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Muss man bei einer Insemination der Eisprung unterdrücken?

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Der beste Zeitpunkt, um einen Insemination durchzuführen, ist kurz vor dem Eisprung. Daher ist die Vermeidung eines Eisprungs vor der Insemination wichtig. Muss man dazu Ovulationshemmer geben? Eine aktuelle Studie kann die Notwendigkeit dazu nicht belegen.
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Timing ist wichtig bei der Insemination

Der Zeitpunkt der Insemination in Bezug auf den Eisprung ist von einiger Bedeutung für den Erfolg. In jedem Fall sollte die Behandlung vor dem Eisprung erfolgen, wobei der Abstand variabel sein darf. Hat die Eizelle den Follikel allerdings erst einmal verlassen, sinken die Chancen für eine erfolgreiche Behandlung jedenfalls deutlich. Daher stellt sich die Frage, ob es von Vorteil sein könnte, den Eisprung zu unterdrücken, analog zum Vorgehen bei einer künstlichen Befruchtung.

Studie überprüft den Vorteil der Eisprungunterdrückung

Eine Arbeitsgruppe aus Indien untersuchte den Einfluss von eisprungunterdrückenden Maßnahmen bei 427 Frauen. Bei der Hälfte wurde der Eisprung mit Cetrotide unterdrückt, die anderen erhielten kein Medikament zur Vermeidung einer vorzeitigen Ovulation. In beiden Gruppen wurde ebenfalls eine Stimulation mit Spritzen durchgeführt und der Eisprung später ausgelöst.

Wenn man die Schwangerschaftsraten der Studie zur Kenntnis nimmt, dann fragt man sich, was man in Indien offenbar sehr viel besser macht als im Rest der Welt. Es wird über klinische Schwangerschaften in 27,6% (mit Eisprungunterdrückung) und 26,5% (ohne Hemmung des Eisprungs) berichtet. Das mag zum Teil erklärbar sein durch die Auswahl der Patienten (jünger als 38, Spermienzahl nach Aufbereitung mehr als 20 Millionen und diverse Ausschlusskriterien (Endometriose etc.), hier der Link zur Studie.

Die Unterdrückung des Eisprungs erhöht die Erfolgsraten nicht

Die Ergebnisse sind also fragwürdig gut, aber das ändert nichts an der Aussage zur eigentlichen Fragestellung. Ganz offensichtlich besteht kein Unterschied in der Erfolgsrate bei den beiden unterschiedlichen Vorbehandlungen für die Insemination. Das bestätigt eine andere hier bereits zitierte Studie aus dem letzten Jahr.

Jain S, Majumdar A.
Impact of gonadotropin-releasing hormone antagonist addition on pregnancy rates in gonadotropin-stimulated intrauterine insemination cycles.
J Hum Reprod Sci. 2016 Jul-Sep;9(3):151-158.


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