Ist die Downregulation bei Insemination sinnvoll?

6

Bei der künstlichen Befruchtung wird der Eisprung zur Vermeidung eines vorzeitigen Eisprungs unterdrückt. Dies wird auch als „Downregulation“ bezeichnet und hier erklärt. Der Grund für diese Maßnahme ist klar: Man möchte damit vermeiden, die Eizellen nicht mehr auffinden zu können, denn wenn diese gesprungen sind, kann man sie für die künstliche Befruchtung nicht mehr nutzen. Aber auch eine Befruchtung auf konventionellem Wege oder im Rahmen einer Insemination sollte vor dem Eisprung stattfinden. Würde daher die Inseminationstherapie nicht auch von einer solchen Downregulation profitieren?

Insemination im Antagonisten-Protokoll

In einer Studie wurde dieser Frage nachgegangen. Bei 108 Patientinnen wurde eine maximale Anzahl von 2 Behandlungszyklen der Intrauterinen Insemination (IUI) durchgeführt. Alle wurden mit Follikelstimulierendem Hormon stimuliert (also Spritzen). Bei 45 Paaren wurde der Eisprung mit GnRH-Antagonisten unterdrückt. Diese Medikamente (auch Spritzen) bewirken eine kurzfristig eintretende Blockade der Hirnanhangsdrüse, die dadurch ihre Fähigkeit verliert, den Eisprung auszulösen, was sie sonst ja bei reifen Eibläschen (Follikeln) automatisch tut. Die anderen 63 Frauen erhielten keine eisprungunterdrückende Medikation.

Einen Eisprung zu vermeiden, kann wichtig sein. Ist es bei der IUI ebenfalls notwendig?
Einen Eisprung zu vermeiden, kann wichtig sein. Ist es bei der IUI ebenfalls notwendig?

Ergebnisse

  • Die notwendige Dosis zur Stimulation der Eierstöcke unterschied sich nicht. Die Unterdrückung des Eisprungs führte also nicht zu einer gleichzeitigen Verminderung der Reaktion auf die Hormone zur Stimulation der Ovarien.
  • Die Zahl der Follikel war in der Gruppe mit Eisprungunterdrückung sogar ein wenig höher (im Mittel 1,58 statt 1,86)
  • Die Zahl der abgebrochenen Zyklen aufgrund eines vorzeitigen Eisprungs unterschieden sich – genau – nicht.
  • Und nun zu den Schwangerschaftsraten: 8,9% mit Downregulation und 7,9% ohne. Was statistisch keinen signifikanten Unterschied darstellt
  • Schlussfolgerung

    Anhand der oben aufgeführten Ergebnisse kann man unschwer die einzig mögliche Schlussfolgerung der Autoren erahnen: Die zusätzliche Unterdrückung des Eisprungs bei stimulierten Inseimationszyklen bringt keine Vorteile.

    Dansuk R, Gonenc AI, Sudolmus S, Yucel O, Sevket O, Köroğlu N
    Effect of GnRH antagonists on clinical pregnancy rates in ovulation induction protocols with gonadotropins and IUI therapy.
    Singapore Med J. 2014 Dec 10. doi: 10.11622/smedj.2014192. [Epub ahead of print]


Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

6 Kommentare

  1. Greta schreibt

    ….es sei denn, das wochenende droht, den iui-plan zu durchkreuzen 😉

    jedenfalls DACHTE ich bisher immer, der vorzeitige eisprung (sonntags…) ließe sich dadurch um wenigstens einen tag herauszögern. liege ich da ganz falsch?

    und noch eine frage: wann genau ist etwas statistisch relevant, und wann nicht? wo ist da die genaue grenze?

  2. Elmar Breitbach schreibt

    Statistisch relevant ist es, wenn der Statistiker es sagt. Und der stellt es dann fest, wenn man zwischen zufälligen Ereignissen und einem eindeutigen Einfluss einer Variable auf den Ausgang einer Therapie unterscheiden kann.

    Die Untersuchung, ob eine Verschiebung am Wochenende die Schwangerschafstraten beeinflusst, war dabei NICHT die untersuchte Variable.

  3. Greta schreibt

    🙂 aber es ist schon so, das timing lässt sich dadurch geringfügig entzerren, oder? auch, wenn es weder die rate der vorzeitigen ES großartig verändert, noch die schwangerschaftsrate verbessert. es sei denn, der zyklus scheitert am WE..