Kindliche Entwicklung nach Zeugung durch TESE und ICSI

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ICSI TESE

Kinder, die mit Hilfe der künstlichen Befruchtung (ICSI) gezeugt wurde, entwickeln sich normal. Viele wissenschaftliche Studien belegen dies. Wenn die Spermien jedoch nicht aus dem Ejakulat gewonnen wurden, sondern eine Gewebsentnahme aus dem Hoden notwendig war (TESE), gab es bisher nur wenige valide Daten. Offenbar scheint jedoch auch hier kein Anlass zur Sorge zu bestehen.

Normale kindliche Entwicklung nach ICSI

Die ältesten Kinder, die mit Hilfe der ICSI gezeugt wurden, sind inzwischen Mitte zwanzig. Der Zeitraum zur Nachbeobachtung ist inzwischen also bereits lang genug, um viele Daten zur Entwicklung der Kinder eheben zu können. Die Ergebnisse sind beruhigend. Wesentliche Erhöhungen des Risikos für Fehlbildungen ergeben sich durch die künstliche Befruchtung nicht. Abschließende Aussagen sind – wie so oft in der Medizin – nicht möglich. Immer wieder weisen Studien auf neue Zusammenhänge mit bestimmten Erkrankungen hin. Zuletzt darauf, dass mit ICSI gezeugte junge Männer selbst eine eingeschränkte Fruchtbarkeit haben könnten.

Und nach TESE?

Wenn man sich schon Sorgen zur Gesundheit der Kinder nach ICSI machte, weil sie einen so umfangreichen Eingriff in die natürlichen Abläufe bedeutet. so ist dies bei der Anwendung der TESE sicherlich noch eher der Fall. Hier werden die Spermien zunächst operativ aus dem Hoden gewonnen, eingefroren und später für eine ICSI-Behandlung verwendet. Diese Behandlungen ist zwar in vielen Kinderwunsch-Zentren Routine, wird aber dennoch nicht häufig durchgeführt. Daher ist es schwierig, ausreichend große Fallzahlen mit TESE gezeugter Kinder zu gewinnen für statisisch signifikante Aussagen zu deren Gesundheit..

Niederländische Wissenschaftler haben sich nun dieser Frage gewidmet. Sie untersuchten. ob durch TESE und ICSI gezeugte Kinder hinsichtlich ihre Verhaltens und ihrer psychomotorischen Entwicklung Auffälligkeiten aufwiesen. Dazu wurden die Schwangerschaften nach TESE in zwei Universitätskliniken nachverfolgt und schließlich 103 Kinder im Alter von 5 Jahren untersucht. Zuvor wurde im Alter von 1 und 4 Jahren die Entwicklung per Fragebögen erfasst (89).


Motorisch schlechter, Verhalten und Intelligenz besser als der Durchschnitt

Kinder, die durch TESE und ICSI gezeugt wurden, zeigten bei den Untersuchungen weniger Verhaltensauffälligkeiten und schnitten kognitiv deutlich besser ab. Sie waren jedoch hier ebenso im Normbereich ihrer gleichalten Vergleichsgruppe normalgezeugter Kinder, wie mit ihren signifikant schlechteren motorischen Leistung. Die Autoren der Studie interpretieren diese Ergbnisse als beruhigend für die Paare, die eine TESE in Kombination mit einer ICSI planen müssen, um eigene Kinder zu bekommen. Und hier gilt natürlich der gleiche Satz wir immer in solchen Studien: Größere Studien mit höheren Fallzahlen sind notwendig, um sich wirklich keine Sorgen um die Gesundheit der Kinder machen zu müssen.

Foto von Tahe Fertilidad

Meijerink AM, Ramos L, Janssen AJ, Maas-van Schaaijk NM, Meissner A, Repping S, Mochtar MH, Braat DD, Fleischer KBehavioral, cognitive, and motor performance and physical development of five-year-old children who were born after intracytoplasmic sperm injection with the use of testicular sperm.

Fertil Steril. 2016 Oct 25. pii: S0015-0282(16)62801-7. doi: 10.1016/j.fertnstert.2016.09.011. [Epub ahead of print]

 



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