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Wissenschaft

Fehlinterpretierte Statistiken: Den Gebärstreik gibt es nicht.

Die deutsche Bevölkerung schrumpft. Und die Besorgnis der Politiker wächst und mit ihnen der politische Aktionismus wie an dem mit heißer Nadel gestrickten “Elterngeld”.

Eine Artikelserie der “Zeit” beschäftigt sich auch mit diesem Thema und behauptet das Gegenteil. nun, nicht ganz, versucht aber die Zahlen geadezurücken und neu zu interpretieren.

Doch viele der Daten taugen weder für eine sachliche Diskussion noch für eine solide Politikberatung. Daran ist nicht nur die laienhafte Interpretation der Zahlen schuld. Schon die Daten selbst sind mit Vorsicht zu genießen. [...] Die wahre Zahl der Kinder einer Frau kennt man erst, wenn sie ihre Geburtenphase beendet hat, für die Statistik ist das mit 45 Jahren der Fall. Diese endgültige Geburtenrate, die sich dann für jeden Frauengeburtsjahrgang berechnen lässt, ist eine weitaus verlässlichere Information als die »zusammengefasste Geburtenziffer«. Die aktuellsten Werte der endgültigen Rate gibt es für die Kinder des Mütterjahrgangs 1960. Sie liegen im Westen bei 1,6 und im Osten bei 1,8 Kindern pro Frau. Doch diese endgültigen Geburtenraten will keiner hören, denn für politisches oder gesellschaftliches Handeln kommen sie immer zu spät.

Lesenswert, auch wenn man Gefahr läuft, dabei seine altgewohnten Vorurteile neu überdenken zu müssen. Auch interessant: Audio- und Video-Interviews sowie Datensammlungen über die deutsche Demographie.

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Kommentare

2 Kommentare für “Fehlinterpretierte Statistiken: Den Gebärstreik gibt es nicht.”

  1. Vielen Dank für den interessanten link.
    Leider will das wohl wirklich keiner hören. Insbesondere das sinnvolle Heraufsetzen des Rentenalters. Lieber die Kinderlosen schuldig machen.
    Nella


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    Geschrieben von Nella am 18. Juni 2006 um 10:49
  2. Also ich habe den Artikel diese Woche in der Zeit gelesen und fand ihn wirklich sehr interessant. Die ganze Zeit wird hier herumgejammert, dass die Frauen keine Kinder wollen, das die Deutschen bald aussterben (was ich rein Gefühlsmäßig in meiner Umgebung wirklich nicht bestätigen kann) und dabei basiert das ganze auf Zahlen, die durch ‘intelligentes Raten (!!)’ zustande kommen. So steht es jedenfalls im Artikel. Und auch beim Rest kann man nur den Kopf schütteln, wie da die Zahlen zustande gekommen sind, mit denen die ganze Zeit von Politikern und Medien Stimmung gemacht wird.


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    Geschrieben von Annamirl am 18. Juni 2006 um 13:40

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