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PCO-Syndrom

IVF ohne Hormone: Lässt sich die IVM verbessern?

Neben der Eizellentnahme ist die hormonelle Stimulation mit Gefahr des Überstimulationssyndroms am belastendsten für die Patientinnen, die sich einer IVF unterziehen müssen. Insbesondere für Patientinnen, die sehr stark auf Hormongaben reagieren – wie z. B. Frauen mit einem PCO-Syndrom – wäre da her eine Behandlung ohne Hormone vorzuziehen. Bereits vor mehr als 10 Jahren wurde dafür die „In Vitro Maturation (IVM)“ entwickelt. Dabei werden ohne vorherige hormonelle Stimulation unreife Eizellen aus den Eierstöcken entnommen und im Reagenzglas zu reifen Eizellen weiterkultiviert.

Schlechte Schwangerschaftsraten

Mit dieser Methode ließen sich Überstimulationssyndrome vermeiden und die Erfolgsraten waren ordentlich, aber im Vergleich zur konventionellen Vorgehensweise nicht überzeugend, weshalb sich die IVM bisher nicht durchsetzte. Gut funktionierende andere Konzepte wurden hier kürzlich vorgestellt. Das sogenannte „Freeze all“, bei dem alle Eizellen befruchtet eingefroren und erst später in einem Kryozyklus transferiert werden. Zwar ist dabei die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines Überstimulationssyndroms zwar deutlich vermindert, jedoch sind Hormongaben immer noch notwendig.

IVF ohne Hormone

Ist IVF auch ohne Hormone möglich?

Veränderte Kulturbedingungen verbessern Erfolgrate

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Robert Gilchrist aus Australien konnte die Methode nun durch Zusätze zum Kulturmedium verbessern. Sie gaben einen speziellen Wachstumsfaktor (Cumulin) zum Medium hinzu, den sie kürzlich erst entdeckt hatten. In Kombination mit anderen Signalstoffen (cAMP-Modulatoren) kam zu einer verbesserten Eizellqualität im Rahmen der IVM und zu einer besseren Embryonalentwicklung, wie vorab publizierte Ergebnisse belegen.  In Untersuchungen an menschlichen Eizellen – durchgeführt durch Johan Smitz aus Brüssel, fand sich eine Verbesserung der Eizellqualität und eine 50 prozentige Verbesserung der Embryonalentwicklung im Rahmen der IVM. „Wir haben versucht, die natürlichen Abläufe der Eizellreifung im Reagenzglas nachzustellen“ erklärt Prof. Gilchrist.

Kollege Jeremy Thompson sieht goldene Zeiten für die künstliche Befruchtung voraus:“Die verbesserte IVM ist aktuell noch nicht als reguläre Behandlung verfügbar, nach der Zulassung für die Therapie wird es den Frauen die täglichen Injektionen zur Vorbereitung auf eine erparen. Noch wichtiger: Auch ohne Hormongaben könnte die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft dann annähernd so hoch sein wie ohne.“

Aktuell wird die „verbesserte IVM“ noch in klinischen Studien getestet.

Mottershead DG, Sugimura S, Al-Musawi SL, Li JJ, Richani D, White MA, Martin GA, Trotta AP, Ritter LJ, Shi J, Mueller TD, Harrison CA, Gilchrist RB
Cumulin, an Oocyte-secreted Heterodimer of the Transforming Growth Factor-β Family, Is a Potent Activator of Granulosa Cells and Improves Oocyte Quality.
J Biol Chem. 2015 Sep 25;290(39):24007-20. doi: 10.1074/jbc.M115.671487. Epub 2015 Aug 8.

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