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Dies und das

Ausführliche Informationen zur PID

Am Donnerstag stimmt der deutsche Bundestag über die Zulassung (bzw. das Verbot) der Präimplantationsdiagnostik (PID) ab, nachdem der ursprünglich geplante Termin den Ereignissen in Japan zum Opfer fiel.

Passend zu diesem Anlass habe ich einen ausführlichen Artikel zur Präimplantationsdiagnostik als Gastbeitrag auf der Seite “Wissenslogs” veröffentlichen lassen. Wer also ein paar Fakten zu diesem Thema sucht, sollte dort mal vorbeischauen. Kommentieren zum Thema dann bitte dort. Lobhudeleien und persönliche Anfeindungen auch gerne hier ;)

Nachtrag 14.4.: Der Artikel wurde nun auch für “spektrumdirekt” übernommen.


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Kommentare

28 Kommentare für “Ausführliche Informationen zur PID”

  1. Wie schön! Doc Breitbach bei Wissenslogs. Da habe ich auch schon häufiger gelesen.

    Ich drücke alen Betroffenen, die ukünftig eine PID nötig haben, ganz fest die Daumen für Donnerstag! Auf dass das Humanitäre siegt!


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    Geschrieben von Rebella am 12. April 2011 um 23:22
  2. Ich hoffe auch , dass es zu einem guten Ergebnis kommt.

    Lieber Doc Breitbach, danke für Ihren Einsatz !!!


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    Geschrieben von patty 2 am 12. April 2011 um 23:55
  3. Und wieder stehen wir hilflos davor…


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    Geschrieben von tuerki77 am 13. April 2011 um 08:11
  4. Hier mal wieder ein (aus meiner Sicht sehr ärgerlicher) Kommentar im Tagesspiegel:

    http://www.tagesspiegel.de/meinung/andere-meinung/es-gibt-nicht-gute-und-schlechte-embryonen/4048870.html

    Ich hoffe für alle Betroffenen (an die so oft keiner zu denken scheint) auf eine Entscheidung in ihrem Sinne.


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    Geschrieben von Nauka n.a. am 13. April 2011 um 09:04
  5. @nauka: der Artikel ist klasse.
    Er enthält meinen absoluten Lieblingssatz in der ganzen Debatte:…können morgen viell. Kinder nach Geschlecht oder Augenfarbe aussortiert werden. …

    Es war schon immer meine größte Sorge, dass mein Sohn auch eine Schwester mit blonden Locken und blauen Augen bekommt.
    (Nicht zu fassen, diese Urangst der Politiker – für unsereins sind sowas doch Luxusprobleme)

    Und auch das einfühlsame eingehen auf die Sorgen und Ängste und Not der Mütter in der Herr Kauder dann großzügigerweise die Abtreibung im 5. Monat erwähnt….
    Das man Müttern und auch Vätern viele Sorgen, Ängste und Nöte, sowie medizinische Eingriffe ersparen könnte, wenn man die PID zulässt – sprich die, ja, Auswahl trifft, bevor das Kind 5 Monate im Bauch wächst und man es dann abtreiben lassen muß oder es im 9 Monat tot zur Welt bringen muß, scheint ihm nicht klar zu sein.

    Vielleicht sollte man der Politik einen entscheidenden Hinweis geben: Die Kosten für eine Abtreibung aus medizinischen Gründen sowie eine Totgeburt tragen die Krankenkassen, die ja sowieso kein Geld haben. Die PID zahlt man selbst.

    Viele Grüße
    Pauline


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    Geschrieben von Pauline am 13. April 2011 um 09:27
  6. ok ok, ist keine lobhudelei, aber vielleicht ist folgende heutige pressemitteilung ja interessant?

    http://www.bundestag.de/presse/hib/2011_04/2011_161/02.html

    grüßchens jule


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    Geschrieben von Jule am 13. April 2011 um 13:08
  7. Nach zwei Fehlgeburten wurden durch meine Kinderwunschklinik nun mehrere Untersuchungen veranlasst. U.a. wurde war ich bei der Humangenetischen Beratung und habe meine Chromosomen untersuchen lassen. Es hieß wenn alles ok ist bekommen Sie in drei Wochen Post, wenn nicht werden Sie telefonisch zu einem weiteren Gespräch eingeladen. Montag der Anruf, Dienstag das Gespräch mit der Schockdiagnose: balancierte Translokation!

    Ich fühle mich wie in einem Alptraum!
    Warum ich?

    Es gibt die Chance ein gesundes Kind zu bekommen, wir haben auch bereits einen gesunden Sohn im Grundschulalter der oft fragt, warum er keine Geschwister hat aber alle anderen in seiner Klasse schon. Er wünscht es sich so sehr.

    Wie soll ich ihm nun erklären, dass Mama aufgeben muss, da ich immer und immer wieder Fehlgeburten erleiden kann wenn die Eizelle gerade die defekten Chromosomen erhält? Wie soll man es ertragen weiter russisch Roulette zu spielen, eventuell doch mal über die 12.Woche hinaus zu kommen und nach einer Fruchtwasseruntersuchung zu erfahren das Kind sei krank. Man sagte mir gestern: geistig und körperlich schwer behindert aber über die 12.Woche kommen sei ein gutes Zeichen aber dennoch kann es schwer krank sein, nach der Geburt oder noch im Mutterleib versterben, oder eben schwerst behindert sein, niemand kann mir das sagen, es sei gut dass ich die Fehlgeburten hatte.

    Am letzten Mittwoch habe ich bei SternTV noch so geweint, und plötzlich bin ich selbst betroffen.

    Ich werde mir nun erstmal psychologische Hilfe suchen, ich weiss einfach nicht mehr weiter.

    Mein Sohn hat entweder meine gesunden Chromosomen aus dem Päärchen abbekommen, oder hat ebenfalls meine balancierte Translokation, dann wird er später mit seiner Frau den gleichen Leidensweg beim Kinderkriegen erleiden. Er soll sich direkt mit 18 Jahren untersuchen lassen, sagte uns gestern die Humangenetikerin. Ich bete für ihn, dass er meine gesunden Chromosomen abbekommen hat.

    Für meinen Mann ist das nun das Aus des Kinderwunsches. Der Abschied vom Geschwisterkind. Wir können ja froh und dankbar sein ein gesundes Kind zu haben! Ich habe gestern den ganzen Tag geweint – ist es wirklich das Aus??? Nie mehr darf ich das erleben? Ich sehe mir die Babyfotos unseres Grossen an – bleibt er allein? Was wenn wir alt sind? Wenn wir sterben? Muss unser Sohn das alleine überstehen ohne Geschwister? Ich selbst habe 4 Geschwister und kann es mir ohne sie gar nicht vorstellen.

    Warum ich? Wann Wache ich aus diesem Alptraum auf?

    Ich habe gestern nach PKD und PID gegoogelt, PKD ist soweit ich heraus gefunden habe nicht so aufschlussreich wie PID.

    Das wäre unsere einzige Chance keine weiteren Fehlgeburten zu erleiden, oder schlimmer noch eine Totgeburt zu erleben, einen Spätabbruch zu entscheiden! Das ist an menschlicher Grausamkeit für eine Frau, ein Elternpaar nicht zu überbieten, wenn irgendetwas mit dem eigenen Kind ist.

    Bitte bitte erspart uns Betroffenen weiteres Leid.

    Schon alleine diese Diagnose hat mich umgehauen, meine ganze Lebensplanung verloren, ich hätte so gerne noch zwei Kinder.

    PID setzt eine Künstl Befruchtung vorraus, die wir ja eigentlich nicht mal nötig hätten, meine Hormone sind i.O., warum sollte eine Frau dies aus Spass machen? Die ganzen Hormone, die seelische und körperliche Belastung und auch die Kosten. Ich muss sicherlich nun erstmal eine ganze Weile sparen.

    Und eines sag ich euch: mir ist es sowas von egal welches Geschlecht, welche Augenfarbe, welche Haarfarbe… solche Luxusprobleme habe ich leider nicht!!!

    Viele Grüße
    Eine frisch Betroffene aus dem Ruhrgebiet,
    unendlich traurig und verzweifelt!!!


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    Geschrieben von Nani am 13. April 2011 um 15:28
  8. Ich habe den Artikel im Tagesspiegel eben gelesen. Ich bin entsetzt, aber auch belustigt, denn er schlägt sich argumentativ selber… Und was zur Hölle hat die Religion in der Politik zu suchen? Dieser Staat ist so falsch…


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    Geschrieben von tuerki77 am 13. April 2011 um 16:41
  9. super, danke doc.

    zu kauder und co: solange und “grauköppe” regieren, die jenseits von gut und böse im sinne des fortpflanzungsakts und -alters sind, ist NICHTS anderes zu erwarten…

    so, und nun warten wir wieder auf die üblichen kommentare der üblichen dogmatiker…


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    Geschrieben von greta am 13. April 2011 um 20:25
  10. Liebe Nani,

    deine Zeilen rühren mich sehr. Ich möchte dir aber gern zu deinem Trost sagen, dass bei balancierter Translokation bei der Frau auch die PKD reicht. Und die ist ja in Deutschland möglich. Ist teuer und stressig, aber euch wird eine Ablehnung der PID nicht treffen.

    Wäre die Translokation beim Mann, sähe es bitterer aus.


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    Geschrieben von Rebella am 13. April 2011 um 22:28
  11. Die Giordano Bruno Stiftung fordert Neubesetzung des Ethikrates: http://hpd.de/node/11420


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    Geschrieben von Rebella am 13. April 2011 um 23:22
  12. WAS

    FÜR

    EIN

    SUPER

    BEITRAG,

    DANKE

    AN

    DIE

    GBS!

    HIER DARAUS ZITIERT, ABER DER GESAMTE ARTIKEL IST HÖCHST LESENSWERT UND TRIFFT VOLL DEN KERN DER DOGMATIKER-ANGELEGENHEIT:

    [Zitat aus http://hpd.de/node/11420 ] Schmidt-Salomon erinnerte daran, dass der Staat sich „weltanschaulich neutral“ zu verhalten habe: „Natürlich steht es gläubigen Politikern frei, empfindungslose Zellformationen als ‚vollwertige Personen‘ zu erachten und PID für sich persönlich abzulehnen. Diese religiöse Privatmeinung darf aber andersdenkenden Bürgern nicht aufgezwungen werden! Der Ethikrat hätte klarstellen müssen, dass die subjektiven Glaubensüberzeugungen der Politiker die Entscheidungsfreiheit mündiger Bürger nicht begrenzen dürfen. Er hätte verdeutlichen müssen, dass es das elementare Recht der betroffenen Paare ist, sich nach eigenem Ermessen für oder gegen PID zu entscheiden. Stattdessen hat sich der Ethikrat als ‚Moralwächterrat‘ aufgespielt und rechtsstaatliche Prinzipien verraten.“ [zitat ende http://hpd.de/node/11420 ]


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    Geschrieben von greta am 14. April 2011 um 07:50
  13. @ Rebella,

    vielen Dank für deine Nachricht! Sie lässt mich wieder ein bisschen hoffen. Aber ich habe gelesen, dass die PKD nicht alle Chromosomen untersucht und ich habe es so verstanden, dass ab Chromosom 13 aufwärts ein paar (5 Stück) geprüft werden. Bei mir sind die Enden von einem 3er und einem 5er vertauscht. Kann mir eine PKD da helfen?

    LG und vielen Dank


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    Geschrieben von Nani am 14. April 2011 um 11:08
  14. @Herr Breitbach:

    In dem verlinkten Beitrag stellen Sie viele Befürchtungen der PID-Skeptiker als unrealisierbar dar, insbesondere wenn es um das Thema Designer-Kinder geht.

    Anscheinend ist es aber mit Hilfe der PID zumindest möglich, Embryonen zu selektieren, die als Knochenmarkspender für Familienangehörige geeignet sind. Die technischen Möglichkeiten sind also groß genug um schwierige Fragen aufzuwerfen.


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    Geschrieben von Buntspecht am 14. April 2011 um 21:09
  15. Liebe Nani,

    deine Frage ist leider so speziell, dass ich sie nicht beantworten kann. Da solltest du einen PKD Spezialisten befragen. Davon gibt es ja inzwischen einige.

    Auch bei der PID ist es so, dass es für bestimmte Erbkrankheiten noch keine Tests gibt. Das wurde auf dieser Anhörung des Ethikrates erklärt. Für jede Erbkrankheit braucht man einen anderen Test. Der Test muss also erst entwickelt werden, wenn ihn zuvor noch keiner gebraucht hat. Für jede Erbkrankheit neu.

    Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass das bei der PKD ähnlich ist, bin in der Hinsicht allerdings auch völlig unwissend.


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    Geschrieben von Rebella am 14. April 2011 um 23:22
  16. @Buntspecht: Mit Design hat das trotzdem nicht zu tun. Das Design ist etwas Äußerliches, designen ist eine bewusste Gestaltung von etwas.

    Die Embryonen werden jedoch weder nach Äußerlichkeiten ausgewählt (es geht ja immer um innere Merkmale) noch werden sie gestaltet, also verändert. Sie werden nur entweder so, wie sie sind, genommen oder auch nicht.

    Ich halte davon abgesehen auch die Frage danach, ob man einen Embryo als Knochenmarkspender auswählt, nicht für ein ethisches Problem. Jedenfalls ist es nicht problematischer als die Frage, ob man ein natürlich entstandenes Geschwisterkind, das zufällig als Spender infrage kommt, als Spender nimmt, obwohl es aufgrund seines geringen Alters noch nicht selbst entscheiden kann, ob es Knochenmarkspender sein will. Dieser Umstand ist schon problematisch, hat aber in der Natur weniger etwas mit der PID zu tun.


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    Geschrieben von Rebella am 14. April 2011 um 23:29
  17. Buntspecht: » Dass die Fragen um die PID nicht alle einfach zu beantworten sind, steht ausser Frage und ich behaupte das auch nicht. Bei der Kbochsnmarksspende geht es um die Abgleichung der HLA-Merkmale, wenn Spender gleichen HLA-Typs nicht zu finden sind. Es geht also um todkranke Kinder, denen das Nabelschnurblut (welches sonst verworfen würde) des Geschwisterkindes helfen könnte. Ich möchte mir gar nicht ausmalen müssen, in welcher verzweifelten Situation diese Eltern stecken. “Rettungskinder” werden in dem PID-Gesetz mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zugelassen werden.

    Wie aber Rebella bereits sagte, hat dies nichts mit Designerkindern zu tun.

    “Rettungskinder” finde ich deswegen problematisch, da sie möglicherweise nur geboren werden, um dem älteren Geschwisterkind zu helfen. Sicherlich eine schwierige Ausgangssituation für ein später intaktes Familienleben. Medizinisch sehe ich jedoch keine nachvollziehbaren Gegenargumente.


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    Geschrieben von Elmar Breitbach am 14. April 2011 um 23:46
  18. @Rebella:

    Nein, es handelt sich strenggenommen nicht um “Design”, sondern um “Menschenzucht”.

    Aus der Wikipedia: “Unter Zucht versteht man die kontrollierte Fortpflanzung mit dem Ziel der genetischen Umformung. Dabei sollen gewünschte Eigenschaften verstärkt und ungewünschte Eigenschaften unterdrückt werden.”

    Und aus meiner Sicht macht es sehr wohl einen Unterschied, ob Geschwister zufällig als Spender infrage kommen, oder ob sie bewusst als Spender gezüchtet wurden.


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    Geschrieben von Buntspecht am 14. April 2011 um 23:51
  19. “da sie möglicherweise nur geboren werden, um dem älteren Geschwisterkind zu helfen.” – Ist das etwas anderes als wenn Eltern sich nur deshalb für ein weites Kind entscheiden, damit das erste Kind mal nicht allein ist? Das jedenfalls ist ein Motiv, das 1.000-fach vorkommt, auch hier im Forum öfter mal. Wollen wir auch diese Eltern gleich mit verdammen? Und haben diese Geschwisterkinder wirklich ein Problem damit?

    Man kann auch etwas zu einem Problem machen, das eigentlich keins ist.


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    Geschrieben von Rebella am 14. April 2011 um 23:52
  20. @Buntspecht: Bei der Zucht jedoch entscheiden Individuen von außen, welche Merkmale hochgezüchtet werden sollen oder nicht. Ich würde mich auch gegen ein Verfahren aussprechen, in dem die Ärzte oder wer auch immer entscheiden, welche Embryonen mit welchen Merkmalen transferiert werden.

    Das jedoch, was wir hier wollen, ist die Entscheidung der potentiellen Eltern. Und die können sich keine Kinder züchten.


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    Geschrieben von Rebella am 14. April 2011 um 23:56
  21. @Herr Breitbach:

    Dank für die Klarstellung. Ich denke wir können uns darauf einigen, dass eine Abwägung der Vor- und Nachteile in bestimmten Fällen eindeutet zugunsten der PID ausfallen muss. Insofern gehe ich auch fest davon aus, dass es eine PID-Freigabe unter strengen Auflagen geben wird.

    Es gibt jedoch bedenkenswerte Argumente, die gegen eine generelle Freigabe sprechen, und selbstverständlich spielen dabei nicht allein medizinische Überlegungen eine Rolle. Aus medizinischer Sicht spräche sicherlich auch nichts dagegen, optimierte Menschen mit minimalem Krankheitsrisiko zu züchten.


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    Geschrieben von Buntspecht am 15. April 2011 um 00:13
  22. @Rebella: Wo steht denn geschrieben, dass sich Eltern keine Kinder züchten können?

    Wenn Ärzte auf Veranlassung der Eltern solange Eizellen befruchten, bis ein Embryo entsteht, der als Knochenmarkspender infrage kommt, dann erfüllt dies ganz klar die Definition von Zucht, die ich weiter oben zitiert habe.


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    Geschrieben von Buntspecht am 15. April 2011 um 00:23
  23. @buntspecht:

    nach obiger definition ist es “zucht” wenn mann/frau bewußt reproduktionspartner wählen, die bestimmte kriterien haben (augenfarbe, sozialer status, charaktermerkmale etc) die sie sich als wünschenswert für den nachwuchs vorstellen -> auch verwerflich?
    sollte man eigentlich schon die partnerwahl dem zufall überlassen oder lieber eine heitere lotterie veranstaalten, damit auch alles schön “gemischt” ist?
    wohnt nicht schon dem “gemeinen kinderwunsch” eine art zuchgedanken inne, weil man/frau seinem nachwuchs nur das beste wünscht?
    was ist daran falsch, wenn man sich bemüht in seinen augen positive kriterien zu definieren, die man am partner zu finden glaubt bevor man zur reproduktion schreitet -> denn auch das wäre im oben definierten sinne eine “zuchtauswahl”.
    leider funktioniert im leben wenig so “biologisch-dynamisch-spontan” wie wie es in der vorstellungswelt einer gewissen gutmenschlichen bildungschicht als erstrebenswert erscheint…und vielleicht ist das auch gut so.

    @EB

    danke für den gelungenen, informativen beitrag im fremdblog – lesenswert!


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    Geschrieben von reaba am 15. April 2011 um 14:33
  24. Buntspecht, ich halte deine bewusste Nutzung des Wortes “Zucht” für einen Versuch, die PID, die doch einen ganz anderen Zweck hat, abzuwerten.

    Die PID ist weder darauf ausgerichtet, neue Arten zu züchten noch will sie den optimalen Menschen “züchten”. Sie soll gerade kein Mittel sein, mit dem Menschen von außen über die Fortpflanzung von Induviduen bestimmen, wie es bei Pflanzen und Tieren der Fall ist.

    Es ist zudem auch nicht vorgesehen, dass das nach der PID entstandene Kind sich seinerseits wieder durch PID fortpflanzt. Es ist nämlich ein Merkmal der Zucht, dass man die Fortpflanzung über viele Generationen kontrolliert, um dann irgendwann ein Ergebnis zu bekommen, das der Mensch angestrebt hat. Sollte eine solche Absicht bestehen, würde ich mich selbstverständlich dagegen aussprechen.


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    Geschrieben von Rebella am 15. April 2011 um 23:00
  25. @Rebella: “Zucht” ist ganz allgemein eine kontrollierte Fortpflanzung mit dem Ziel der genetischen Umformung. Der Begriff sagt nichts darüber aus, ob die Kontrolle von außen oder durch die Eltern selbst erfolgt. Eine Definition, die diesbezüglich unterscheidet, ist mir nicht bekannt. Es steht auch nirgendwo geschrieben, dass “Zucht” zwangsläufig über mehrere Generationen erfolgen muss.

    Du behauptest nun, ich hätte den Begriff verwendet, um die PID abzuwerten. Genausogut könnte ich Dir jedoch vorwerfen, dass Du die Verwendung des Begriffs ablehnst, um die PID zu beschönigen.

    Im übrigen habe ich gar nicht geschrieben, dass Menschenzucht in allen Fällen unzulässig ist. Es gibt bestimmte Fälle, in denen ich die PID. Dennoch bleibt das Verfahren eine Art von Zucht, egal wie man es nennt.


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    Geschrieben von Buntspecht am 21. April 2011 um 10:10
  26. @reaba: Ich habe nirgendwo geschrieben, dass die PID “verwerflich” ist. In bestimmten Fällen halte ich sie jedoch für problematisch.

    Selbstverständlich ist es legitim, sich das Beste für den eigenen Nachwuchs zu wünschen. Problematisch wird es, wenn man das Beste erzwingen will. Das beziehe ich jetzt nicht nur auf die Fortpflanzung, sondern z.B. auch auf Akademiker, die nicht akzeptieren können, dass ihr Kind eine handwerkliche Laufbahn einschlagen will (ich kenne derartige Fälle).

    Falls es Frauen geben sollte, die nur Kinder mit einer bestimmten Augenfarbe akzeptieren können oder wollen (ich beziehe mich jetzt auf Ihr Beispiel oben), dann muss man das wohl im Rahmen der natürlichen Fortpflanzung hinnehmen. Ob dieser Wunsch jedoch auch ein Verfahren wie die PID rechtfertigt, ist eine ganz andere Frage.

    Diskussionswürdig ist auch Ihre implizite Unterstellung, dass die Wünsche der Eltern (oder der Paare mit Kinderwunsch) stets an erster Stelle stehen sollten. Nach der Geburt machen Staat und Gesellschaft den Eltern diverse allgemein akzeptierte Vorschriften (Schulpflicht, etc.). Da stellt sich die Frage, warum derartige Vorschriften vor der Geburt unzulässig sein sollten.


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    Geschrieben von Buntspecht am 21. April 2011 um 10:51
  27. @buntspecht

    sie gehen recht lapidar darüber hinweg, dass es in der regel die eltern sind, die immer wieder fehl- oder totgeburten erleiden müssen, die bei sinnvoll angewendeter PID nicht notwendig wären in diesem ausmaß.
    ich halte eine selektion nach augenfarbe nicht für sinnvoll, allerdings scheint es in reproduktiv “freier wildbahn” duchaus auch äusserliche kriterien zu geben nach denen ausgewählt wird. das ist erlaubt – warum sollte eine selektion genetisch “selbstgestrickter” embryonen auf einmal in eine staatliche zuständigkeit fallen, wo die “freie wildbahn” doch immerhin noch privatsache ist? mir erschließt sich die notwendigkeit dieses zwangs nicht. und kommen sie mir nun nicht mit “lebensschutz” … der fällt bis zu bestimmten stadien der schwangerschaft doch auch in den privaten verantwortungsbereich.

    würde man staatliches interesse höher bewerten als privates, dann wäre es höchste zeit zwecks bevölkerungsstabilisierung gebärfähige beamtinnen mit entsprechendem IQ zu 4+x schwangerschaften zu überreden. geht von lebensborn bis elterngeld, klappt nur nicht wirklich…warum nur?!

    eine meiner liebsten persönlichen theorien für die nachweisliche zeugungs- und gebärunlust der deutschen: es ist nicht zu wenig geregelt, im gegenteil….und menschen, die wirklich eltern werden wollen denen wird es auch noch finanziell und bürokratisch erschwert, von der ideologischen keule der PIDgegner mal ganz zu schweigen.


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    Geschrieben von reaba am 21. April 2011 um 18:30
  28. @reaba: ich gehe keineswegs lapidar darüber hinweg, dass Paare wiederholte Tot- oder Fehlgeburten erleiden, denn ich befürworte die PID in derartigen Fällen.

    Allerdings gibt es andere use cases in denen ich die PID für höchst problematisch halte. Hierunter fallen die Züchtung von Organspendern sowie sie Selektion nach Merkmalen ohne Krankheitswert (z.B. die Geschlechterselektion). Ich kann daher nachvollziehen, dass der Gesetzgeber keinen Freibrief für die PID ausstellen möchte.

    Für die niedrige Geburtenrate in Deutschland dürften in Wirklichkeit ganz andere Gründe als die von Ihnen genannten ursächlich sein. Immerhin zählen einige erzkatholische Länder, in denen Abtreibungen und PID strikt verboten sind, zu den geburtenreichsten überhaupt.

    Viel entscheidender dürften hier das bislang hohe Berufseinstiegsalter sowie die schlechte Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Deutschland sein. Hinzu kommen noch die umfassenden Sozialversicherungen, deren Einführung in Deutschland einen wesentlichen stärkeren Geburtenrückgang verursachte als die EInführung der hormonellen Verhütungsmittel. Vergleichen Sie hierzu die Geburtenstatistiken seit Beginn der 19. Jahrhunderts.


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    Geschrieben von Buntspecht am 21. April 2011 um 21:03

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