Greenpeace: Genmais vermindert die Fruchtbarkeit

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Greenpeace berichtet in einer aktuellen Presseerklärung, dass Genmais in Versuchen mit Mäusen deren Fruchtbarkeit deutlich verminderte. So lautet das Ergebnis einer an der Veterinärmedizinischen Universität Wien durchgeführten Langzeitstudie, die von der AGES, der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, am Dienstag präsentiert wurde. Der Mais der Sorte NK603xMon810 soll gegen Unkrautvernichtungsmittel resistent sein und selbst Substanzen produzieren, die gegen Schädlinge wirken.

In dem Tierversuch kamen bei den mit Gen-Mais gefütterten Tieren bereits nach drei Würfen weniger Junge zur Welt, die auch deutlich schwächer waren, als die Nachkommen ihrer mit normalem Mais gefütterten Artgenossen. In der EU ist diese Sorte bereits als Futtermais auf dem Markt und von der EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit zugelassen worden.

Die neue Maissorte ist nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt, es stellt sich jedoch die Frage, inwieweit die Probleme auf den Menschen übertragbar sind, wenn er das Fleisch von mit Genmais gefütterten Tieren zu sich nimmt.

„Die Diskussion um gentechnisch veränderte Lebensmittel bekommt ab heute eine neue, schreckliche Dimension. Was sich im Tierversuch abzeichnet, kann unter Umständen auch für den Menschen gelten. Man stelle sich vor, dass Paare ihren Kinderwunsch begraben müssen, weil sie durch den Verzehr gentechnisch veränderter Lebensmittel unfruchtbar wurden“, warnt Marianne Künzle, Gentechnik-Expertin von Greenpeace. „Zudem stellt sich die Frage, ob der Hersteller der Maissorte, der Gentech-Konzern Monsanto, von der Gefahr wusste und wie es in der EU bereits zu einer Zulassung kommen konnte“, so Künzle.


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Kommentar

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10 Kommentare
  1. reaba schreibt

    ..das ist sprengstoff 🙁 !
    ..mich würde interessieren, welche pathomechanismen so etwas über die nahrung verursachen können und vor allem WIE es zu der auswirkung auf die generativen folgeschäden kommt.

    sind jetzt alle EUländer dazu verpflichtet, selbiges in studien nachzuprüfen..?
    wie reagiert der zuständige deutsche minister auf diese erkenntnisse..?
    gibt es schon weitere, laufende studien um diese erste studie nochmals zu replizieren..?
    wie lange haben wir schon genetisch veränderte lebensmittel gegessen (oder unsere nutztiere) bevor es kennzeichnungspflichtig wurde..?

    unfassbar, wenn das so 1:1 auch auf andere lebensformen zutrifft.. 🙁

  2. madita12 schreibt

    Wir essen wahrscheinlich täglich gentechnisch veränderte Lebensmittel. Tiere die mit Sojaschrot gefüttert werden, erhalten gentechnisch verändertes Soja. 95% des gesamtes Ertrages von Soja sind schon gentechnisch verändert. In Schokolade befindet sich Soja-Lecitin. Also Gentechnik ist schon sehr viel in Lebensmitteln enthalten, wir wissen es jedoch nicht, weil eine Kennzeichnungspflicht nicht besteht! Wir können aus heutiger Sicht nicht voraussagen, welche Schäden die Gentechnik uns noch bringt.

  3. greta schreibt

    Na wenns nur DAS gewesen wäre, ich hätte gerne jahrelang von reformhauskost gelebt, ohne gene… aber ne, für unfruchtbarkeit reicht schon der MENSCH AN SICH aus… *sorry*

    Und: ja, das stimmt, Genzeugs ist in allem, wo es nicht ausgeschlossen werden kann. Im Ernstfall im Pollenflug vom Gen-Mais-Feld. An der Biene. Dem Honig. Auf dem nächsten Biofeld wegen der Biene. Alles sehr ärgerlich und ein großes Versäumnis der Menschheit, sowsa nicht konsequent zu unterbinden.

    Wo ist Noah? Wen nimmt er mit aufs Schiff? Zwei Gen-Bienen? Zwei Gen-Rinder?

  4. reaba schreibt

    @greta

    die entstehung von z.b. endo ist immer noch nahezu ungeklärt…gibt studien, die sehen einen zusammenhang mit dioxinbelastung 🙁

    „arche“ ist etwas antiquiert, aber irgendwo in norwegen (nahe am wohnort des weihnachtsmanns 🙂 ) gibts ja schon einen riesigen bunker in dem alle möglichen biologischen proben eingelagert werden…sowas geht nie ohne EUkohle – jetzt weiß man auch warum 🙁

    was ich viel schlimmer finde: du kannst bio und reformhauszeug bezahlen, wir auch….wieviele leute gibt es, die das jetzt schon nicht können und wahrscheinlich noch bestenfalls fertil eingeschränkt werden..?!

    wäre man verschwörungstheoretiker, dann wär das doch eine „feine sache“: die armen, von denen es eh zuviel gibt und die sich aus armut und deren konsequenzen auch am meisten vermehren, essen sich sozusagen aus geldnot um die fertilität…man wagt es kaum zu denken!

    mit dem zeug gehören die EUbeamten gefüttert und zwar lebenslänglich, die es zugelassen haben…*grummel*

  5. Fischgrete schreibt

    Wo kann man denn die Studie nachlesen?
    Ich finde immer nur Artikel/Presseeklärungen von Greenpeace, aber nicht vom Ministerium selbst oder aber wo die Studie veröffentlicht wird…?

  6. asile schreibt

    reaba hat recht – die involvierten Pathomechanismen wären hier interessant.
    Die Frage ist ja auch noch, ob die verminderte Fertilität auf Grund der Genmanipulation an sich auftritt, oder auf Grund der von der Pflanze gegen Schädlinge produzierten Substanzen oder des Unkrautvernichtungsmittels, das man ja kübelweise über eine resistente Maispflanze kippen kann.

    Wie dem auch sei, es läuft einem schon kalt den Rücken herunter. Pestizide, Dioxine, Weichmacher – die Infertilitätsrate wird in der Bevölkerung erst einmal bestimmt nicht abnehmen.
    Herr Breitbach – Ihre berufliche Zukunft ist gesichert 😉

    Aaaber,… wenn ich hier in den Kommentaren lese, dass Reformhauskost keine Gene enthielte, muss ich schon schmunzeln…

  7. remis schreibt

    @asile: Ja, über die „fehlenden“ Gene in den Kommentaren habe ich mich auch schon königlich amüsiert. Schön, daß das auch noch andere können. 😉

    Die genannte „Arche“ heißt übrigens ganz unspektakulär Saatgut-Tresor (Svalbard Global Seed Vault)und befindet sich auf der von Norwegen verwalteten Inselgruppe Svalbard im Nordpolarmeer.

  8. reaba schreibt

    @asile+remis

    dann geht ihr davon aus, dass bio-erzeugtes fleisch nicht bio ist, weil man nicht kontrollieren kann, wie die futtermittel hergestellt wurden..?..oder so eine kuh auf der wiese beim grasen ein insekt verschlucken könnte, dass seinerseits irgendwelche genmanipulierten pollen am bein hatte..?
    wie kann ich mir die „bio“-qualitätssicherung denn vorstellen…arbeitserfahrender, älterer spanier, der in der endkontrolle der wahnsinnigen planenfelder sitzt und nach gusto auf jede 10. kiste den bio-sticker draufpappt..?

  9. asile schreibt

    Liebe reaba,

    ehrlich gesagt kenne ich mich mit den Regeln der Bio-Qualitätssicherung nicht besonders gut aus, ich will aber zumindest schwer hoffen, dass auch die Futtermittel kontrolliert werden.

    Übrigens sind nicht alle Reformhausprodukte Bio-Produkte!

    Worüber ich mich amüsiert habe, ist etwas anderes. Die manchmal etwas irrationale Angst vor der Gentechnik als solcher, treibt manchmal solche Blüten, dass Menschen sagen, dass sie sich vor Genen in ihrer Nahrung fürchten. Es gab mal vor Jahren eine Schlagzeile in der Bild, die hieß: „Wie viele Gene sind schon in unserem Salat?“.
    Das ist absurd, in allem Lebendigem sind Gene und jede Menge davon!
    Nahrung ohne Gene stelle ich mir so austronautenmäßig vor, eben komplett chemisch hergestellt. Daher die Belustigung.
    Die Frage müsste lauten: „Wie viele Gene in unserem Salat wurden verändert oder von mir aus zusätzlich hinzugefügt?“.

  10. reaba schreibt

    hallo asile,

    na wenn letzteres der grund für deine belustigung ist: ich teile sie 😉
    ich bin nicht grundsätzlich gegen gentechnik eingestellt und befürworte sehr die intensive grundlagenforschung auf diesem gebiet, ergebnisoffen und wertfrei.

    deshalb schrieb ich ja eingangs: man müsste die mechanismen verstehen lernen, die zu diesen fertilitätsmindernden ergebnissen führen…nur das hätte man wohl besser tun sollen bevor man diese genmeis-sorte zum anbau freigegeben hat 🙁

    ehrlich gesagt verstehe ich da diesen künstlich erzeugten freigabedruck nicht ganz…müssen schon beinharte lobbyisten am werk gewesen sein…

    deine schlussfrage ist schon schwer genug zu beantworten…vielleicht muss man sogar fragen: welcher vermeindlich harmlose stoff in unserer umwelt macht vielleicht aus einem sinnvoll rekombinierten gen einen mutationskatalysator..?..oder ist es sogar die körpereigene abwehr, die letztlich zu pathologischen reaktionen führt..?

    würden diese zusammenhänge verstanden werden, man wäre wissenschaftlich auf vielen gebieten bedeutend weiter.

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