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IVF und ICSI

Beurteilung der Embryonenqualität: Embryograding

Bevor die Embryonen bei einer Künstlichen Befruchtung in die Gebärmutter zurückgegeben werden, wird mit Hilfe eines sogenanntes Embryo-Grading die Qualität beurteilt. Diese orientiert sich am Aussehen der Embryonen unter dem Mikroskop und korrelliert mit der Fähigkeit zur Einnistung. Im deutschsprachigen Raum wird dazu meist ein Grading von A-D verwendet (dabei ist “A” die beste Qualität) und im englischsprachigen eines von 1-5, den deutschen Schulnoten entsprechend

Auch B- und C-Embryonen führen zu Schwangerschaften

Diese Korrelation mit dem Erfolg der Behandlung ist jedoch nicht so eindeutig, wie oft angenommen wird. Natürlich kann man auch mit vermeintlich schlechteren Embryonen schwanger werden und “A”-Embryonen garantieren noch lange keine Schwangerschaft.

Die Klassifikation A bis D bezieht sich auf das Aussehen der Embryonen, insbesondere das Ausmaß der Fragmentierung des Embryos. Fragmente sind Abschnürungen und Ausstülpungen der Zellmasse der einzelnen Blastomeren. Auch die gleichmäßige Größe der Blastomeren ist ein Beurteilungskriterium. Das Erscheinungsbild eines Embryos ändert sich schnell, deswegen beschreibt eine Klassifikation immer nur das Aussehen zu genau diesem Zeitpunkt. Es ist möglich, dass der Embryo ein paar Stunden später ganz anders aussieht.

  • “A” bedeutet keine Fragment, also den perfekten Embryo
  • “B” bedeutet weniger als 30% der Zellmasse sind fragmentiert (häufig)
  • “C” bedeutet 30 - 50% Fragmente
  • “D” bedeutet mehr als 50% Fragmente. Die Entwicklungsfähigkeit dieser Embryonen ist eingeschränkt.

Auch mit Grade 3 und 4 sind Schwangerschaften möglich
Die englische Einteilung ist hier im Bild dargestellt:

grade1.gif Hier sieht man regelmäßig geformte und gleichmäßig große Zellen (=Blastomere), ohne Fragmentierungen am 2. Tag nach der Punktion
grade2.gif Hier sieht man gleichmäßige Zellen mit wenigen Fragmentierungen, als kleien “Streusel” erkennbar.
grade3.gif Hier sieht man zwar keine Fragmentierungen, jedoch sind die einzelnen Zellen nicht gleich groß.
grade4.gif Hier sieht man gleichmäßige oder auch irreguläre Blastomere mit vielen Fragmentierungen, was dem Stadium “C” oben entspricht.
grade5.gif Mehr als 50% Fragmente und die Zellen als solche sind kaum erkennbar

Abschließend ist zu sagen, dass aus “häßlichen” Embryonen auch durchaus hübsche Kinder entstehen können.


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Kommentare

8 Kommentare für “Beurteilung der Embryonenqualität: Embryograding”

  1. Wenn das so ist, dass sogar aus D-Embryonen hübsche Kinder werden können: Kann ich auch darum bitten, dass die Biologen meine Embryonen nicht graden? - Mir ist das echt unsympathisch, potentielle Menschen in solche mit guter und schlechter Qualität einzuteilen und den schlechteren keine Einnistungschance zu geben.


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    Geschrieben von raise am 25. Februar 2008 um 13:12
  2. Degegen spricht ja das Embryonenschutzgesetz. Eine Selektion der Embryonen findet da ja nicht statt, da die Auswahl bereits im Vorkernstadium erfolgt


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    Geschrieben von E. Breitbach am 25. Februar 2008 um 13:18
  3. Aha, das verunsichert mich eher, als dass es nützt, da wie gesagt,die Beurteilung zu dem speziellen Zeitpunkt stattfindet.
    Wenn ich das mit meinen Bildern vergleiche.. kann ich das überhaupt beurteilen??


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    Geschrieben von Anke am 25. Februar 2008 um 18:39
  4. Lässt sich die nachlassende Einnistungswahrscheinlichkeit prozentual ausdrücken?
    Oder anders gesagt: Wieviele der IVF/ISCI-Schwangeren hatten A/B/C-Embryonen.

    Und noch eine Frage:
    Ich hatte bislang immer A-Qualität. Bei meiner 4. ICSI nun C-Qualität. Wodurch wird die Qualität beeinflusst. Bzw. kann man sie überhaupt beeinflussen?

    Wenn aus meinen zwei “hässlichen C´s” hübsche Kinder werden, bin ich überglücklich. Aber wenn es schon mit A nicht klappen wollte, ist es doch nun ziemlich unwahrscheinlich. Oder?!


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    Geschrieben von Zenobia99 am 25. Februar 2008 um 18:56
  5. @ Anke: Verunsichert sind die Fragestellerinenen im Forum, die wissen möchte, ob sie mit einem C-Embryo überhaupt eine Chance haben und wie man diese Einteilung überhaupt durchführt. Für diese ist dieser Artikel geschrieben.

    @ Zenobia: Nein, ich kenne solche Studien nicht, wobei es mich wundern würde, wenn es sie nicht gäbe. Aber ich kann ja nicht alle Studien kennen

    Bei jedem Versuch wird erneut “gewürfelt” und der Ausgang der Vorversuche hat keinen Einfluss auf die Chancen im aktuellen. Sie können also auch mit C-Embryonen schwanger werden, unabhängig davon, dass es verher mit A-Embryonen nicht geklappt hat


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    Geschrieben von E. Breitbach am 25. Februar 2008 um 20:26
  6. Generell zu den Aussichten abhängig von der “Qualität” der Embryonen gibt es ja eine Statistik im D.I.R. (www.deutsches-ivf-register.de)


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    Geschrieben von Rebella am 25. Februar 2008 um 22:06
  7. ich bin schwanger geworden mit kryos in B-B-C qualität (6.transfer/4 ICSIs).
    davor hatte ich teilweise auch A qualität.
    die embryonenqualität ist nur ein faktor von vielen, der für eine gelungene einnistung verantwortlich ist, aber einer der wenigen, der nicht von aussen beeinflussbar ist.
    sicher ist die embryonenqualität wichtig; wenn ich es in relation zur optimierung der anderen, meist individuellen faktoren sehe, dann sollte man die qualität allerdings auch nicht überbewerten.
    logisch werden auch aus < A prachtzwerge ;-)


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    Geschrieben von reaba am 25. Februar 2008 um 22:23
  8. [...] Embryonen-Qualität [...]


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    Geschrieben von Schilddrüsen-Antikörper: Beeinflussen sie die Schwangerschaftsraten? am 30. November 2008 um 13:50

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