Eileiter verschlossen. Wie sicher ist diese Diagnose?

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Die beste Methode, die Durchlässigkeit der Eileiter zu untersuchen, ist die Bauchspiegelung. Diese Methode ist jedoch nicht immer gewünscht oder primär notwendig, denn schließlich handelt es sich dabei um einen operativen Eingriff.

Daher werden alternativ oft bildgebende Verfahren angewendet wie die Röntgendarstellung der Eileiter oder die mit Hilfe einer speziellen Ultraschalluntersuchung, die hinsichtlich ihrer Aussagekraft relativ identisch sind.

Wie zuverlässig sind die Ergebnisse dieser beiden letztgenannten Verfahren? Oder anders gefragt: Wenn sich dabei eine Verschluss der Eileiter zeigt, sollte man dann deswegen eine IVF-Behandlung durchführen?

In Bezug auf die Röntgendarstellung wurde dies in einer aktuell publizierten Studie untersucht. In einer retrospektiven Untersuchung wurde der weitere Behandlungsverlauf von Patientinnen mit verschlossenen Eileitern in der Röntgenuntersuchung (HSG=Hysterosalpingographie) analysiert.

  • Nur in 29% der Fälle, in denen die Voruntersuchungen auffällige Befunde der Eileiter ergaben, fand man beidseits verschlossene Eileiter in der Bauchspiegelung und musste daher eine IVF-Behandlung durchführen.
  • Bei 48% der Frauen wurde eine Insemination durchgeführt, nachdem sich in der Bauchspiegelung mindestens ein Eileiter unauffällig präsentierte.
  • Bei 23% der Frauen wurden im Rahmen der Bauchspiegelung Endometriose oder Verwachsungen entfernt und anschließend ebenfalls eine Insemination veranlasst.
  • Erschienen beiden Eileiter in der Röntgenuntersuchung verschlossen, dann konnte dieser Befund nur in knapp der Hälfte der Fälle bestätigt werden (48%) und resultierte dann in einer künstlichen Befruchtung.

Insbesondere bei beidseitigen Verschlüssen in der HSG korrespondierte dieser Befund nur selten mit den Ergebnissen der später durchgeführten Bauchspiegelung und es ist daher dringend anzuraten, dass man solche Befunde immer erst durch eine Bauchspiegelung bestätigt (oder ausschließt), statt gleich eine IVF-Behandlung durchzuführen. Die gleiche Schlussfolgerung lässt sich so auch durchaus auf die Eileiteruntersuchung per Ultraschall übertragen.

Tanahatoe S, Lambalk C, McDonnell J, Dekker J, Mijatovic V, Hompes P.
Diagnostic laparoscopy is needed after abnormal hysterosalpingography to prevent over-treatment with IVF.
Reprod Biomed Online. 2008 Mar;16(3):410-5


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Kommentar

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3 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Vanity schreibt

    Find ich sehr interessant und kann es aus pers. Erfahrung bestätigen. Bei der Echovist waren bd. EL "verschlossen" und bei der BS bd. offen. Hab damit gar nicht gerechnet und war sehr überrascht.

  2. Elmar Breitbach
    Berlinkind schreibt

    Bei mir wurde bei einer Bauch-OP ein Eierstock entfernt und dabei gleich die Funktion der Eileiter geprüft mit genannter Methode mit der blauen Flüssigkeit.Beide Eileiter waren verschlossen!!Ich begann mit ICSI die beim 3.Versuch erfolgreich mit Zwillis endete,heute 4 Jahre alt.
    Nun bin ich spontan schwanger geworden und weiss gar nicht wie das möglich sein konnte.Wie auch immer,jetzt kommt das dritte Kind,wir freuen uns riesig über dieses kleine Wunder…

  3. Elmar Breitbach
    lukas 18,27 schreibt

    Ich hatte es genau umgekehrt. Echovist zeigte beide Eileiter durchgängig, die BS ein halbes Jahr später zeigte beide verschlossen bzw bei einem kam auf Druck tröpfchenweise etwas raus. Jetzt probieren wir es mit IVF.