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Wissenschaft

Akupunktur hilft bei IVF. In China.

das berichtet das Deutsche Ärzteblatt in seiner heutigen Ausgabe. Wobei die Gesamtaussage in der Überschrift ein wenig knapp gehalten ist.

Verschiedentlich wurde über einen positiven Einfluss der Akupunktur auf die Fruchtbarkeit berichtet, hier eine Übersicht. Auch die männliche Fruchtbarkeit kann davon profitieren, hier in den News wurde bereits darüber berichtet.

Das Ärzteblatt berichtet über eine sogenannte Metaanalyse, die im British Medical Journal erschienen ist. Eine Metaanalyse fasst die Einzelergebnisse verschiedener Studien zu einem Thema zusammen, in der Hoffnung, dadurch eine Gesamtaussage erarbeiten zu können.

In dem Bemühen, die Einnistung bei einer künstlichen Befruchtung zu verbessern, wurden in sieben Studien die Wirkung der Akupunktur auf die IVF-Ergebnisse untersucht. Dabei handelte es sich ausnahmslos um randomisierte, prospektive und kontrollierte Studien, wobei die Kontrollgruppen entweder keine Akupunktur erhielten oder eine „Scheinakupunktur“. 1.366 Frauen wurden innerhalb eines Tages nach dem Embryo-Transfer behandelt.

Die Ergebnisse der Studie waren uneinheitlich. In einer Studie kam es sogar tendenziell zu weniger Schwangerschaften unter der chinesischen Heilmethode. Doch insgesamt erhöhte die Akupunktur die Erfolgschancen um 65 Prozent. Wobei dies nicht bedeutet, dass die Schwangerschaftsrate z. B. von 25% auf 90% steigt, sondern die 25% sind die Bezugsgröße und in dem Beispiel wären es dann41,2%, was auch eine beachtliche Steigerung ist. Nach den Berechnungen der Forscher müssen zehn Frauen akupunktiert werden, um eine zusätzliche Schwangerschaft zu erzielen.

Untergruppen relativieren diese Ergebnisse

Sieht man sich die Studien jedoch einzeln an, dann verbessert die Akupunktur die Erfolgraten jedoch nur in Kliniken mit niedrigen Schwangerschaftsrate in den Kontrollgruppen. Diese Studien waren in China durchgeführt worden. In den Studien an europäischen Kliniken, wo die Erfolgsraten auch ohne Akupunktur hoch sind, konnte die chinesische Heilmethode die Schwangerschaftsrate nur nicht signifikant um 24 Prozent (Odds Ratio 1,24; 0,86-1,77) steigern, was dem obigen Beipspiel zufolge eine Steigerung von 25% auf 31% bedeuten würde und statistisch nicht signifikant ist.

Es mag für den Laien und im Bewerten von wissenschaftlichen Studien merkwürdig erscheinen, dass eine ordentliche und erkennbare Steigerung als nicht signifikant bewertet wird. Jedoch ist es notwendig, Grenzen zu ziehen zwischen Ergebnissen, die zufällig sein können und solchen,die tatsächlich einem therapeutischen Effekt der untersuchten Methode entsprechen. Das ist nur möglich mit größeren Unterschieden in den Ergebnissen oder größeren Patientenzahlen.

Pressemitteilung des British Journal of Medicine


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Kommentare

5 Kommentare für “Akupunktur hilft bei IVF. In China.”

  1. also bisher habe ich immer noch keine sinnvolle erklärung für die wirkungsweise von akupunktur überhaupt gefunden .. energielenkung des „chi“ klingt supi :-), nur was ist das „chi“?
    von daher finde ich die studie jetzt echt seltsam; in etwa so als würde man behaupten, dass vodka vorzugsweise russen am meisten besoffen macht … stimmt sicher 😉


    Geschrieben von reaba am 9. Februar 2008 um 22:10
  2. Ich glaube ja, dass Europäer gar kein Chi haben. Das ist eine endemische Geschichte in Asien. Das, was dem bei uns am nächsten kommt, ist die Mitte. Also die innere Mitte. Irgendwie…


    Geschrieben von E. Breitbach am 9. Februar 2008 um 22:55
  3. Nun, kann es nicht auch sein, dass in China die Frauen eben anders akupunktiert werden als die, die in Europa zu Ärzten oder Heilpraktikern mit Akupunkturzusatzausbildung gehen?
    Nun, mal sehen, ob es hilft. Ich habe mich jedenfalls gleich an eine chinesische Ärztin gewandt, die Aukupunktur in China gelernt hat. Irgendwie habe ich so mehr Vertrauen. Bei Stress hat es jedenfalls schon definitiv eine beruhigende Wirkung gehabt, auch wenn ich das Ganze mit dem Chi auch nicht so glaube ;-).

    BTW: wie geht eigentlich Scheinakupunktur? Nimmt man da keine Nadeln (das würde man als Patient allerdings merken) oder piekt man neben die Akupunkturpunkte statt sie direkt zu treffen?


    Geschrieben von atonne am 14. Februar 2008 um 14:45
  4. Es mag sein, dass es auch an der Techik liegt. Das ist eben nicht zu trennen, da die chinesischen Zentren halt schlechtere Ergebnisse haben und es auch daran liegen könnte. Man kann diese beiden Einflussgrößen nicht voneinander trennen.

    Meines Wissens piekt man absichtlich daneben


    Geschrieben von E. Breitbach am 14. Februar 2008 um 20:00
  5. […] mit den bereits vorhandenen Akupunktur-Studien beschäftigt und diese erneut analysiert, wie es immer mal wieder getan wird, erstaunlicherweise ohne dabei wirklich auf einen Nenner zu kommen. Die Metaanalyse […]


    Geschrieben von Akupunktur mal wieder | IVF und ICSI, Wissenschaft | Aktuelles zum Thema Kinderwunsch am 30. Januar 2012 um 01:46

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