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Aspirin: Bessere Erfolge bei künstlicher Befruchtung?

Die Gabe von Aspirin (ASS) bei der IVF oder ICSI wird häufig zur Verbesserung der Erfolgsraten empfohlen.

Einzelne Studien konnten auch einen positiven Effekt bei der künstlichen Befruchtung nachweisen oder im Zusammenhang mit wiederholten Fehlgeburten nachweisen. Mehr über die Zusammenhänge zwischen Blutgerinnung und Fehlgeburten finden Sie hier.

Was sagen andere Untersucher zu Aspirin?
Auch wenn diese Studien mit großen Fallzahlen und plazebokontrolliert einen positiven Einfluss des Asprins nachweisen konnten, so stellt sich die Frage, ob andere Untersucher zu dem selben ergebnis kamen. Englische Wissenschaftler haben sich daher die Mühe gemacht, aus allen in den letzten 26 Jahren publizierten Studien zu diesem thema diegenigen herauszusuchen, die kontrolliert, prospektiv und randomisiert waren. Also die Voraussetzungen für eine statistisch signifikante Aussage aufwiesen.

Diese strengen Kriterien genügten lediglich 10 Studien, davon jedoch nur 6, die nicht nur die Schwangerschaftsraten, sondern auch die Zahl der Lebendgeburten berücksichtigten (“Baby-Take-Home-Rate“).

Erwartungen nicht erfüllt
Fasst man die Ergebnisse dieser sechs Studien zusammen, dann finden sich keine Vorteile für die Patienten, welche eine zusätzliche Gabe mit Aspirin erhielten gegenüber denen, die ein Plazebo oder keine zusätzliche Medikation bekamen. Weder die Schwangerschaftsrate pro Embryotransfer noch pro Behandlungszyklus zeigten signifikante Unterschiede, ebensowenig unterschieden sich Lebendgeburtenrate, Fehlgeburten und Zahl der Eileiterschwangerschaften in den Studiengruppen.

Immunologie nicht berücksichtigt
Die untersuchten Patienten aus den verschiedenen Studien waren größtenteils nicht nach bestimmten Kriterien selektiert. Daher kann auch aus dieser Untersuchung nicht abschließend gefolgert werden, dass die Gabe von Aspirin für bestimmte Patientengruppen nicht doch einen Vorteil haben könnte. Hier sind diejenigen zu nennen, die immunologische Auffälligkeiten aufweisen, wobei hier insbesondere das Antiphospholipid-Syndrom zu nennen ist. Eine gesonderte Studie zu dieser Untergruppe wäre sicherlich interessant.

Gelbaya TA, Kyrgiou M, Li TC, Stern C, Nardo LG
Low-dose aspirin for in vitro fertilization: a systematic review and meta-analysis
Hum Reprod Update. 2007 Mar 8; [Epub ahead of print]

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