Löst Sperma den Eisprung aus?

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Das Ejakulat von Lamas löst beim Weibchen einen Eisprung aus. Ähnliche Mechanismen scheint es auch bei anderen Säugetieren – auch beim Menschen zu geben. Beta-NGF heißt die dafür verantwortliche Substanz.

Das Ejakulat besteht aus vielen Substanzen und das wenigste davon sind Spermien. Das Sekret aus den Samenbläschen und der Prostata sind die Hauptbestandteile und ermöglichen den Spermien das Überleben in der Scheide. Abgesehen von dieser reinen Transportfunktion könnte das Ejakulat aber auch andere Aufgabe haben, nämlich die Ovulation auszulösen.

Einige Säugetiere haben einen Eisprung, der durch den Koitus ausgelöst wird. Eigentlich ganz praktisch. Wäre es beim Menschen ebenso, dann könnte man die ganzen Temperaturkurven endlich beiseite legen, denn der Eisprung käme immer pünktlich. Veterinärmedizinische Untersuchungen stellten fest, dass es keine mechanischen Reize sind, die den Eisprung auslösen, sondern das Seminalplasma. Also das Ejakulat selbst ist dafür verantwortlich.

Nun hat man aus dem Ejakulat einen Substanz isolieren können, die direkt für den Anstieg des LH =eisprungauslösendes Hormon) und die Ovulationsauslösung verantwortlich ist. Der Beta Nerve Growth Factor (Beta-NGF) konnte nun mittels chemischer Analysen und Röntgenkristallografie als identifiziert werden. Durch Injizieren dieses Eiweißmoleküls ließ sich der Eisprung direkt auslösen.

Alles hoch interessant, findet die Frankfurter Rundschau. Ist das auch von Bedeutung für Säugetiere, die spontan ovulieren, wie Menschen, Pferde, Rinder etc.? Bei diesen Spezies wird der Eisprung durch den Hormonhaushalt vorgegeben und nicht durch externe Faktoren ausgelöst. So meint man. Interessanterweise – so der Abschlusssatz des Originalartikels – löst deren Seminalplasma (=Ejakulat ohne Spermien) auch einen Eisprung aus. Zumindest bei Lamas.

Die Erkenntnis, dass auch Menschen Eisprung auslösende Substanzen im Ejakulat haben könnten, bringt einen zunächst nicht wirklich weiter, wenn diese Eiweiße keinen Einfluss auf den weiblichen Hormonhaushalt haben. Sicher ist das jedoch auch nicht. Aktuell ist dieses Forschungsergebnis für den Menschen allerdings eher anektdotischer Natur.


Foto von michael2baer



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