Octomum, vertauschte Eizellen, Arzt als Samenspender

0

Natürlich läuft auch in der Reproduktionsmedizin nicht immer alles glatt. Gelegentlich ist dies Folge absichtlichen Fehlverhaltens, wie ich auch hier schon aufführte, manchmal Selbstüberschätzung und dann gibt es noch die Fälle, wo Schuldige gesucht werden und man (vor-)schnell meint, sie bei den Ärzten zu finden.

Wie geht es eigentlich „Octomum“?

Dieser Name klingt nach einer Comicfigur mit acht Armen. Es ist aber schlimmer: Nadya Suleman hat vor 7 Jahren Achtlinge nach einer Kinderwunschbehandlung zur Welt gebracht. Zuletzt haben wir den einjährigen Geburtstag der acht Kinder hier gefeiert und sie dann vergessen. Die Schwangerschaft entstand, weil der behandelnde Arzt Dr. Michael Kamrava ihr 12 (!) Embryonen auf einmal in die Gebärmutter einpflanzte. Die frühere Version, er habe ihr nur sechs zurückgegeben und es wären zusätzlich noch 2 eineiige Zwillinge entstanden, stellte sich als Schutzbehauptung heraus. Kamrava verlor seine Lizenz im Jahre 2011.

Wie es der Familie Suleman jetzt geht? Dazu muss man wissen, dass die alleinstehende Frau bereits vor Geburt der Achtlinge 6 durch IVF gezeugte Kinder hatte. Ich möchte mich hier nicht allzu sehr in Details verlieren, sondern nur auf den Artikel verweisen (englisch), der ihren weiteren Werdegang beschreibt. Inzwischen hat sie sich offenbar aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, die sie früher suchte und konzentriert sich auf ihre Kinder.

Verdacht auf verwechselte Eizellen

In einer österreichischen Klinik ist es möglicherweise vor 25 Jahren zu einer Verwechslung von Eizellen gekommen. Zumindest zeigte sich 23 Jahre, nachdem die Eltern von Kristina V. dort gezeugt wurde, dass sie genetisch nicht von ihren Eltern abstammt. Der Verdacht auf eine Verwechslung im Labor oder später in der Geburtsklinik liegt nahe. Aktuell wird der Fall vor Gericht verhandelt. Ziel aller Beteiligten scheint die Aufklärung über Kristinas Herkunft zu sein. Auch der beschuldigte Arzt zeigt sich kooperativ, aber ein Vierteljahrhundert ist eine lange Zeit und erleichtert das Unterfangen nicht.

Arzt machte es sich zu einfach

Warum erst lange nach einem Samenspender suchen, wenn man auch die eigenen Spermien nehmen kann, dachte sich der niederländische Arzt Jan Karbaat. Mit der Dokumentation nahm er es auch nicht allzu genau und mischte auch mal Spermien mehrerer Männer zusammen („gepooltes Sperma“), um die Chancen zu erhöhen. Die Klinik des inzwischen verstorbenen Arztes ist geschlossen und die dort gezeugten Kinder – oftmals bereits selbst Eltern – haben nun wenig Chancen, mehr über ihre genetische Herkunft zu erfahren.

Wir wünschen der Familien Suleman alles Gute für die Zukunft und den anderen eine erfolgreiche Aufklärung ihrer genetischen Herkunft. Und uns allen weniger Anlass für das Auftauchen der Reproduktionsmedizin in den Gesellschafts- und Gerichtsseiten der Medien.

 

 

 

 


Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.