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Übergewicht kann die Fruchtbarkeit nachhaltig beeinträchtigen. Vor allem im Zusammenhang mit dem PCO-Syndrom ist es von Bedeutung und oft die Ursache dieser hormonellen Störung. Aber auch wenn das Ausbleiben des natürlichen Eisprungs keine wesentliches Problem darstellt, weil eine Reagenzglasbefruchtung durchgeführt wird hat das Übergewicht einen negativen Einfluss auf die Erfolgsraten, wobei nicht unerwähnt bleiben soll, dass es da auch andere Studienergebnisse gibt, die dies nicht bestätigen.
Eine neue Studie gibt möglicherweise eine Erklärung für diese unterschiedlichen Aussagen, denn der Einfluss des Übergewichts auf das Ergebnis eine IVF-Behandlung scheint altersabhängig zu sein. Eine amerikanische Gruppe von Wissenschaftlern untersuchte den Zusammenhang von Bodymass Index (BMI) und Schwangerschaftsraten bei IVF anhand von 1273 Behandlungszyklen, wobei jeweils immer nur der erste bei jeder Patientin in die Studie einfloss.
Analysierte man die Ergebnisse dieser Behandlungen zusammengefasst, dann war der Einfluss des BMI auf die Schwangerschaftsrate nur gering. Bezog man das Alter der Frauen jedoch als weiteren Faktor mit in die Analyse ein, dann fiel auf, das sich ein signifikanter negativer Einfluss des hohen Körpergewichts nur bei jüngeren Frauen finden ließ und mit zunehmendem Alter nachließ.
Als Altersgrenze wurden von den Wissenschaftlern 36 Jahre angegeben. Ab diesem Alter wurden die Ergebnisse der künstlichen Befruchtung vom Körpergewicht nicht mehr beeinflusst und Übergewicht spielte also keine wesentliche Rolle mehr.
Drei Studien, drei Meinungen. Wie ich bereits in einem der oben erwähnten Artikel schrieb: Es mag sein, dass die IVF-erfolgsrate (unter bestimmten Umständen) unter dem Körpergewicht weniger leidet als bisher angenommen. Jedoch sollte man im Hinblick auf eine geplante Schwangerschaft darauf achten, das der BMI nicht zu hoch ist, da sich durch ein normales Körpergewicht viele Schwangerschaftskomplikationen vermeiden lassen
Sneed ML, Uhler ML, Grotjan HE, Rapisarda JJ, Lederer KJ, Beltsos AN
Body mass index: impact on IVF success appears age-related
Human Reproduction 2008 23(8):1835-1839
Aus meiner Erfahrung mit einem (leider noch) recht hohen BMI (Behandlungsalter Anfang bis Mitte dreißig) wurde ich bei drei Behandlungen (2002-2006) dreimal schwanger inkl. 3 Geburten. Eine Gestose hatte ich nur in der ersten Schwangerschaft, dies ist also auch kaum gewichtsabhängig. SS-Diabetes trat zum Glück gar nicht auf; bin auch keine PCO-Patientin.Es gibt in HH eine renommierte Praxis, die lehnt von vornherein Frauen mit höherem Gewicht (dort wird eine BMI-Grenze festgelegt)prinzipiell ab, was frustrierend für die Patientinnen ist.Daß Übergewicht nicht gesund ist, wissen wir alle, aber das allein darf kein Grund sein für die Ablehung einer Patientin, weil sie eventuell die Erfolgsstatistik negativ beeinflussen könnte. Zum Glück war ich von Anfang an in den richtigen Händen
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@bibab: Sicher gibt es auch gute Erfahrungen trotz eines hohen BMI und die pauschale Ablahnung einer Behandlung finde ich auch nicht unbedingt sinnvoll, jedoch im Einzelfall schon, wenn die Chancen deutlich niedriger sind und die Risiken für eine Schwangerschaft absehbar, weil z. B. bereits Insulinresistenz und Hochdruck bestehen.
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Ja ok, bei Vorerkrankungen wie schwere Diabetes oder Bluthochdruck ist eine Hormonbehandlung/Schwangerschaft sicherlich nicht ratsam und eine Gewichtsreduktion erforderlich, das sehe ich ein.
Eine pauschale Ablehnung wegen eines “nur” zu hohen BMI sähe ich aber als Diskriminierung ;-).
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Ab welchem BMI konnte sich denn ein signifikanter negativer Einfluss des hohen Körpergewichts feststellen?
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