Gute Vorsätze sind schwer umzusetzen

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Einige Genussmittel schaden nachweislich der Fruchtbarkeit. Allen voran das Nikotin. Einfach formuliert entspricht die Fruchtbarkeit von rauchenden Frauen der von 10 Jahre älteren Nichtraucherinnen. Ein guter Grund, aufzuhören, wenn man schwanger werden möchte. Auch Kaffee wird eine fruchtbarkeitsmindernde Wirkung zugesprochen, wenngleich diese sehr abhängig von der getrunkenen Menge ist. 1-2 Tassen sollten eigentlich kein Problem sein. Und dass Alkohol vor und während der Schwangerschaft nur in geringen Mengen bzw. gar nicht genossen werden sollte, ist ein unbestrittener Fakt.

Diese Erkenntnisse sind weder besonders überraschend oder neu und vor allem allgemein bekannt. Wie jedoch setzen Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch diese Erkenntnisse um? Erstaunlich schlecht, wie eine Studie US-amerikanischer Forscher zeigt. 90 Frauen mit den o. g. Lastern (94 Prozent von ihnen tranken koffeinhaltige Getränke, 84 Prozent Alkohol und 17 Prozent rauchten) wurden prospektiv ausgewählt und mit Fragebögen und Tagebüchern zu ihrem Konsum legaler Drogen befragt (zu denen aus meiner Sicht auch Kalorien gehören, die blieben hier aber außen vor).

Die Studie lief über 12 Monatszyklen. Die gute Nachricht: 73% der Frauen wurden in diesem Zeitraum schwanger. Die schlechte: Eine geringe Reduktion der konsumierten Koffeinmenge gelang den meisten Probandinnen, nicht jedoch der Verzicht auf Alkohol und Zigaretten. Bei einer Altersspanne von 18 bis 34 ist die Zahl der Schwangerschaften folglich auch unterdurchschnittlich.

Und wie geht es den Leserinnen dieses Blogs bezüglich ihrer guten Vorsätze? Ähnlich wie den Studienpatientinnen oder ist bei den Besucherinnen dieser Seite die Willensstärke größer?

Lum KJ, Sundaram R, Buck Louis GM
Women’s lifestyle behaviors while trying to become pregnant: evidence supporting preconception guidance.
Am J Obstet Gynecol. 2011 Sep;205(3):203.e1-7.



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Kommentar

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56 Kommentare

  1. hallihallo schreibt

    Es ist mir eigentlich ziemlich wurscht ob sie sich das “nicht vorstellen” können. Ich bin mit garantie nicht die einzige. Warum, habe ich schon ausgeführt.
    Es ist sinnlos in solchen Fragen in “Kiwupatientinnen” und “normalproduzierer” zu unterscheiden. Denn frau hält sich für eine “normalproduziererin” bis es nicht klappt, und dann auch noch eine ganze Weile, wenn die ÄRzte wie in meinem Fall, erst mal gar nichts abklären sondern ewig Tempi messen lassen usw., und auch da bin ich sicher nicht die einzige die das erlebt hat. Erfährt frau dann dass sie jetzt plötzlich eine “Kiwu-Patientin” ist dann geht die Suche erst los und es illusorisch zu glauben, dass frau einmal googelt und dann gleich alle wichtigen Infos aufs mal findet. Man kann sich sehr lange im inet versuchen zu informieren und findet die richtige Info immer noch nicht bzw. kann sie ja auch nicht einordnen. Zumal man ja auch erst mal liest “Stress ist auch schädlich” also versucht man nicht allzu fanatisch und verbissen dem Thema nachzugehen.
    Greta sie widersprechen sich laufend selbst. Erst behaupten sie wer raucht kann eh nicht schwanger werden, jetzt haben sies eingesehen udn schreiben dass die “normalprodiererin” trotz suff “roochen” und burger (was ist denn jetzt wieder los?) schwanger wird. Es ist doch genau diese Art von GEplauder auf die man in der Infosuche stösst und das hilft nicht weiter. Bis frau mal zur richtigen Info vorgestossen ist, ist wie gesagt dann schnell mal das Kind mit dem Bade ausgeschüttet.

  2. Rebella schreibt

    @greta: Ich hätte zumindest vom Reproduktionsmediziner erwartet, wenn er eine neue Patientin hat und merkt, dass sie Raucherin ist (bei der Anamnese fragt man sowas ja auch ab), dass er sie freundlichst darauf hinweist, welchen Einfluss das Rauchen auf den Erfolg der Kinderwunschbehandlung hat. (gleiches gilt für den Partner, dessen Spermien ja auch in Mitleidenschaft gezogen werden.) Denn immerhin ist es immer noch besser, wenigstens dann damit aufzuhören, als gar nicht.

    Die Kritik, dass so manche Frau nie darüber informiert wurde, dass Rauchen die Eizellreserve irreversibel schädigt, ist sicherlich berechtigt.

  3. greta schreibt

    klar, es gibt ärzte, die ggf selber rauchen, die das NICHT abfragen. aber ehrlich, JEDER weiß, dass rauchen SCHÄDLICH ist. überall im körper. dazu werden in SCHULEN ganze projektwochen gemacht. und dann gäbe es frauen, die überrascht sind, dass AUSGERECHNET die EIERSTÖCKE betroffen sind??? AUCH betroffen sind??

    und nach der geburt, wird dann weitergeraucht, weil muttern sich auch mit COPD oder lungenkrebs um das kind kümmern kann, bis es 18 ist?

    sorry, kinderWUNSCH und kinder HABEN stellt eigentlich… das ganze leben um, wenn nicht in frage.

    man will den kindern optimale rahmenbedingungen geben, überall. nur aufs rauchen, darauf kann man nicht verzichten?

    und das auch noch als kinderwunschpatientin?

  4. hallihallo schreibt

    Was soll das eigentlich greta, ihre Beiträge sind voll daneben. JA es werden die ganzen Schulprojekt wochen gemacht wo wie gesagt NULL über die Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit gemacht werden. Wie soll man sich denn dann den Zusammenhang herstellen gerade weil man eben DENKT man sei ja informiert???
    Es ist zudem ässerst unfair zu unterstellen nur weil eine Raucherin Kinderwunsch entwickelt (denn das ist die chronologische Reihenfolge) dass dann diese Frauen alle “Nach der GEburt weiterrauchen und sich auch mit COPD und lungenkrebs ums kind kümmern bis es 18 ist”.
    Sowas ist einfach nur zum kotzen, sie sind auch offenbar gar nicht bereit zuzuhören, sonst schalten sie bitte einfach mal ihre Hirnzellen ein. Es ist wirklich einleuchtend dass viele Frauen mit dem RAuchen aufhören wenn sie erst mal schwanger SIND.
    Und für den Tonfall entschuldige ich mich jetzt NICHT , denn es ist IHR Tonfall der unangemessen ist. Reissen sie sich gefälligst zusammen. Sie sind hier genau so intolerant und destruktiv wie sie dies den RaucherInnen unterstellen.

  5. greta schreibt

    jeder weiß, dass rauchen schädlich ist. jeder. jede auch. rauchen ist einfach schädlich. und bleibt es auch.

    siezen in blogs ist höchst seltsam…

  6. Gast schreibt

    Ja, man sollte die Genußgifte einschränken – keine Frage. Eine Freundin, die raucht und sozial trinkt, ist gerade mit 44 auf normalem Weg schwanger geworden. Das erste Kind kam nach einer IVF mit 40, das ist Nr. 2. Das einzige was sie zwischenzeitlich verändert hat, waren 12 Kilo Gewichtsverlust und regelmäßiger Sport. Es geht also anscheinend auch mit den Sünden…nur mal als Denkanstoss.