Schnell schwanger werden nach Endometriose-Operation?

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Endometriose kann zu Verwachsungen und Entzündungen im Bauchraum führen. Abgesehen von den sich daraus ergebenden Schmerzen und Beschwerden kann dies auch zu einer verminderten Funktionsfähigkeit der Eileiter und damit zur Kinderlosigkeit führen. Darüber hinaus wird auch ein direkter Einfluss der Endometriose auf die Fruchbarkeit diskutiert, z. B. durch eine Beeinträchtigung der Eizellreifung und damit zusammenhängende immunologische Faktoren.

Wird eine Endometriose-Erkrankung mit einer Bauchspiegelung therapiert und die erkennbaren Befunde entfernt, dann wird gemeinhin empfohlen, möglichst schnell schwanger zu werden. Grundsätzlich ist dies vermutlich richtig, da man nicht sicher sein kann, ob die Endometriose nicht wieder zurückkehrt und den Eintritt einer Schwangerschaft auf normalem Wege stört.

Was aber ist, wenn eine künstliche Befruchtung geplant ist? Dieses Verfahren wird bei einer Endometriose ja relativ schnell gewählt, weil hier der negative Einfluss auf die Fruchtbarkeit deutlich geringer ausfällt als beim Versuch, auf normalem Wege schwanger zu werden. Sollte man dann also auch möglichst schnell behandeln und sinken die Chancen dann mit zunehmendem Abstand zur Operation ab?

Eine Untersuchung amerikanischer Wissenschaftler konnte keinen Beleg für diese Theorie finden. 105 Frauen wurden wegen einer Endometriose operiert und anschließend mit insgesamt 252 IVF-Behandlungszyklen behandelt. Die Hälfte der Patientinnen führte einen Zyklus, ein Viertel zwei Zyklen und ein Fünftel drei Zyklen der dieser Behandlung durch.

Insgesamt waren 31% der Behandlungszyklen erfolgreich. Es fand sich jedoch kein statistischer Zusammenhang zwischen der Zahl der Behandlungszyklen und der Chance auf eine Schwangerschaft. Die Erfolgsraten waren im ersten Versuch also so gut wie im dritten. Auch der Zeitraum, über den sich die Behandlung hinzog, zeigte keinen statistisch signifikanten Einfluss auf die Erfolge. Zwar lag die Schwangerschaftsrate pro IVF-Zyklus nach einem halben Jahr bei 34% und nach 5 Jahren nur noch bei 21%, jedoch war dieser Abfall der Chancen sehr stetig und vermutlich auch durch das zunehmende Alter der Patientinnen beeinflusst.


Es besteht also offenbar kein Grund zur Eile direkt nach einer Endometriose-Operation. Diese Aussage beinhaltet natürlich keine anderen Gründe, die für ein zügiges Vorgehen sprechen. So wird oft nach einer Operation mit einer Downregulation als Nachbehandlung begonnen und es liegt nahe, diese dann auch gleich für eine IVF-Behandlung zu nutzen. Auch wenn aufgrund der Ausdehnung der Erkrankung die Gefahr für ein Wiederauftreten hoch ist, wird man sicherlich eher zu einem schnellen Therapiebeginn mit Hilfe der IVF neigen.

Bedaiwy MA, Falcone T, Katz E, Goldberg JM, Assad R, Thornton J
Association between time from endometriosis surgery and outcome of in vitro fertilization cycles.
J Reprod Med. 2008 Mar;53(3):161-5


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