Eileiterschwangerschaft: Wann ist die Gefahr vorüber?


Eine Eileiter- schwangerschaft tritt nach einer Kinderwunsch- behandlung etwas häufiger auf als bei einer normalen Befruchtung und daher ist es bei einem positiven Schwangerschaftstest unbedingt notwendig, den Verlauf des Schwangerschafts- hormons zu kontrollieren, bis eine Fruchthöhle in der Gebärmutter per Ultraschall den richtigen Sitz der Schwangerschaft nachweist.

Sind die Hormonwerte zu Beginn niedrig und steigen nur langsam an, dann kann dies ein Hinweis auf eine Eileiterschwangerschaft sein. Man wird jedoch nicht gleich versuchen, diese Verdachtsdiagnose aktiv zu bestätigen, denn dies wäre nur mit Hilfe einer Bauchspiegelung möglich. Meist wird man in solchen Fällen abwarten und die Konzentration des Schwangerschaftshormons im Blut kontrollieren. Sinkt der Wert, dann ist von einer nicht intakten Schwangerschaft auszugehen, die in einem Abort endet. Dabei ist es unerheblich, ob sie sich im Eileiter oder in der Gebärmutter befindet.

Wann besteht keine Gefahr mehr?
Eine Eileiterschwangerschaft kann bei fortbestehendem Wachstum Blutgefäße im Eileiter angreifen und dann zu einer lebensbedrohlichen Blutung in den Bauchraum führen („Ruptur“). Es stellt sich nun die Frage, ab welchen Konzentrationen das Schwangerschaftshormons diese Gefahr nicht mehr besteht.

In den meistens Labors ist die Nachweisgrenze mit 5 IU/l angegeben. Liegt der hCG-Wert niedriger, dann kann man davon ausgehen, dass eine Schwangerschaft nicht (mehr) vorliegt und auch die Gefahr einer Eileiterschwangerschaft ausgeschlossen ist. Oft wird ab Unterschreiten von 10 oder gar 20 IU/l davon ausgegangen, dass ein Abort stattgefunden hat und die Kontrollen werden demzufolge beendet.

Keine Gefahr besteht erst bei negativem hCG-Wert
Das kann gefährlich sein. Ich erinnere mich an mehrere Patientinnen, deren Schwangerschaftshormonwerte bereits Journal of Reproductive Medicine sogar über zwei Fälle berichtet, bei denen es zu einer Ruptur der Eileiter kam, obwohl die hCG-Werte kleiner als 10, jedoch nicht negativ waren.

Diese Fälle zeigen, dass die Gefahr, die von einer Eileiterschwangerschaft ausgeht, nicht zwingend mit der Höhe des hCG-Wertes im Serum korreliert und daher die Werte bis unterhalb der Nachweisgrenze verfolgt werden sollten.

Fu J, Henne MB, Blumstein S, Lathi RB
Rupture of ectopic pregnancy with minimally detectable beta-human chorionic gonadotropin levels: a report of 2 cases.
J Reprod Med. 2007 Jun;52(6):541-2


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