„Spenderfamilien“ haben keine Probleme mit ihrer Entstehung

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Ist eine Familie, die durch die Verwendung von gespendeten Spermien oder Eizellen entstand, durch diese Vorgeschichte belastet? Gibt es psychische Probleme bei Kindern oder Eltern durch diese Art der Zeugung? Auf dem Jahrestreffen der Amerikanischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin (ASRM) wurden dazu die Ergebnisse einiger Studien vorgestellt.

Single Mütter: Ambivalent wegen fehlendem Vater

Die erste Studie aus Cambridge führte eine Befragung per Interview und Fragebogen bei 1003 Frauen durch, die durch Samenspende Mütter geworden sind. 51 davon waren Single-Mütter, die anderen lebten in einer Beziehung. Alle befragten Single-Mütter zeigten in ihren Antworten eine gewisse Ambivalenz gegenüber ihrer eigenen Entscheidung,sich den Kinderwunsch mit Spenderspermien zu erfüllen. Das Fehlen eines Vaters für die Kinder wurde von den Frauen als Manko empfunden. Bezüglich der Qualitäten als Eltern oder hinsichtlich des kindlichen Wohlbefindens gab es jedoch keine Unterschiede zwischen den beiden Gruppen.

Teenager haben keine Probleme mit der Art ihrer Zeugung

Eine weitere Studie der gleichen Forschergruppe konzentrierte sich auf die psychologische Entwicklung von Heranwachsenden, die auf verschiedene Weise gezeugt wurden: Auf natürlichem Wege (57 Familien), Durch Eizell-(28 Familien) oder Spermienspende(31) oder mit Hilfe der Leihmutterschaft (29). Mit Hilfe von strukturierten Fragebögen wurde nach dem psychologischen Befinden von Kindern und Eltern sowie dem familiären Zusammenhalt gefragt. Es fanden sich bei den untersuchten Gruppen nur geringfügige Unterschiede. Die ersten Ergebnisse zeigten, dass die Kinder im Teenageralter keine Unterschiede in ihrer psychologischen Entwicklung aufwiesen, unabhängig von der Art ihrer Zeugung.

Wie wichtig ist Genetik für das Funktionieren einer Familie??
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Welche Rolle spielt das Alter bei der Eizellspende?

Eine weitere Studie aus Kalifornien erforschte das Befinden von Müttern, die durch eine Eizellspende schwanger wurden. Es wurde mit Hilfe eines Fragebogens nach der körperlichen und psychischen Verfassung der betroffenen Frauen gefragt und dabei vor allem das Alter der Frauen berücksichtigt. Die Ergebnisse von Frauen über 50 Jahren unterschieden sich nicht von denen ihrer jüngeren Vergleichsgruppe.

Familien sind Familien

Die Präsidentin der ASRM, Rebecca Z. Sokol, kommentierte diese Ergebnisse: „Es ist erfreulilch, dass Familien, die auf medizinische Unterstützung bei ihrer Entstehung angewiesen sind, unter diesem Umstand psychologisch nicht leiden. Es scheint so, dass Familien halt Familien sind.“


ASRM Annual Meeting 2015 Baltimore
O-103 S. Zadeh et al “Quality of Parenting, Mother and Child Wellbeing and “Daddy talk” in Single Parent Families Formed Through the use of Donor Insemination”
O-65 E. Ilioi et al “A Longitudinal Study of Families Created by Reproductive Donation: Follow-Up at Adolescence
P-726 E. Davenport et al “Motherhood after Age 50: Long-Term Follow up of Physical and Mental Well-Being of Women Who Became Mothers through Oocyte Donation”



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Kommentar

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3 Kommentare

  1. Rebella schreibt

    Na bitte. – Sag ich doch schon immer.

  2. Anya schreibt

    Mein Reden! In ein paar Jahren werden die anderen Follow-up-Studien ja auch Ergebnisse haben, und ich bin mir sicher, auch da kommt das selbe raus. Familien sind Familien, egal in welcher Konstellation.

  3. Eko schreibt

    Wir haben zwei Kinder mit Hilfe von Eizellspende. Anfangs habe ich schon mit mir gehadert, daß es nicht meine Gene waren, die ich da weitergebe. Das wurde besser, je mehr Zeit verging. Inzwischen sind die beiden 5 und 7 und es spielt keine Rolle mehr für mich. Aber ich bin völlig unsicher, ob ich es meinen Kindern sage oder nicht. Und wenn ja, wann? Spielt es für sie eine Rolle? Ich habe Angst, sie erzählen es dem Falschen und werden dann gemieden. Wir leben auf einem Dorf, da sind die Menschen teilweise doch noch etwas engstirnig. Andererseits haben sie ja auch ein Recht, ihren Ursprung zu kennen. Oder??