Behandlungskostenerstattung bei IVF und ICSI

8

Für viele Paare stellen die Kosten der künstlichen Befruchtung eine kaum zu überwindende Hürde dar. Bei gesetzlich Versicherten muss man mit einer Eigenbeteiligung von ca. 1500 Euro pro Behandlung rechnen. Während dies in den für die GKV geltenden Richtlinien recht eindeutig geklärt ist, sind andere Versicherungskonstellationen sehr viel komplizierter.

Denn bei den gesetzlichen Kassen gilt das sogenannte „Körperprinzip“ (=erstattet werden die Kosten, die bei der Behandlung des Versicherten auftreten) während bei den privaten Krankenkassen das „Verursacherprinzip“ gilt. Bei letzterem werden alle Kosten übernommen, wenn der Verursacher privat versichert ist. Eine klassische Konstellation stellt dabei der privat versicherte Mann mit schlechtem Spermiogramm dar, dessen Versicherung auch die Kosten für die notwendige Hormonbehandlung bei der Frau übernimmt, wenn eine ICSI durchgeführt werden muss.

Darüber hinaus gibt es jedoch viele weniger eindeutige Konstellationen, welche dazu führen können, dass die betroffenen Paare auf eine Unterstützung seitens der Krankenkassen verzichten müssen oder zumindest große Probleme haben, die berechtigten Ansprüche gegenüber der Versicherung durchzusetzen.

Eine gute Zusammenfassung der Kostenübernahme-Probleme und ihrer rechtlichen Hintergründe findet man in einem Artikel der Zeitschrift „Reproduktionsmedizin und Endokrinologie“ aus dem letzten Jahr. Sicherlich ist es nicht möglich, im Rahmen eines solchen Beitrags auf jeden einzelnen Problemfall im Speziellen einzugehen, aber einen guten Überblick kann man dort finden. Autor dieses Artikels ist Ralf Nauert, der sich als Fachanwalt für Versicherungsrecht auch speziell den Problemen der Kinderwunschpaare widmet.

Nauert R
Behandlungskostenerstattung bei IVF/ICSI in Deutschland – eine aktuelle Betrachtung
Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie, 2007; 4(4), 185-188.



Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

8 Kommentare

  1. Rebella schreibt

    RA Wucherpfennig aus Münster, der auf dem Wunschkinder.net-Treffen in Hannover war, kennt sich da ja auch wunderbar aus. …

  2. Ute schreibt

    Kann ich zwar nichts Sinnvolles zu beitragen, aber eins wollte ich dennoch loswerden:

    Happy Birthday, lieber Doc! :-)))

  3. Maria schreibt

    Lieber Dr. Breitbach,

    da hänge ich mich auch noch schnell ran, eh der Tag vorbei ist:
    herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag und vielen Dank für Ihr Engagement. Man sollte Sie eigentlich mal für das Bundesverdienstkreuz vorschlagen, denn was sollte wir ohne Sie (und das Team) und diese Seite machen?
    Viele Grüße
    Maria

  4. Rebella schreibt

    Oh, das habe ich in den 7 Jahren, die ich hier bin, bisher nicht mitbekommen. (Schande!)

    Dann mal auch von mir einen Herzlichen Glückwunsch, lieber Doc! Auf dass Sie sich heute mal von uns erholen und einen netten Tag hatten.

  5. nila schreibt

    Hallo,
    würd mich riesig freuen einen Tip bzw.Info zu bekommen.Wir sind noch Kinderlos da mein Mann eine Prostata-Op hinter sich hat.
    Haben aber vorher Spermien einfrieren lassen.
    Meine Frage wer kann uns Infos geben,wie das mit den Versicherungen läuft.(Bzw.auf was wir achten müssen)Er ist Privat versichert 41Jahre Ich gesetzlich 38 Jahre.Im voraus vielen Dank

  6. Elmar Breitbach schreibt

    @ Ute, Maria und Rebella: *peinlich* Am 11.10. bin ich in den Urlaub gefahren und habe die Kommentare im Blog nicht dann mehr gelesen. Also nachträglich: Herzlichen Dank!

    @ nila: Wenn Die Ursache der Kinderlosigkeit die schlechten Spermien sind und Sie verheiratet, dann sollte die Kasse Ihres mannes die Kosten komplett übernehmen (Verursacherprinzip)

  7. nila schreibt

    Hallo Elmar ,
    danke für die Antwort.
    Nicht die schlechten Spernien sind das Problem sondern durch die Prostata op kann mein Mann keine Kinder mehr auf normalem Weg zeugen.Ja wir sind verheiratet.
    Grüsse

  8. Elmar Breitbach schreibt

    @nila: OK, aber das ändert nichts, da es nach dem „Verursacherprinzip“ geht und der Kinderlosigkeit die Folgen der Prostata-OP zugrundeliegen.