Endometriose: Pille verhindert neue Zystenbildung


Die Endometriose führt recht häufig zum Auftreten von Zysten am Eierstock (Schokoladenzysten, Endometriome), die oft mit Hilfe der Bauchspiegelung operativ entfernt werden. Leider neigt die Endometriose nicht selten dazu, wieder zurückzukehren und neue Zysten sind die Folge.

Daher wird nach solchen Eingriffen gelegentlich eine medikamentöse Nachbehandlung empfohlen. Obwohl die Endometriose auf Östrogengaben mit einer Verschlimmerung des Zustands reagiert, ist auch die Gabe von oralen Kontrazeptiva („Pille“) eine der Behandlungen, die man einem solchen Eingriff folgen lässt.

Ob dies tatsächlich ein Wiederauftreten der Endometriose verhindert, war die Fragestellung einer Studie, die italienische Wissenschaftler durchführten. 277 Patientinnen wurden Endometriosezysten entfernt und anschließend eine Nachbehandlung mit einer Pille empfohlen. 102 Frauen ohne Kinderwunsch nahmen die Pille über einen langen Zeitraum und durchgehend, 129 Frauen nahmen das Medikament mit Pausen und 46 Frauen lehnten diese Nachbehandlung ab.

Die weitere gesundheitliche Entwicklung wurde alle 6 Monate mit Ultraschall nachuntersucht, durchschnittlich über einen Zeitraum von 28 Monaten. Bei 74 (27%) Frauen traten erneut Zysten auf. Bei einer Nachbehandlung mit der Pille blieben 94% der Frauen im Nachbeobachtungszeitraum von weiteren Endometriosezysten verschont, während in der Gruppe derer, die keine Pille nahmen, nur die Hälfte keine weiteren Zysten entwickelten. Dieser Unterschied war statistisch signifikant und Autoren kommen daher zu dem Schluss, dass die Gabe einer Antibabypille das Wiederauftreten von Endometriosezysten verhindern kann.

Bei Kinderwunsch ist dies sicherlich keine sinnvolle Therapie. Könnte man denken. Jedoch kann es sinnvoll sein, Behandlungspausen oder längere Vorbereitungszeiträume mit einer Pillengabe zu überbrücken. Wobei man Kombinationspräparate wählen und diese durchgehend geben sollte, denn eine regelmäßige Abbruchblutung ist nicht notwendig und im Falle einer Endometrioseerkrankung vermutlich sogar eher kontraproduktiv.

Vercellini P, Somigliana E, Daguati R, Vigano P, Meroni F, Crosignani PG
Postoperative oral contraceptive exposure and risk of endometrioma recurrence.
Am J Obstet Gynecol. 2008 May;198(5):504.e1-5.


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Kommentar

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7 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Greta schreibt

    Jaaaaa – genau das drucke ich meiner Doc aus. Abbluten nicht nötig *g*

    Meine Beschwerden habe ich NUR beim Bluten. Was erheblich nervt.

    Greta

  2. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    @Greta: Der letzte Satz ist meine persönliche Meinung und bitte von den Studienergebnissen abzugrenzen 😉

  3. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    hallo greta,

    also ich habe etwa 4 monate nach der entbindung den natürlichen zyklus kreisen lassen…nebst PMS, endobeschwerden, der ganze schlamassel eben 🙁
    nehme jetzt seit 1,5 jahren die pille (vielllll gestagen und minimal östrogen) durchgehend; abgesehen davon dass es so kosten intensiver ist…keine beschwerden mehr in richtung endo 😉
    ist nur zu empfehlen – ehrlich.

  4. Elmar Breitbach
    Greta schreibt

    Reaba, pn mir doch mal, welche. Ich hab gerad einen Nuvaring…

  5. Elmar Breitbach
    Osela schreibt

    Ich habe per Kaiserschnitt entbunden und dabei wurden einige Herde entfernt. Zuerst habe ich zur Verhütung eine 3-Monats-Spritze bekommen. Da ich diese jedoch schlecht vertragen habe, nehme ich seither eine Mikropille durchgehend. Bisher hatte ich noch keine Blutungen und somit auch noch keine Endo-Schmerzen. Das ist so wirklich sehr erträglich.
    Ich hoffe nun, dass diese Therapie doch auch dazu beiträgt, dass es mit dem 2. Kind dann schneller klappen kann (Endo ist bei uns der einzige Grund für die KiWu-Behandlung).

  6. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    Greta, ist ja kein belang der nationalen sicherheit oder so 😀
    ich nehme die valette…lt. meinem gyn eh gut um endo in schach zu halten und auch exzelent zum durchnehmen geeignet…ist sowas wie die "grosse schwester" der cerazette…daran stört mich die punktgenaue einnahme und die doch hohe neigung zu SBs….braucht frau in unserem alter ja nu alles nicht 😉

  7. Elmar Breitbach
    Greta schreibt

    Hm, ja, ich hab nämlich auch vor, diesen Sommer NICHT mehr zu bluten – einmal seit Januar hat für weitere 5 Monate schmerztechnisch durchaus gereicht 🙁

    Danke und Grüße gen Westen von
    Greta