Die Kinderwunsch-Seite
«
»

Dies und das

Erneute Verhandlung im Falle der „Kinderwunsch-Witwe“

Im Sommer dieses Jahres wurde hier bereits über den Fall einer Frau berichtet, welche die Herausgabe eingefrorener befruchteter Eizellen forderte, die aus einer IVF-Behandlung mit ihrem zwischenzeitlich tödlich verunglückten Mann stammen. Die junge Witwe plant, sich diese Eizellen im Ausland einsetzen zu lassen, um so noch ein Kind von ihrem verstorbenen Mann zu bekommen.

In der ersten Instanz wurde dies vom Landgericht Neubrandenburg abgeschmettert. Nun soll der Fall im Rahmen einer Musterklage wieder aufgerollt werden. Dazu prüft das Oberlandesgericht in Rostock den Sachverhalt erneut, wie die DPA berichtet:

„Die Frage hat wohl grundsätzliche Bedeutung“, sagte OLG-Sprecher Christian Frenzel der dpa. Eine Entscheidung darüber, ob es zu einem neuen Verfahren kommt, werde aber erst in den kommenden Monaten getroffen.“

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass das Auftauen der befruchteten Eizellen verboten wurde, da sie sich dann zu Embryonen weiterentwickeln würde und dann das Embryonenschutzgesetz gilt. Den Plänen, die Eizellen ins Ausland zu verbringen (eingefroren natürlich) wird das Urteil nciht gerecht und es ist zu hoffen, dass das OLG sich dieses Sachverhalt erneut annimmt.


Stichwörter: , ,


Kommentare

7 Kommentare für “Erneute Verhandlung im Falle der „Kinderwunsch-Witwe“”

  1. Ich bin sehr gespannt, wie die Entscheidung ausfällt!

    Ich wünsche Ines S. sehr, dass sie ihr Eigentum (wie ich finde), ausgehädnigt bekommt. Der Gedanke, dass ein Baby ebtsteht, dessen Vater nciht mehr am Leben ist, ist zwar etwas seltdam (weil selten), aber trotzdem finde ich wesentlich entscheidender, dass die Eizellen entnommen und befruchtet wurden, weil beide sich sehnlichst Kinder wünschten. Und dieser Wunsch ist ja nach wie vor existent.


    Geschrieben von hasenohr am 8. Dezember 2009 um 23:11
  2. @hasenohr: Das passiert doch öfters, dass jemand, der ein Kind gezeugt hat, vor dessen Geburt um’s Leben kommt. Ich finde den Unterschied, dass die dazwischen eingefroren waren, nicht so groß.


    Geschrieben von raise am 8. Dezember 2009 um 23:23
  3. ich glaube nur den religiös-ökologischen hardlinern geht es hier wirklich ums EschG.
    viel pragmatischer wäre: gibt es formulare für die vaterschaft in kombination mit totenschein.
    wäre waisenrente zu zahlen?

    ich glaube diese folgekosten motivieren tatsächlich die ablehnende haltung des staates. eine eingefrorene spermaprobe von münte posthum genutzt, könnte den NRW-haushalt kippen lassen 😀

    auf den halben chromosomensatz, den die frau durchaus als ihr eigentum bezeichnen könnte, wird doch gepfiffen…moralisch verbrämt natürlich.
    bin auch gespannt, was eine höhere instanz dazu befindet – wahrscheinlich nix neues…leider.

    wären es meine embryonen (sorry: vorkerne), dann hätte ich schnellst möglich einen wohnsitz im ausland mit liberaleren gesetzen und nach möglichkeit auch eine neue staatsbürgerschaft.


    Geschrieben von reaba am 9. Dezember 2009 um 12:17
  4. Ich glaube eher, dass sie damit noch bis zum europäischen Gerichtshof muss. Bei den verbrämten deutschen Gerichten ist da wohl nichts zu machen.

    Trotzdem wünsche ich Ines jetzt schon mal Glück.


    Geschrieben von Rebella am 9. Dezember 2009 um 22:24
  5. Hier geht´s übrigens zu Ines`online Petition: http://www.kiwu-witwe.de/?p=petition


    Geschrieben von Rebella am 9. Dezember 2009 um 22:31
  6. Nun ich sehe es so:

    Die befruchteten Eizellen sind Eigentum des Paares. Wenn die Frau nun Witwe ist, würde für mich das gesetzl. Erbrecht in Kraft treten; in dem Fall erbt die Witwe alles das, was ihr Mann ihr hinterlassen hat.

    M.E. müsste ihr erlaubt werden, die Eizellen auch ins Ausland zu verbringen! Ich drücke ihr die Daumen, dass sie ihre Vorderung durchsetzen kann.


    Geschrieben von Magnolia01 am 15. Januar 2010 um 06:46
  7. ich glaube nur den religiös-ökologischen hardlinern geht es hier wirklich ums EschG.
    viel pragmatischer wäre: gibt es formulare für die vaterschaft in kombination mit totenschein.
    wäre waisenrente zu zahlen?

    ich glaube diese folgekosten motivieren tatsächlich die ablehnende haltung des staates. eine eingefrorene spermaprobe von münte posthum genutzt, könnte den NRW-haushalt kippen lassen 😀

    auf den halben chromosomensatz, den die frau durchaus als ihr eigentum bezeichnen könnte, wird doch gepfiffen…moralisch verbrämt natürlich.
    bin auch gespannt, was eine höhere instanz dazu befindet – wahrscheinlich nix neues…leider.

    wären es meine embryonen (sorry: vorkerne), dann hätte ich schnellst möglich einen wohnsitz im ausland mit liberaleren gesetzen und nach möglichkeit auch eine neue staatsbürgerschaft.


    Geschrieben von alexdenipaul am 15. Januar 2010 um 07:35

Schreiben Sie einen Kommentar

Das Letzte

Lesbische Paare können künstliche Befruchtung steuerlich absetzen
Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten
Wie lange muss man nach Fehlgeburt warten mit einer Schwangerschaft?
Frohe Weihnachten
amicella Network
Frohe Weihnachten
Beeinflussen Schmerzmittel die Fruchtbarkeit?
Drei Eltern, ein Kind: Mitochondrienspende in England zugelassen
Foren-Spammer auf dem Rückzug?
Was ist die kumulative Schwangerschaftsrate und wie berechne ich sie?
Ausgehamstert: Follitropin delta aus humanen Zellkulturen
Haben Myome einen negativen Einfluss auf künstliche Befruchtung?
Mehr Sport macht auch die Spermien fitter
Sorgerechtsstreit um Embryonen
Noch wichtiger als gedacht: Orgasmus der Frau
Zuviel Serien gucken verschlechtert die Spermienqualität
Wie wirksam ist das Drilling bei PCO-Syndrom?
Eine Weihnachtsgeschichte: Was man jemandem in IVF-Behandlung NICHT sagen sollte
Definition der Sterilität durch die WHO (Update)