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Immunologie

Samenflüssigkeit fördert die Einnistung der Eizelle

Wissenschaftler der Universitätsklinik Heidelberg vermeldeten in einer Presserklärung einen neuen Ansatz zur Verbesserung der Einnistung von Embryonen bei der künstlichen Befruchtung.

Niemand weiß so genau, weshalb trotz sehr guter Bedingungen (junge Frau, gute Embryonenqualität) die Einnistung in einem großen Anteil der Fälle fehlschlägt. Die Heidelberger Wissenschaftler vermuten, dass bei der Reagenzglasbefruchtung der Kontakt mit dem Ejakulat des Mannes fehlt. Man vermutet eine aktive Rolle der Samenflüssigkeit (also der Flüssigkeit des Ejakulats, in dem die Spermien schwimmen) bei der Entstehung von Schwangerschaften.

Die Samenflüssigkeit enthält eine Vielfalt von Botenstoffen, z.B. TGF und Interleukin 8, die das Wachstum von Blutgefäßen fördern und Entzündungsreaktionen oder andere immunologische Reaktionen beeinflussen. In Laboruntersuchungen haben Dr. von Wolff und seine Mitarbeiter erstmals festgestellt, dass Samenflüssigkeit die Produktion von sogenannten Zytokinen, sehr aktiven Botenstoffen des Immunsystems, in den Zellen der Gebärmutterschleimhaut reguliert. Diese begünstigen wiederum, wie aus Tierversuchen bekannt ist, die Einnistung der Eizelle.

In einer Studie der Universität untersucht man diesen Faktor, indem bei der Eizellentnahme eine Spülung der Gebärmutter mit Samenflüssigkeit (Seminalplasma) erfolgt. Während man bisher annahm, dass dieses Seminalplasma die Gebärmutterhöhle nicht erreicht und in der Scheide verbleibt, konnte der Einstrom von Bestandteilen der Samenflüssigkeit nach dem Verkehr nachgewiesen werden.

Die ersten Ergebnisse der Studie scheinen vielversprechend zu sein, aussagefähige Aussagen werden Ende 2005 erwartet. Der Leiter der Studie, Dr. von Wolff ergänzt:

“Unser nächstes Ziel ist die Entwicklung eines Medikaments, dass in die Scheide und den Muttermund gegeben wird und gezielt die Einnistungswahrscheinlichkeit verbessert.” Dazu werden die Bestandteile der Samenflüssigkeit aufgetrennt, um zu erkennen, welche Substanzen für die Verbesserung der Einnistung wesentlich sind, um sie dann in einem Medikament zusammenzuführen.

Neu sind diese Überlegungen nicht, in einer australischen Studie, welche 12/2000 im “New Scientist” veröffentlicht wurde, kam es zu einer deutlichen Zunahme der Einnistungsrate. In einem ausführlichen Kommentar wurde bereits damals vom Verfasser dieses Blogs darüber spekuliert, ob Bestandteile des Seminalplasmas dabei eine Rolle spielen.


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Kommentare

4 Kommentare für “Samenflüssigkeit fördert die Einnistung der Eizelle”

  1. [...] vor ziemlich genau drei Jahren hatte ich in diesem Blog über eine Studie der Universität Heidelberg berichtet, in welcher der Einfluss von Samenflüssigkeit auf die Einnistung der Embryonen bei [...]


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    Geschrieben von Einnistungshilfe mit Samenflüssigkeit am 27. Januar 2008 um 19:10
  2. [...] Heidelberg eine Studie durchgeführt, deren erste Ankündigung hier bereits vor vier Jahren publiziert wurde und deren vorläufige Ergebnisse ebenfalls zu Beginn dieses [...]


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    Geschrieben von Samenflüssigkeit als Medikament am 9. Februar 2009 um 23:14
  3. Jetzt abgesehen von dem Medikament (was sehr nützlich wäre), würde mich interessieren ob auch “schädliche” Wirkungen bei “Normalversuchen” entstehen könnten. Da ja auch Männer Spermienantikörper in der Samenflüssigkeit haben können (oft nicht erkannt da nicht getestet; Anzeichen: die Menge an Spermien ist normal aber die meisten sind kaum- bzw. unbeweglich und auch geschädigt) wobei SP-Antikörper nachweislich auch die Immunreaktion der Frau beeinflussen, ist da noch vom positivem Effekt zu sprechen oder gar vielleicht doch ein Grund für erfolglosem Kinderwunsch?

    Info: Leider gibt es für SP-Antikörper beim Mann keine Behandlung die direkt hilft außer ICSI (IVF wäre nicht zu empfehlen da viele sinnlose Fehlversuche). Kortison beim Mann wurde teilweise getestet, hilft nur sehr geringem Teil (hängt von der Ursache der SP-Antikörper ab)doch mit sehr großen Risiken (Diabetes etc.) da hohen Dosen von Nöten, wird daher von Ärzten auch nicht praktiziert.


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    Geschrieben von Auch bei Spermienantikörpern beim Mann? am 19. Juni 2009 um 01:02
  4. Das spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle. Wenn die Spermienantikörper vorhanden sind. Erstens geht es hier ja um die künstliche Befruchtung, zweitens werden Antikörper ja nicht übertragen und drittens steht das auch bereits im Theorie-Teil


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    Geschrieben von Elmar Breitbach am 19. Juni 2009 um 07:13

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