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Wird festgestellt, dass die Kinderlosigkeit eines Paares vor allem durch eine schlechte Spermienqualität bedingt ist, dann stellt sich die Frage nach den Verbesserungsmöglichkeiten. Finden sich konkrete Ursachen für die eingeschränkte männliche Fruchtbarkeit, dann lässt sich dies gelegentlich medizinisch behandeln, die Frage nach Möglichkeiten als Mann selbst etwas zur Verbesserung beizutragen, bleibt jedoch auch in diesen Fällen bestehen.
Es gibt zu diesem Thema viele Ratschläge. Einige sind gut und wichtig andere eher den Mythen zuzuordnen, wenngleich sie in der Laienpresse oder Internetforen immer wieder als faktisch richtig aufgezählt werden. Hier soll nun mal die die Spreu vom Weizen getrennt werden.
Der negative Einfluss des Nikotin auf die männliche Fruchtbarkeit konnte in vielen Studien nachgewiesen werden. Exemplarisch sei daher hier auf eine Studie aus dem letzten Jahr verwiesen. Die Auswirkungen sind immer deutlich dramatischer als es jeder Raucher vielleicht wahrhaben möchte.
Anzahl und Konzentration der Spermien werden durch den Nikotinkonsum vermindert, die Beweglichkeit und die Funktionsfähigkeit der Spermien leiden ebenfalls. Auch die Zusammensetzung des sogenannten Seminalplasmas, also der Flüssigkeit, in der die Spermien schwimmen, ändert sich. Professor Wolfgang Schulze, Androloge am Uniklinikum Hamburg sagt daher auch: „Das Rauchen aufzugeben erhöht die Chance, ein Kind zu zeugen, um 30 Prozent“.
Es sei auch erwähnt, dass die mitrauchende Partnerin in ihrer Fruchtbarkeit beeinträchtigt wird, wodurch sich der Effekt noch verstärkt.
Die Empfehlung zu einer gesunden Ernährungssweise ist banal, aber extrem wichtig. Das beginnt schon damit, dass man(n) auf sein Körpergewicht achten sollte, da Übergewicht einen negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben kann.
Bekannt ist auch, dass viele Sojaprodukte östrogenähnliche Substanzen enthalten, die einen negativen Einfluss auf die Spermienproduktion haben können. Diese negative Wirkung bestätigt auch eine irische Studie des Royal Victoria Hospital in Belfast. Die Wissenschaftler raten zu weniger Soja, wenn Männer bezüglich ihrer Spermaqualität Probleme haben. Die Aufnahme dieser Sojaprodukte muss nicht immer bewusst erfolgen, sondern kann auch geschehen, wenn man Lebensmittel zu sich nimmt, in dem das billige Soja als Fleischersatz (z. B. Tiefkühlpizza) beigemengt ist.
Es gibt aber auch mögliche positive nahrungsbedingte Einflüsse auf die Spermienqualität, hier sind vor allem die bestimmte Vitamine zu nennen. Die antioxidativ wirkenden Vitamine C und E sollen sich in hochdosierter Form positiv auf die Fruchtbarkeit des Mannes des Mannes auswirken. Gleiches gilt für die Folsäure, die Vitamine B6 und B12, Zink sowie Selen. Diese Nahrungsergänzungsmittel sind billig und nebenwirkungsfrei, es ist daher auch weniger von Bedeutung, dass ihre Wirksamkeit umstritten ist, einen Versuch ist es allemal wert.
Einem gelegentlichen und maßvollen Alkoholkonsum wird sogar eine positive Wirkung bescheinigt, ab 40 Gramm Alkohol pro Tag (etwa 1 Liter Bier oder 0,5 Liter Wein) ist allerdings mit negativen Folgen zu rechnen.
Ähnliches ist zum Konsum von Kaffee zu sagen. Auch dieser scheint die Beweglichkeit der Spermien eher zu verbessern. Zumindest scheint er nicht schädlich zu sein.
Regelmäßiger Sport ist gesund und das dient auch der Fruchtbarkeit. Beim Mann verbessert es auch die Produktion von Testosteron, was sich wiederum auch auf die Produktion der Spermien auswirken kann.
Aber auch beim Sport gilt: Zuviel ist ungesund. Bei extrem ausgeführtem Ausdauertraining kommt es zu einer Verminderung der Spermienproduktion und der Testosteronwerte. Eine erhöhung der Trainingsintensität in kürzeren Intervallen (max. 90 Minuten) kann hier jedoch Abhilfe schaffen.
Häufig wird Rennradfahren aufgrund der ungünstigen Position auf dem Rensattel als negativer Faktor für die männliche Fruchtbarkeit benannt. Hierzu gibt es jedoch eine Untersuchung, die zeigt, dass diese Befürchtungen den “Mythen” zugeordnet werden kann:
Dr. Frank Sommer, Urologe an der Uniklinik Köln, stellte auf dem Kongreß für Sportmedizin in Rothenburg an der Fulda im Jahre 2002 eine Studie mit 101 Männern vor. 51 von ihnen fuhren im Jahr mehr als 20 000 Kilometer mit dem Rad. Das wöchentliche Sportpensum der 50 Männer in der Kontrollgruppe durfte dagegen nicht länger als 2,5 Stunden sein. Untersucht wurden die Spermaqualität sowie die Skrotal- und die Umgebungstemperatur.
Die Radfahrer traten 180 Minuten lang in die Pedale. Alle 20 Minuten erfolgte die Temperaturmessung. Bei den Teilnehmern der Kontrollgruppe wurde die Temperatur nur nach 20minütigem Stehen ermittelt.
In früheren Studien war ein negativer Effekt höherer Skrotaltemperaturen auf die Spermaqualität beobachtet worden. Das Skrotum der Radler erwärmte sich auch durchschnittlich von 33,3° C auf 36,6° C nach 180 Minuten im Sattel. Aber Volumen, Konzentration, Morphologie und Motilität ihres Spermas war nicht signifikant schlechter als das der Kontrollpersonen. Die Skrotaltemperatur der Kontrolle lag im Schnitt bei 33,4° C.
Ganz sicher kein Mythos, sondern ein Faktum sind die negativen Auswirkungen von anabolen Steroiden auf die Spermienproduktion. Will man seinen Muskelaufbau durch solche meist testosteronhaltigen Mittel beschleunigen, dann muss man damit rechnen, dass die Spermienproduktion vollständig zu Erliegen kommt, wie hier nachzulesen ist. Beruhigend für alle Bodybuilder dürfte die Nachricht sein, dass sich die Spermienproduktion nach Absetzen der Medikamente meist erholt.
Das waren die Fakten, wobei ich zugeben muss, dass die Trennung von Fakten und Mythen nur mit Einschränkungen gelingt. Morgen kommt dann die Fortsetzung, also die Mythen. Interessierte Männer können schon mal die Strahlung ihrer Handys messen lassen…
Wie lange wirken denn die Folgen des Rauchens nach? Ich habe früher sehr viel geraucht und jetzt seit mehreren Jahren gar nicht mehr. Das Spermiogramm ist schlecht — mich würden die Ursachen interessieren.
@s.: Die Nachwirkungen sind sicherlich nicht über Jahre bestehend udn wenn Sie bereits mehrere Jahre nicht mehr Rauchen, dann ist es eher unwahrscheinlich, dass die Spermienqualität dadurch verschlechtert ist
Danke für die Information!
gern geschehen!