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Seit 1994 wird Frauen mit Kinderwunsch die Einnahme von Folsäure zur Prävention von Neuralrohrdefekten empfohlen. Doch die Akzeptanz ist gering. Aufklärung ist hier wichtig, zumal Studien zeigen, dass die Empfehlung möglicherweise zu kurz greift.
So wird mit den derzeit empfohlenen 400 µg Folsäure im Mittel erst nach drei Monaten der präventiv wirksame Erythrozytenfolatspiegel von 906 nmol/l erreicht. Modellrechnungen zufolge wäre dies mit täglich 800 µg bereits innerhalb eines Monats möglich. Ältere Frauen benötigen zudem höhere Folsäuremengen, um die geforderten Spiegel zu erreichen.
Eher zufällig zeigte sich schon 1994 der hohe Nutzen eines Multivitaminpräparats, das neben 800 µg Folsäure die B-Vitamine B2, B6 und B12 sowie Spurenelemente enthielt. Es wurde in einer randomisierten, plazebokontrollierten Doppelblindstudie mit insgesamt 5502 Frauen untersucht. Das Präparat wurde mindestens einen Monat vor Beginn der Schwangerschaft sowie zwei Monate danach eingenommen. Während in der Verum-Gruppe kein einziger Neuralrohrdefekt auftrat, waren es unter Plazebo sechs.
In einer aktuellen Neuauflage der Studie aus dem Jahre 2004 mit mehr als 6000 Frauen konnte die hohe Risikoreduktion von Neuralrohrdefekten bestätigt werden. Eindrucksvoll war aber auch der positive Einfluss auf angeborene Herzfehler und bestimmte Fehlbildungen des Urogenitaltrakts.
[via: Deutscher Apotheker-Verlag]
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