Robert Edwards. Danksagung und Nachruf.


Luise Brown verdankt ihm ihr Leben. Sie entstand mit Hilfe der künstlichen Befruchtung, die von Robert Edwards und Patrick Steptoe 1978 erstmals erfolgreich angewendet wurde. Millionen Kinder sind seitdem durch die IVF auf die Welt gekommen und ebenso viele Paare konnten sich ihren Wunsch nach einem eigenen Kind erfüllen.

Führt man sich diese Auswirkungen seiner Forschung vor Augen, wundert es nicht, dass Edwards im Jahre 2010 für diese bahnbrechende Entwicklung den Nobelpreis für Medizin erhielt.

Die wissenschaftliche Sichtweise auf die Reagenzglasbefruchtung hat sich in den letzten 30 Jahren grundlegend geändert. Sie hat sich von einem experimentellen Status zu einer etablierten Methode entwickelt, mit der sich zehntausende von Biologen und Ärzten beschäftigen. In diesem Bereich der Wissenschaft wird in einer zunehmenden Zahl von spezialisierten wissenschaftlichen Zeitschriften eine unübersehbare Flut von Studien publiziert. Fast täglich wird das Rad neu erfunden. Jedoch ohne die 1978 erstmals erfolgreiche Methode von Robert Edwards und Patrick Steptoe wesentlich zu verändern.

Der lange Weg zur Geburt des ersten durch IVF gezeugten Kindes wird in einem Artikel der Ärztezeitung ausführlich beschrieben. Sehr hartnäckig verfolgte er sein Ziel, menschliche Eizellen im Reagenzglas zu befruchten und zu Embryonen heranreifen zu lassen, was ihm schließlich zusammen mit dem Gynäkologen Patrick Steptoe gelang. 1976 konnte die erste Schwangerschaft erzielt werden (Leider eine Eileiterschwangerschaft) zwei Jahre später gefolgt von der Geburt Luise Browns.

Seitdem hat sich nicht sehr viel geändert. In den Grundzügen führen wir die IVF noch so durch, wie sie vor 30 Jahren von Edwards und Steptoe entwickelt wurde. Das zeigt, wie bahnbrechend seine Arbeit war und wie viel Patienten und Ärzte ihm verdanken.


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Kommentar

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9 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Besserwisser ;-) schreibt

    Lieber Herr Dr. Breitbach,

    es stimt alles so, aber bitte "Louise Joy Brown" (deren Mutter letztes Jahr verstarb).

  2. Elmar Breitbach
    greta schreibt

    danke!
    wieviel glück er in die welt gebracht hat!

  3. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Auch von mir und meiner Familie vielen Dank an Robert Edwards. Er hat millionenfach Glück verteilt!

  4. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @ Besserwisser: Und "Sir Robert Geoffrey Edwards", richtig? Bitte um Vergebung.

  5. Elmar Breitbach
    Mina schreibt

    Ich habe mich gerade aus einer Selbsthilfegruppe unerwünschter Kinderwunsch verabschiedet. Aus mehreren Gründen, aber einer davon ist dass ich die Geschichten über zum Teil unglaublichen Leidenswege der anderen Frauen nicht mehr ertrage. Die Kinderwunschmedizin verteilt leider nicht nur Glück sondern richtet bei mindestens der Hälfte der PatientInnen grosses Leid an, auch körperliches und vor allem psychisches. Es ist grausam, wenn Frauen nach 11 IUI oder 6 Jahren IVF-Behandlung, sich immer noch nicht verabschieden und ihr Leben neu aufbauen können weil immer wieder Hoffnung geweckt – und dann enttäuscht wird.

  6. Elmar Breitbach
    Lavendel125 schreibt

    Ich hab lange überlegt, ob ich auch deinen Beitrag antworten soll, Mina. Klar, alles hat auch irgendwo seine negativen Seiten. Aber wenn man mal sieht, wievielen Menschen Robert Edwards geholfen hat, kann man auch mal die positiven Seiten sehen!
    Ich danke Robert Edwards, dass wir dank ihm die Chance haben, leibliche Kinder zu bekommen. Und wenn es trotzdem nichtklappt, dann ist es nicht seine Schuld! Er hat so vielen Menschen so viel Glück gegeben.
    Ich bin ihm dankbar!!!

    Lg, Lavendel

  7. Elmar Breitbach
    Mina schreibt

    @Lavendel: Es ist ja nicht so dass man "auch mal" die positiven Seiten zeigen muss. Die werden x-fach wiederholt, hervorgehoben, uns um die Ohren geschlagen. Schon nur diese ganzen Promischwangerschaften die Frauen glauben machen wollen, es sei ein locker-flockiger Spaziergang Ü40 eben nochmal mit Hilfe der KiWu-Medizin ein Kind zu basteln. Die KiWu-Medizin ist im übrigen auch ein Geschäftsfeld, an dem tausende gut verdienen – und von denen sind nicht immer alle offen, ehrlich und transparent über Chancen, Mühen und Misserfolge zu kommunizieren. Selbstverständlich haben diese medizinischen Errungenschaften einer grossen Zahl Menschen geholfen – Ich bin trotzdem der Meinung, dass es die negativen Aspekte sind, die "auch mal" genannt sein sollten.

  8. Elmar Breitbach
    lavendel125 schreibt

    Soweit, so gut. Ich finde nur, in einen "Nachruf und Danksagung" passt das nicht ganz rein… Aber das ist meine Meinung.
    Klar, es gibt schwarze Schafe. Aber ich denke nicht, dass einer Frau mit über 40, oder einem Mann, dessen SG grottenschlecht ist, gesagt wird, dass sie beste Chancen haben. Kann ich mir nicht wirklich vorstellen.
    Es ist ja nicht schlecht, wenn man nicht nur die guten Seiten sieht. Aber ohne diesen Mann hätten sehr viele Menschen keine Kinder, und ich hätte nichtmal die Chance, welche zu bekommen.
    Jeder entscheidet schließlich auch für sich selber, wievielen Behandlungen er sich unterziehen möchte. Robert Edwards hat uns die Möglichkeit gegeben, und wir müssen alle allein für uns entscheiden, ob und wie lange wir diesen Weg gehen möchten!

    Lg, Lavendel

  9. Elmar Breitbach
    Mina schreibt

    Leider konnte ich das nicht selber entscheiden, da mein Expartner nach der ersten IUI die Reissleine gezogen hat (ich war damals übrigens 37 und wir hatten es seit 3 Jahren auf natürlichem Weg bzw. mit GV nach Plan usw. probiert). Nun ja jetzt kann man labern von wegen "es braucht immer zwei dazu" und so weiter. Da ist sicher was dran. Tatsache ist dass uns KEIN SCHWEIN und damit meine ich nicht ein sondern drei (!!) involvierte Gynäkologen auf die psychische Belastung aufmerksam gemacht haben obwohl sie sogar per Gesetz dazu verpflichtet sind. Ich denke doch dass unsere BEziehung noch eine Chance mehr gehabt hätten wenn sich diese GynakologInnen irgendwie um unseren seelischen Zustand interessiert hätten. Wir waren aber nur anonyme Nummern für die es wurde nichts begleitet, nichts besprochen.
    Ich meine auch gar nicht nur das Thema dass Frauen Ü40 Hoffnung gemacht werden soll, das finde ich nur den krassesten Auswuchs. Wie gesagt habe ich in der Selbsthilfegruppe und online unzählige Frauen durchaus U40 auch U30 kennengelernt, die einfach JAHRELANGE Leidenswege hinter sich haben – welche nicht immer vom Erfolg gekrönt sind. Und das gehört thematisiert.
    Ich habe ja auch den Nachruf gar nicht geschrieben – obwohl ich mir eine KRITISCHE Würdigung eines Lebenswerks auch in einem Nachruf vorstellen kann, kritisch heisst nicht dass eine Würdigung nicht möglich ist. Aber hier wird zum Kommentieren eingeladen und diese Gelegenheit nehme ich wahr.