Gebärmutterseptum vor IVF entfernen?


Ein Septum der Gebärmutter gehört zu den häufigsten angeborenen Anomalien. Diese „Wand“ in der Gebärmutterhöhle kann unterschiedlich ausgeprägt sein. Ein Zusammenhang mit Fehlgeburt und Fehlversuchen bei einer IVF-Behandlung kann angenommen werden.

Wie wichtig ist es, einen solchen Befund zu erkennen und gegebenenfalls zu behandeln? Diese Frage wird in einer aktuellen Studie beantwortet. Bei 119 Frauen wurde ein Septum der Gebärmutter festgestellt und durch eine operative Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) entfernt.

Anschließend wurde bei diesen Patientinnen und einer zweiten Gruppe (n=116) ohne Uterusseptum mit ansonsten gleichen Vorraussetzungen eine IVF durchgeführt. Beide Gruppen unterschieden sich hinsichtlich ihrer Vorgeschichte deutlich. War ein Septum nachgewiesen worden, dann waren Fehlgeburten wahrscheinlicher (14,20% gegenüber 6,02%) und auch vorangegangene erfolglose IVF-Behandlungen waren häufiger (32,7% gegenüber 20,6%).

Nach der Entfernung des Septums waren die Schwangerschaftsraten praktisch identisch (47,80 und 46,50%), Fehlgeburten sogar seltener als in der Vergleichsgruppe (10,52% bzw. 20,3%)

Die Schwangerschaftsraten sind nach operativer Korrektur eines Uterusseptums vergleichbar mit denen von Frauen ohne eine solche Fehlbildung, die Auswirkung auf die Rate an Fehlgeburten war ebenfalls positiv. Eine Studie, in der die Behandlungserfolge bei Frauen mit einem Septum und solchen nach Entfernung eines solchen verglichen werden, wäre sicherlich aussagekräftiger, wie auch die Wissenschaftler, welche diese Studie veröffentlichten, selbst anmerkten.

Ozgur K, Isikoglu M, Donmez L, Oehninger S
Is hysteroscopic correction of an incomplete uterine septum justified prior to IVF?
Reprod Biomed Online 2007 Mar;14(3):335-40


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Kommentar

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4 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Stephanie schreibt

    Guten Tag,

    ich finde Ihre Seite ganz toll und sie hat mir auch schon vielfach Informationen gegeben, die ich seitens meines Arztes vermisst habe. Habe Sie noch mehr Infos zu dem Thema Septum etc.?

    Nach einer Insemi und einer ICSI (erfolglos) hat meine Gyn (nicht identisch mit Kinderwunscharzt) festgestellt, dass ich wohl ein Uterusseptum habe. Ich bin sehr verunsichert. Ist das nun auch ein Grund für eine ausbleibende Schwangerschaft? Hätte der Reproduktionsmediziner das nicht feststellen müssen? Zumindest ist doch wohl die Abortrate erhöht?

    Vielleicht können Sie mir einen Tipp geben, was sich jetzt machen kann.

    Vielen Dank. Stephanie.

  2. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    Auf jeden Fall sollte man diesen befund weiter abklären, denn das genaue Ausmaß des Septums ist mit Hilfe des Ultraschalls alleine nicht abzuklären. Daher wäre zunächst eine Gebärmutterspiegelung in Erwägung zu ziehen. Die meisten Septen lassen sich dann auch problemlos mit Hilfe der Gebärmutterspiegelung entfernen.

  3. Elmar Breitbach
    clara schreibt

    Hallo Herr Breitbach,

    mal ne‘ Frage zur Gebärmutterspiegelung.

    Wie schnell danach kann ich denn mit einer IVF starten nach einer solchen OP?

    Ich habe schon seid 8 Tagen meine Mens. und denke daher, dass da in der Gebärmutter etwas nicht in Ordnung ist.

    Außerdem habe ich schon einige Zyklen zuvor während des Sex helle Blutungen bekommen. Mir fiel auf, dass es stets in der 2. Zyklushälfte passierte. Ein Gebärmutterhalsabstrich brachte keinen Befund.
    Mir wurde nur erklärt, dass es sich eventuell um eine Entzündung handelt oder die Schleimhaut empfindlich ist…..

    Ein Arzt sagte mir, die verlängerte Menstruation kann auch an der Minisiston liegen, die ich nun seit 8 Tagen einnehme um dann nach 14 Tagen die Downregulierung zu starten…
    Aber was kann ich denn noch unternehmen wenn ich in den kommenden Tagen immer noch meine Tage habe?
    Soll ich das ganze abbrechen und eine Gebärmutterspiegelung machen lassen?

    Eine BS hatte ich letztes Jahr schon. Verschlossene Eileiter und Verwachsungen am Eileiter wurden gelöst. Von der inneren Ansicht der Gebärmutter wurde nichts geschrieben.

    Sorry, aber ich verzweifle gerade daran- nun wohl doch nicht starten zu können. Dem F-Arzt scheint es relativ egal zu sein. Aber ich habe doch nur 3 eventuell zur Hälfte gezahlte Versuche. Von daher möchte ich natürlich die besten Vorraussetzungen für meine 1. IVF! Zum anderen, warte ich allerdings schon ein ganzes Jahr darauf, endlich loslegen zu können, und dann sowas! Was können Sie mir raten?
    Ich entschuldige mich schon mal im Voraus für den langen Text und die vielen, vielen verzweifelten Fragen!!
    LG clara

  4. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    @clara: Nur so als Tip: Solche Fragen stellen Sie besser in unserem Forum, da kommen dann auch schneller Antworten auch von anderen Betroffenen. Eine verlängerete Blutung bedeutet selbstverständlich nicht sofort, dass etwas mit der Gebärmutter nicht in Ordnung ist. Solche Störungen sind in den allermeisten Fällen hormonell bedingt. Blutungen nach Verkehr sind meist auf einen empfindlichen Gebärmutterhals zurückzuführen, der durch die Berührung bluten kann. Mit der Gebärmutterhöhle hat das sicherlich nichts zu tun.

    Zu beiden Phänomenen haben Sie ja passende erklärungen Ihres Arztes bekommen (Minisiston-Nebenwirkung, empfindlicher Gebärmutterhals) denen ich mich nur anschließen kann. Wenn die Blutung länger dauert, dann sollten Sie Ihren Arzt anrufen und fragen, was zu tun ist. Ohne die geplante Therapie und Hormongaben genau zu kennen, kann ich dazu leier gar nichts sagen. Meist lässt sich das aberr problemlos klären auch ohne die Therapie abzubrechen. Schmierblutungen unter der Pilleneinahme sind sehr häufig und eigetnlich ncihts besonderes. Ihrem Arzt ist es nicht egal, er weiß nur, dass es sehr oft so ist nud den Ablauf der weiteren Behandlung nicht stört.

    Alles Gute wünsche ich Ihnen