Beeinflussen Schmerzmittel die Fruchtbarkeit?

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Muss man Schmerzen aushalten, wenn man schwanger werden möchte? Eine große Studie zeigt, dass auch Frauen mit Kinderwunsch Schmerzmittel nehmen dürfen.

Kinderwunsch: Keine Drogen, kein Alkohol, keine Medikamente?

Die Empfehlungen für Frauen mit Kinderwunsch sind im Prinzip ziemlich klar: Man sollte möglichst alles vermeiden, was Einfluss auf die Fruchtbarkeit nehmen könnte. Bai vielen Substanzen herrscht Einigkeit: Nikotin, zuviel Alkohol und Kalorien verlängern den Weg zur Schwangerschaft. Auch wenn es schwierig ist: Diese Fruchtbarkeitskiller wegzulassen ist mit Sicherheit gesund und somit das Gegenteil von schädlich.

Nun gibt es aber auch Medikamente, die gelegentlich notwendig werden können und zu den am meisten verwendeten – weil auch frei verkäuflichen – gehören Medikamente gegen Schmerzen. Paracetamol und Iboprofen führen die Liste der Schmerzmittel mit Abstand an, Aspirin wird wegen des Blutungsrisikos inzwischen eher seltener genommen. Was macht das  mit der Fruchtbarkeit?

Die Rate an Fehlgeburten scheint nicht erhöht zu sein, wie in einer anderen, sehr umfangreichen Studie nachgewiesen werden konnte. Was ist jedoch mit dem Schwangerwerden?

Schmerzmittel und 2.500 Frauen mit Kinderwunsch

Wissenschaftler aus Boston und Dänemark untersuchten Frauen mit Kinderwunsch auf dem Weg zur Schwangerschaft mit Hilfe von Fragebögen. 2.573 Frauen zwischen 21 und 45 füllten dabei zweimonatlich einen Fragebogen aus, entweder bis zum Eintritt einer Schwangerschaft oder über einen Zeitraum von 12 Monaten. Dabei wurde auch der Gebrauch von Schmerzmedikamenten abgefragt. Unter Berücksichtigung der Vorgeschichte, des Alters und gynäkologischer Vorerkrankungen wurde dann der Einfluss der Schmerzmittel auf die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden untersucht.

Paracetamol, Ibuprofen und Aspirin

Diese drei Medikamente wurde am häufigsten eingenommen und daher ließ sich der Einfluss auf die Fruchtbarkeit statistisch gut erfassen. Alle drei Substanzen beeinträchtigten diese nicht. Für Freunde der Statistik: Paracetamol (FR 1,04, 95% KI: 0,92-1,18), Aspirin (FR 1,00, 95% KI: 0,80-1,25) Ibuprofen (FR 1,00, 95% KI: 0,89-1,11), wobei „FR“ für Fruchtbarkeitsrate steht und 1,0 für absolut keinen Unterschied zu Frauen ohne Medikamenteneinnahme und „KI“ für Konfidenzintervall.

Die Zahl der Frauen, die Opioide nehmen mussten, war zu klein für eine sichere Aussage. Jedoch ist hier möglicherweise eine Verminderung der Schwangerschaftswahrscheinlichkeit zu erwarten.

Zusammenfassend lässt sich also sagen: Wer Schmerzen hat, muss nicht zusätzlich auch noch ein schlechtes Gewissen oder Sorgen wegen der Medikamente haben.

McInerney KA, Hatch EE, Wesselink AK, Rothman KJ, Mikkelsen EM, Wise LA
Preconception use of pain-relievers and time-to-pregnancy: a prospective cohort study.
Hum Reprod. 2016 Nov 5. [Epub ahead of print]



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Kommentar

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2 Kommentare

  1. stubbornstar schreibt

    Bei welcher Dosierung?
    NSAR als Dauertherapie galten bisher laut Studienlage als Nachteilig für eine Empfängnis.

  2. Elmar Breitbach schreibt

    Da es eine empirische Studie war, sind die Dosierungen unterschiedlich – ebenso die verwendeten Präparate. Ausgehend von einer statistischen Normalverteilung wird die Zahl der Frauen unter Dauertherapie eher gering gewesen sind