Kinderwunsch: Nachrichten aus Fach- und Laienpresse

Mehr Fehlgeburten durch Kaffee?

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Bei unerfülltem Kinderwunsch sammelt man im Lauf der Zeit eine lange Liste an guten Ratschlägen, die gut meinende Mitmenschen einem mit auf den Weg geben. Dazu gehört eigentlich immer auch der Rat, auf Kaffee gänzlich zu verzichten. Das ist nicht unbedingt notwendig, wie wir hier schon vor einiger Zeit anhand aktueller Studien zu diesem Thema nachweisen konnten.

Eine weitere Studie, in der ausschließlich IVF-Patienten untersucht wurden, zeigte einen Grenzwert von 4 Tassen täglich. Wer diesen Wert nicht überschreitet, hat keine Nachteile hinsichtlich der Schwangerschaftswahrscheinlichkeit oder der Fehlgeburtenrate zu erwarten.

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Niemand muss auf seinen Morgenkaffee verzichten

Lieber etwas vorsichtiger

Lieber etwas vorsichtiger zu bleiben, raten die Kollegen auf kinderwunsch.com:

Eine aktuelle dänische Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen Fruchtbarkeit und Kaffeekonsum an über 5.000 Frauen, die auf natürlichem Weg schwanger werden wollten. Die Studie ist eine der bislang größten prospektiven zu dieser Thematik. Ein Zusammenhang zwischen Fehlgeburtenrate und Kaffeekonsum vor der Schwangerschaft konnte nicht nachgewiesen werden. Anders jedoch der Zusammenhang mit Kaffeekonsum in der Frühschwangerschaft. Hier fand man ein leicht erhöhtes Risiko für Fehlgeburten bei bereits geringem Kaffee-Genuss (1-2 Tassen). Im Gegensatz zu vielen anderen Studien zu diesem Thema findet sich jedoch keine Dosis-Wirkungs-Beziehung: man müsste ja annehmen, dass ein höherer Kaffee-Konsum auch mit einem höheren Abortrisiko einhergeht. Das ist aber nicht der Fall. Auch die Autoren beschließen ihre Studie mit der Aussage, dass die Frage unbeantwortet bleibt, weil es am Ende Einflussfaktoren geben mag, die in der Risikoberechnung nicht ausreichend berücksichtigt wurden.

Die Wahrheit wird vermutlich zwischen den Extremen liegen. 4 Tassen sind vermutlich etwas zu viel, jedoch ist der vollständige Verzicht auf Kaffee nicht notwendig. Die 1-2 Tassen zum morgendlichen Wachwerden gönnen wir unseren Patienten gerne…


Hahn KA, Wise LA, Rothman KJ, Mikkelsen EM, Brogly SB, Sørensen HT, Riis AH, Hatch EE.
Caffeine and caffeinated beverage consumption and risk of spontaneous abortion.
Hum Reprod. 2015 May;30(5):1246-55.

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