Männer mit tiefen Stimmen sind attraktiv.

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Sind aber weniger fruchtbar als Männer mit höheren Stimmen.

Aber zunächst einmal folgendes Szenario: Stellen Sie sich vor Sie wären ein Mann (wenn Sie es nicht ohnehin sind) und man schlüge Ihnen vor, die Vokale „A, E, I, O und U“ in ein Mikrophon zu sprechen. Anschließend würden Sie zu Ihrem Sexualleben befragt sowie zum Alkohol und Nikotinkonsum. Und dann würde man Sie noch bitten eine Spermienprobe abzugeben. Nein, würden Sie nicht machen und man kann es durchaus nachvollziehen. Dieses Ansinnen ist mit „merkwürdig“ noch sehr freundlich beschrieben.

Dennoch: 45 Studenten brauchten das Geld und stellten sich für diese Untersuchung zur Verfügung. 30 Frauen benötigten ebenfalls Geld und denen spielte man die Stimmaufnahmen der Männer vor. Wie nicht anders zu erwarten fanden die Frauen tiefe Stimmen am attraktivsten. Oft ist es ja so, dass die Natur vieles richtig einrichtet. Und daher würde man nun denken, es wäre nun so eingerichtet, dass Männer mit besonders attraktiven Stimmen besonders fruchtbar sind.

Das ist offenbar nicht der Fall, wie man auch der Graphik entnehmen kann:

Attraktivität der männlichen Stimme und Korrelation mit der Fruchtbarkeit
Attraktivität der männlichen Stimme und Korrelation mit der Fruchtbarkeit

Nun ist diese Punktewolke aus Laiensicht vielleicht nicht so richtig überzeugend, jedoch fand sich offenbar eine statistisch signifikante Korrelation zwischen Stimmhöhe und Spermienqualität. Da aber die meisten der in der Studie untersuchten Männer eine normale Fruchtbarkeit aufwiesen, die Spermienparameter sich also in den normalen Bereichen der WHO-Definition einordnen ließen, stellen auch die australischen Autoren fest, dass die Partnerwahl nach Stimmattraktivität wenig Einfluss auf die Fortpflanzungswahrscheinlichkeit haben wird.

Und daher endet diese Studie wie so oft mit der Aussage, dass weitere Studien notwendig sein werden, um einen Zusammenhang zwischen Fortpflanzungsfähigkeit und Stimme bei Männern sichern zu können.

So schön die Studie irgendwie auch ist, so stellt sich mir dennoch abschließend die Frage: Warum?

Simmons LW, Peters M, Rhodes G
Low pitched voices are perceived as masculine and attractive but do they predict semen quality in men?
PLoS One. 2011;6(12):e29271



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Kommentar

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12 Kommentare

  1. greta schreibt

    wussten wir eh 😉 schon länger diskutieren wir im schulforum über sänger mit tiefer stimme 🙂 wie der graf oder so. gern genommen – nein, nicht das thema 😉

  2. Rebella schreibt

    Ich bin nicht davon überzeugt, dass das Ergebnis dieser Studie wirklich etwas beweist. 45 untersuchte Studenten sind zu wenig. Wenn ich die obersten 2 Punkte und die untersten 3 Punkte (also die Ausreißer) weg nehme, kann ich da überhaupt keine Linie mehr ziehen, die von links oben nach rechts unten geht.

    (Ja, so eine tiefe Männerstimme hat was. 🙂 )

  3. greta schreibt

    im prinzip hätten wir das auch ohne studie gewusst, wer mag schon männer mit fistelstimmen wie festus *lol*

  4. Elmar Breitbach schreibt

    @ Rebella. Nimmt man die beiden unteren Punkte raus (die beiden Männer, deren Spermienqualität unterhalb der WHO-Normwerte lag, dann ändert sich nichts an der Korrelation, so steht es in der Studie.

    Und diese Linien zieht man natürlich nicht mit einem Lineal. Es ist schon eine mathematische Berechnung, mit der man erkennen kann, ob die Punkte einer zufälligen Verteilung entsprechen oder einer bedingten. Das meinte ich mit „Laiensicht“,

    Statistisch signifikante Ergebnisse lassen sich auch mit relativ niedrigen Fallzahlen erzielen. Wobei ich Ihnen recht gebe, dass mich das auch nicht unbedingt überzeugt und in die Kategorie „schöne Studien ohne sinnvolle Aussage“ fällt.

  5. tuerki77 schreibt

    „Und warum??“ Genau dass fragte ich mich auch, bevor ich ganz zu Ende gelesen hatte… *lol*

  6. Elmar Breitbach schreibt

    Auch nachdem man es zu Ende gelesen hat, darf man sich das fragen. Aber diese Studie ist aktuell der Renner vor allem in den USA, da findet man es auf jeder Webseite mit medizinischen News. Ist halt unterhaltsam und leicht verständlich 😉

  7. atonne schreibt

    Ich würde mal vermuten, dass hier kein repräsentativer Schnitt der Weltbevölkerung vorliegt, oder? Also kann man doch nur eine Aussage fällen und die lautet: an der Universität, an der diese Studie gemacht wurde, haben männliche Studenten mit tieferer Stimme, die sich nicht zu schade sind, an solch einer Studie teilzunehmen, anscheinend statistisch signifikant weniger Spermien als welche mit hoher… Also quasi kein Aussage, denn ich glaube nicht, dass sich die Ergebnisse selbst an dieser Uni, wenn man alle Männer einbeziehen würde, und schon gar nicht z.B. an deutschen, japanischen oder afrikanischen Hochschulen, geschweige denn in der gesamten Bevölkerung reproduzieren lassen. Eine Studie ist halt nur so gut, wie sie ihre Teilnehmer auswählt ;-).

  8. Vanillepudding schreibt

    witzig!

    Gabs nicht auch mal eine Studie, die einen Zusammenhang herstellte zwischen weniger attraktiv und hoher Spermienkonzentration mit der Interpretation, dass die weniger gut aussehenden Männer potentiell weniger Chancen hätten ihre Spermien unters weibliche Volk zu mischen und deshalb alle ihre vorhandenen Spermien ins Rennen schicken. Während die als gut aussehend angesehene Männer etwas zögerlich und vorsichtiger mit ihrem vorhandenen Potential arbeiten würden – für den Fall es käme noch eine „Bessere“ 🙂

    Ich fand das ein toller Trost, für die Männer mit einer geringen Spermienzahl 😉

    Hat da vielleicht einfach jemand ein Disserationsthema gesucht und wollte mal ein paar Studenten schräg von der Seite ansprechen?

  9. Schokopudding schreibt

    Hallo Doc, wäre es bei dem Thema hier nicht angebracht, noch einmal eines Ihrer Radio-Interviews zu verlinken? 😉

  10. Elmar Breitbach schreibt

    @ Schokopudding: *grummelgrummel* 😉

  11. grueneGurke schreibt

    Machts logarithmisch und alles zeigt dir eine Korrelation…
    Aber mein Mann hat eine schoene Brummstimme *lach*