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Die übliche Antwort auf diese Frage lautet: “Drei Monate”. Stimmt das so?
Wenn eine Fehlgeburt eingetreten ist, dann stellt sich irgendwann auch die Frage, wie lange man abwarten muss, bevor man erneut versuchen darf, schwanger zu werden. Mit der Begründung, das der Hormonhaushalt sich erst einmal normalisieren muss, bevor man wieder schwanger wird da ansonsten das Risiko einer erneuten Fehlgeburt erhöht ist.
Nun gibt es auch unter Medizinern viele Mythen, die sich fast so hartnäckig halten wie z. B. die Auffassung, das Brustschmerzen ein Schwangerschaftsanzeichen sind. Und diese Wartezeit von drei Monate ist eine der Mythen, die über Jahrzehnte von einer Ärztegeneration zur anderen weitergegeben wurde, ohne dass sie mal jemand überprüft hätte. Irgendwann hatte ich mal eine Schweizer Studie gefunden, die sich genau mit dieser Frage beschäftigte und sie oft zitiert, sie jedoch aus den Augen verloren. Nun habe ich sie wiedergefunden.
In einer retrospektiven Studie untersuchten Schweizer Wissenschaftler, ob eine längere Wartezeit (vier Monate bis zu einem Jahr) nach einer Fehlgeburt das Risiko für weitere Fehl- oder Frühgeburten vermindern hilft. Auch wenn man die Zahl der vorhergehenden Schwangerschaften berücksichtigt, dann betrug das Risiko einer erneuten Fehlgeburt 20% und das unabhängig von der Wartezeit bis zur nächsten Schwangerschaft. Auch das Risiko für Frühgeburten war nicht dadurch beeinflusst.
Unabhängig von der Wartezeit nach einer Fehlgeburt fand sich nur ein Faktor, der mit dem Risiko für weitere Fehlgeburten korrelierte: Hatte eine Frau bereits ein Kind geboren, war die Chance auf einen ungestörten Schwangerschaftsverlauf deutlich höher als bei Frauen ohne ein Kind.
Aus meiner persönlichen Sicht gilt dies jedoch nur für Paare, bei denen eine Schwangerschaft ohne medizinische Unterstützung möglich ist. Diese scheinen es also recht schnell wieder darauf “ankommen lassen zu können”. Ist jedoch eine Kinderwunschbehandlung und gar eine künstliche Befruchtung geplant, dann würde ich dennoch zu einer angemessenen Wartezeit raten. Denn man möchte ja optimale Voraussetzungen für eine solche Behandlung haben und man kann sich kurz nach einer Fehlgeburt nicht sicher sein, ob die Bedingungen für eine Therapie dieser Art so perfekt sind, wie man sich das angesichts des Aufwandes wünschen würde.
Wyss P, Biedermann K, Huch A
Relevance of the miscarriage-new pregnancy interval.
J Perinat Med. 1994;22(3):235-41.
Diese Frage beschäftigt mich auch. Welche Wartezeit halten Sie denn in einem solchen Fall (nach der Geburt eines durch IVF gezauberten Kindes) ganz persönlich für “angemessen”?
Danke.
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Ich fand es damals (FG 7.SSW nach ICSI) ziemlich blöd von der ausschabenden Ärztin, mir zu sagen, ich müsste 3 Monate verhüten. Glücklicherweise sahen Gyn und KiWu Doc das anders. Die 3 Monate habe ich trotzdem fast zusammen bekommen: Etwas mehr als 1 Monat, bis HCG runter war, dann nochmal 1 Monat downregulieren, dann 14 Tage (war das so lange?) stimulieren… geht bei ICSI und IVF ja gar nicht anders… das Resultat sitzt grad neben mir und mampft Schinkennudeln
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Ich könnte mir vorstellen, dass man bei der Wartezeit auch die psychische Komponente berücksichtigen sollte, d.h. wie sehr jemand das fehlgeborene Kind als Kind und nicht nur als Versuch Nr. xyz betrachtet. Kurz gesagt: Je besser die FG verarbeitet, desto leichter der Umgang mit den neuauftretenden Ängsten bei einer neuen ss. Aber das ist nun wirklich von Frau zu Frau verschieden…
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Mir wurde damals nach jeder der 3 FGs gesagt, aus medizinischer Sicht müsse man nur eine normale Monatsblutung abwarten, bevor man es drauf ankommen lassen kann. Gott sei Dank war meine Klinik “modern”, verhütet hätte ich nämlich bestimmt nicht, aber dann ein schlechtes Gewissen gehabt…
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