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Die Endometriose ist eine Erkrankung, die häufig mit einer verminderten Fruchtbarkeit einhergeht. Die Gründe dafür sind vielfältig und im Theorie-Teil dieser Seite nachzulesen.
Ist eine IVF geplant, dann können Endometriose-Zysten am Eierstock störend sein. Neben der entzündlichen Reaktion in ihrer Umgebung auch aufgrund des Drucks, den sie auf das Gewebe des Eierstocks ausüben, was langfristig zu einer verminderten Aktivität des Organs führen kann. Bei einer geplanten künstlichen Befruchtung kann dies zu einer verminderten Eizellausbeute nach der Hormonbehandlung und Punktion führen.
Ist also im Ultraschall vor Beginn der Hormongaben eine solche Endometriosezyste erkennbar, dann stellt sich die Frage, wie man diese am besten beseitigt. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: Man punktiert die Zyste unter Ultraschallsicht (wie dies auch bei der Follikelpunktion geschieht) oder man entfernt die Zyste mit Hilfe einer Bauchspiegelung, was gründlicher ist und zur dauerhaften Beseitigung der Zyste führen kann.
Eine aktuelle Studie untersuchte, ob eine der beiden Methoden der anderen überlegen ist. Dazu wurden 115 ICSI-Behandlungen bei 85 Frauen untersucht.
Alle Patientinnen wurden mit dem gleichen Stimulations-Protokoll behandelt (langes Protokoll).
Die Zusammensetzung der Gruppen war gleich bis auf einen etwas höheren Altersdurchschnitt in der Gruppe II im Vergleich zur Gruppe I. Ob dadurch oder durch einen bestehenden Zystenrest nach Punktion war die Zahl der Follikel in der Gruppe II niedriger als als in der Kontrollgruppe (III). Ein höherer Hormonbedarf bestand in der Gruppe I im Vergleich zur Kontrollgruppe und führte zu weniger Eizellen.
Zusammenfassend war die Reaktion auf die Stimulation bei den vorbehandelten Endometriosepatientinnen schlechter als in der Gruppe der Frauen ohne Endometriose. Jedoch war die Zahl der reifen Follikel (> 15 mm), der reifen Eizellen, die Befruchtungsrate und die Schwangerschaftsrate in allen drei Studiengruppen gleich.
Interessant wäre noch gewesen, was bei Frauen passiert, die eine Endometriosezyste aufweisen und bei denen die Zyste einfach belassen wird. Die Vermutung ist naheliegend, dass es hier zu einer verminderten Eizelleausbeute am betroffenen Eierstock gekommen wäre, evtl. auch in Abhängigkeit von der Größe des Befundes.
Aber wie das so ist mit den Vermutungen: Genau diese Fragestellung wurde in einer älteren Studie untersucht und hier zeigte sich Vergleich zu Frauen ohne Endometriose oder Frauen mit Endometriose aber ohne eine Zyste am Eierstock kein Unterschied in den Schwangerschaftsraten.
Fasst man die Aussagen der beiden Studien zusammen, dann kommt man zu folgendem Gesamtergebnis:
Dass die praktischen Erfahrungen im Behandlungsalltag dieses Ergebnissen oft widersprechen, ist ein Phänomen, welches einem immer wieder bei der Lektüre wissenschaftlicher Literatur begegnet.
Cirpan T, Akercan F, Tavmergen Goker EN, Ozyurek E, Levi R, Tavmergen E
Laparoscopic resection or sonography-guided vaginal aspiration of endometriomas prior to ICSI-ET does not worsen treatment outcomes.
Clin Exp Obstet Gynecol. 2007;34(4):215-8.
Ist ja interessant dieser Artikel. Er bestätigt auch meine persönliche Erfahrungen. Mir wurden im letzten August per Bauchspiegelung an beiden Eierstöcken Endometriose-Zysten entfernt. Im November begann dann die erste ICSI-Behandlung. Ich habe insgesamt 18 Tage stimulieren müssen und eine Ausbeute von 7 punktierten Follikel, von denen 4 mit Eizellen gefüllt waren und 3 Eizellen konnten erfolgreich befruchtet werden.