körperzellen des befallenen Wirtes vermehren und sich dem direkten Nachweis entziehen. Durch Abstriche und Antikörperbestimmungen aus dem Blut kann eine Infektion jedoch üblicherweise festgestellt werden, wobei die Antikörper nicht unbedingt auf eine aktuell bestehende Infektion hinweisen müssen.
Ob die Keime auch die Einnistung von Embryonen beeinflussen können, ist unklar. Der Zusammenhang mit Früh- und Fehlgeburten ist zwar bekannt. Hier stehen aber infektbedingte vorzeitige Wehen oder Blasensprünge im Vordergrund. Ob auch direkt die Einnistung im Rahmen einer IVF-Behandlung negativ beeinflusst wird, wurde in einer aktuell veröffentlichten Studie untersucht. 277 Paare wurden in dieser Studie untersucht, die sich einer IVF-Behandlung unterzogen. Die Behandlung erfolgte aufgrund folgender Diagnosen:
*Tubare Sterilität: 33%
*Endometriose: 6%
*Hormonstörungen: 12%
*Männlich bedingte Unfruchtbarkeit: 36%
*Andere Ursachen: 13%
bei 1,7% der Männer und 2,7% der Frauen gelang der direkte Nachweis der Chlamydien aus dem Abstrich oder dem Ejakulat. Nimmt man die Antikörper aus dem Blut hinzu, dann fand sich bei 17,3% der Männer und 20,4% der Frauen ein positives Merkmal einer Chlamydieninfektion.
Schaute man sich die Spermiogramme an, dann fand sich hier kein Zusammenhang zwischen einem Nachweis von Chlamydien und den Parametern der Spermienuntersuchung. Auch die Schwangerschaftsrate bei der IVF-Behandlung war durch das Vorliegen eines Chlamydien-Nachweises nicht beeinflusst. Bei 23,1% dieser Paare trat eine Schwangerschaft ein, während bei fehlenden Chlamydien die Schwangerschaftsrate 20,2% betrug. Mal abgesehen davon, dass diese Erfolgsraten beeindruckend niedrig sind, war ein statistisch signifikanter Unterschied in Abhängigkeit von einem Chlamydiennachweis nicht vorhanden.
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass aktuelle oder zurückliegende Infektionen mit Chlamydien keinen Einfluss auf den Ausgang einer IVF-Behandlung haben. Wobei anzumerken ist, dass der direkte Nachweis der Erreger nur bei einem sehr geringen Prozentsatz der Paare gelang und vor allem Paare mit positivem Chlamydien-Titer Eingang in die Ergebnisse der Studie fanden.
de Barbeyrac B, Papaxanthos-Roche A, Mathieu C, Germain C, Brun JL, Gachet M, Mayer G, Bebear C, Chene G, Hocke C
Chlamydia trachomatis in subfertile couples undergoing an in vitro fertilization program: A prospective study.
Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol. 2006 May 13
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