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Man kennt diese Geschichten und jeder hofft insgeheim darauf: Die spontane Schwangerschaft nach langjähriger Kinderwunschbehandlung. Die Chancen für eine solche Schwangerschaft liegt jedoch nach langjähriger Behandlung bei weniger als 5% insgesamt.
Im Hinblick auf eine geplante Erstbehandlung stehen die Chancen jedoch deutlich besser und reichen abhängig von der Indikation bis zu 25% innerhalb eines Jahres. So lautet zumindest das Ergebnis einer niederländischen Studie.
Die Wissenschaftler nahmen in die Studie fast 6.000 Paare auf, die sich auf der Warteliste für eine künstliche Befruchtung befanden. Von diesen wurden innerhalb eines Jahres 9% spontan schwanger, also noch vor Beginn der Therapie.
Die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft war jedoch sehr von der Vorgeschichte des Paares abhängig. So war das Alter der Frau der entscheidenste negative Faktor, gefolgt von der Dauer der Kinderlosigkeit und abhängig davon, ob bereits Schwangerschaften bestanden hatten oder nicht (primäre oder sekundäre Sterilität).
Interessanterweise treten spontane Schwangerschaften ja auch bei Frauen auf, deren Eileiter als undurchlässig diagnostiziert wurden. Dennoch weist diese Patientengruppe die eindeutigste Sterilitätsursache auf und diente bei dieser Studie als Vergleich.
| Eileiterschäden | Faktor 1 |
| Endometriose | Faktor 0,7 |
| Hormonstörungen | Faktor 1,2 |
| Schlechte Spermienqualität | Faktor 1,6 |
| Immunologische Störungen | Faktor 1,7 |
| Ungeklärte “idiopathische” Sterilität | Faktor 2,6 |
Das bedeutet also z. B., dass die Chancen auf eine spontane Schwangerschaft bei einer Sterilität aus unbekannter Ursache fast dreimal so hoch sind wie bei der Diagnose “verschlossene Eileiter”, während die Chancen bei Endometriose nur zwei Drittel betragen, wenn man Frauen mit tubarer Sterilität als Vergleichsgruppe nimmt.
Diese Ergebnisse sind nicht unerwartet. Sie bestätigen, dass bei einer langdauernden Kinderlosigkeit im Zusammenhang mit Endometriose Abwarten wenig sinnvoll ist, während dies bei jungen Frauen mit einem eher kurzen unerfüllten Kinderwunsch ungeklärter Ursache durchaus gerechtfertigt sein kann, denn in dieser Gruppe beträgt die kumulative Schwangerschaftsrate nach 12 Monaten bis zu 25%. Aus Sicht des Arztes muss man in der letzten Gruppe andererseits sogar möglichst schnell behandeln, um einer spontanen Schwangerschaft zuvorzukommen
Zur Entscheidungsfindung sind diese Daten aufgrund der hohen Fallzahl durchaus hilfreich, wenngleich sie persönliche Erfahrungen lediglich bestätigen.
Eijkemans MJ, Lintsen AM, Hunault CC, Bouwmans CA, Hakkaart L, Braat DD, Habbema JD
Pregnancy chances on an IVF/ICSI waiting list: a national prospective cohort study.
Hum Reprod. 2008 May 1. [Epub ahead of print]
“Abwarten macht auch schwanger”
Musste grad schmunzeln… Besonders schnell kann´s nämlich nach langem Abwarten gehen, wenn man erstmal beim Doc in der Sprechstunde sitzt. Vielleicht wär das auch mal ne Werbung, dass auch Gespräche mit Ihnen schwanger machen. *;-)
Also bei mir waren Sie jedenfalls nicht schnell genug…
War aber nett bei Ihnen. Sollte es beim Zweiten wieder zwei Jahre dauern, kommen wir wieder.
@Kira29: Das war dann wohl das, was man gemeinhin als fruchtbares Gespräch bezeichnet
*lol*
So wird´s gewesen sein. Vielleicht sollten sie sich nebenbei noch in der Sprachwissenschaft betätigen… Da scheinen verborgene Talente zu schlummern.
Echt, Kira?? Auf sowas in der ARt hatte ich auch gehofft. Aber ich will mich nicht beschweren. War im September 07 erstmals bei Dr. Breitbach in der Sprechstunde und bin jetzt in der 8.Woche
Ist eigentlich ein ganz guter Schnitt, oder?
Der Doc hat schon was los, bei mir hat es nur 4 Monate gedauert, als er mir das erste Ultraschallfoto
in die Hand gedrückt hat. Vielen Dank nochmal dafür Doc!
Ich sage ja: Das Geheimnis guter Schwangerschaftsraten ist, schneller zu sein als die spontane Schwangerschaft
Wie man den Kommentaren entnehmen kann, gelingt dies in 2 von 3 Fällen
Dass es die Möglichkeit gibt, Schwangerschaftsraten von Frauen auf Wartelisten fúr eine Kinderwunschbehandlung 1 Jahr lang zu beobachten gibt mir zu denken.
Dass die Wartezeit auf eine IVF oder ICSI hier (in den Niederlanden) lang ist, wusste ich. Aber SO lang???
Dann hoffe ich sehr, dass das heutige Gespräch mit Ihnen, lieber Doc, auch bei mir zum fruchtbaren Erfolg führt!
Ich gehöre auch zu denen die trotz verschlossener Eileiter spontan schwanger wurde.
Habe damals 3 ICSI über mich ergehen lassen um endlich schwanger zu werden,was dann auch klappte und Habe jetzt Zwillis von 4 1/2 Jahren.Nun bin ich ganz unerwartet eben in der 24.Woche…also scheint was dran zu sein
Nun versuche ich eine Erklärung zu finden (im Ernst).
Kann es trotzdem an Hormonen liegen?
1. Beim ersten Kind, also im Vorbereitung einer KB, wird man ja mit Hormone behandelt. Manchmal braucht man eben die richtige Dosis und Menge.
Andere Gründe: hormonelle Schwankungen und man erwischt dann einfach das richtige Wert/Monat; nicht gründlich untersucht/bewertet oder die sogenannte idiopatische Fälle (die sind ja so wie so unklar).
2. Bei dem zweiten, dritten usw. Kind, also nach eine IVF/ICSI, kann es auch sein dass sich die Hormone nach der SS ändern, der Köper stellt sich ein.
Was ich seltsam finde ist es bei ICSI, weil dort müßen ja auch die Spermies stimmen. Die Frau ist in dem Fall ohne Befund. Man braucht eine ICSI und dann plötzlich nicht mehr, das bedeutet die SG wird plötzlich viel besser. Das kann nur möglcih sein wenn es um behandelbare Gründe geht (z.B Bakterien oder bestimmte Op.’s).
Und ja: Wunder geschehen immer wieder!