Das wird schon. Bei älteren Frauen kein guter Tipp


Nicht wenigen Patienten ist der zögerliche Umgang mit dem Thema unerfüllter Kinderwunsch beim „normalen Gynäkologen“ ein Ärgernis. Sicherlich ist es manchmal berechtigt, ein wenig zu bremsen, wenn eine Patientin sehr schnell (nach wenigen Zyklen) verzweifelt und reproduktionsmedizinische Maßnahmen verlangt. Oft jedoch entsteht – mit einer gewissen Brechtigung – der Eindruck, dass der Kinderwunsch von manchen Frauenärzten nicht ernst genug genommen wird, wie ich auch in meinem persönlichen Blog einmal ausführte.

Nun ist es durchaus möglich, dass jüngere Patientinnen trotz des abwartenden Verhaltens dann irgendwann auch einfach so schwanger werden. In diesen Fällen ist der Frauenarzt dann auch zu loben, da er dem Paar möglicherweise invasive Therapien ersparen konnte. Bedenklich ist diese Hinhaltetaktik jedoch, wenn die Patientin bereits älter ist. Hier besteht ein gewisser Zeitdruck durch die altersbedingt verminderte Fruchtbarkeit, weshalb es sinnvoll ist, die entsprechende Diagnostik schneller und zielgerichteter zu veranlassen.

Dies ist auch von rechtlicher Bedeutung, wie ein Urteil des Oberlandesgerichts München zeigt:
Eine 39jährige Frau begab sich wegen ungewollter Kinderlosigkeit in gynäkologische Behandlung. Der Frauenarzt empfahl lediglich das Führen einer Basaltemperaturkurve, unterließ jedoch weitere Maßnahmen, obwohl diese angezeigt gewesen wären. Als die Frau sich bei einem Reproduktionsmediziner vorstellte, zeigte sich, dass In Vitro-Fertilisation notwendig war. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Patientin jedoch das 40 Lebensjahr bereits abgeschlossen, weshalb die Krankenkassen die Kosten nicht mehr übernahmen.

Auf diese Altersgrenze hatten die Gynäkologen nicht hingewiesen. Für diesen Schaden (Behandlungskosten beim Reproduktionsmediziner) haften die vorbehandelnden Gynäkologen, so das OLG München (Urteil vom 15.11.2007). Hätten sie keine wichtige Zeit vertan, so hätte die Patientin noch im Alter von 39 Jahren mit der Spezialbehandlung (IVF-Behandlung) beginnen können und ihre Krankenkasse die Kosten dafür übernommen. Die Gynäkologen trifft im Hinblick auf rechtliche Vorgaben für eine denkbare Kassenleistung auch eine wirtschaftliche Aufklärungspflicht, die sie hier schuldhaft verletzt haben.

Es scheint also auch in seinm eigenen Interesse zu sein, wenn sich ein Gynäkologe mit der Thematik des unerfüllten Kinderwunschs ein wenig ausführlicher beschäftigt und auch Kenntnis von der Kostenproblematik hat und diese in seine Therapieplanung einbezieht.


Noch Fragen?

Dann haben Sie in unserem Kinderwunschforum die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen oder Fragen an unsere Experten zu richten. Und hier finden Sie die Übersicht über zahlreiche andere Foren von wunschkinder.net.
Die am häufigsten gestellten Fragen haben wir nach Themen geordnet in unseren FAQ gesammelt.
Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

20 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    tuerki77 schreibt

    Aha. Das endlich mal Patientenfreundlich. Genauso etwas ähnliches habe ich im Bekantenkreis gehabt. Da habe ich die Eheleute aufgeklärt, das die KK nicht mehr zahlt, wenn sie 40 ist und da sie mit 37 3/4 nicht mehr ganz so taufrisch ist und sich einfach nicht soviel Zeit lassen sollte… Wollten sie mir nicht glauben, weil der Gyn sagte, sie hätte mit ihren knapp 38 Jahren noch sooooooooooo viel Zeit… Ab 42 könnte man über Reproduktiosnmedizin nachdenken…
    Ein Danke kam dann aber doch etwas später. 😉

  2. Elmar Breitbach
    Enita schreibt

    Oh ja, an so eine FÄ bin ich auch mal geraten. Sie vermittelte mir das Gefühl, dass ich völlig bekloppt sei. Als ich dann ein halbes Jahr später die Diagnose der Kiwu-Praxis hatte, hätte ich die ihr am liebsten um die Ohren gehauen, damit sie es schwarz auf weiß sieht!
    Noch besser war der Therapeut einer Freundin, der mir nur sagte: "Sie müssen sich vom Kinderwunsch einfach verabschieden. Der macht doch auch den Sex schlecht, wer will das denn schon?" Muss ich noch erwähnen, dass er selbst 4 Kinder hatte?

    Also: Danke für den Artikel!

  3. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    "das wird schon" ist bei akuten medizinischen störungen so gut wie nie ein guter tipp.

  4. Elmar Breitbach
    greta schreibt

    ich hatte unter den ca. 10 FÄ EINEN einzigen, der mir sagte: sie sind bald 30, wir müssen was tun!

    und dann ist da noch die hürde, dass frau eine ÜBERWEISUNG vom gyn braucht, vom normalen, der ja daran gar kein interesse hat, zu überweisen, um überhaupt in der kiwu klinik zu landen!

    ich habe mich dagegen zur wehr gesetzt und denen klar gemacht, dass ich keinen gyn HABE, sonst wäre ich ja nicht in der kiwuklinik. ging dann plötzlich auch…

    wichtig ist, dass frau nen klaren kopf behält und sich SELBER informiert. sonst läuft gar nix oder nur die hälfte dessen, was könnte…

  5. Elmar Breitbach
    Elena schreibt

    Ich sehe das etwas vorsichtiger. Ja von mir aus sollen die Frauenärzte auf den Zeitfaktor aufmerksam machen. Ich schlage aber vor dass jedeR Frauenarzt/-ärztin erst mal in eine Weiterbildung zur psychosozialen Begleitung und Gesprächsführung insbesondere bei Kinderwunsch besucht. Mir wurde ab 34 Jahren Druck gemacht – aber kein konkreter Vorschlag. Bloss im Sinne von: "wie alt sind sie – ja da muss man etwas machen". "Gemacht" wurde dann allerdings gar nix bei mir auch nicht als wir vor der ersten IUI standen (da war ich dann 37) weil ja vermeintlich das Problem beim Partner war. "Jetzt machen sie mal IUI dann schauen wir dann noch bei ihnen". Kein einziges Wort über die Belastung die KiWU-Behandlung bedeuten kann. Immer noch keine klaren Auskünfte über Chancen und Wahrscheinlichkeiten. Resultat: Die Partnerschaft gerät in die massive Krise. Was macht meine FÄ, als ich ihr das berichte? Erzählt mir über ihre eigene gescheiterte Ehe. Sehr hilfreich, dankeschön.
    Sehr gerne wiesen allerdings alle ÄRzte darauf hin dass sie dann gerne ein Kärtchen hätten falls es geklappt hat. Als nächstes ging die Paarbeziehung ganz kaputt. Jetzt bin mit 39 single und kinderlos. Darf man auch ein Kärtchen schreiben "Lieber Frauenarzt, es ist in die Hose gegangen, ich bedanke mich nicht für die schlechte Betreuung"? NEin, sowas tut man natürlich nicht.

  6. Elmar Breitbach
    Buntspecht schreibt

    Diesbezüglich scheinen meine Frau und ich ja Glück gehabt zu haben. Ihre Frauenärztin hat nur ein wenig Basisdiagnostik durchgeführt und ein Spermiogramm veranlasst. Zwar sah sie keinen akuten Handlungsbedarf, weil meine Frau schon mal von mir schwanger war, aber da die Fehlgeburt schon mehr als ein Jahr zurücklag, hat sie uns dann doch an ein Kiwu-Zentrum überwiesen. Mag aber auch damit zusammenhängen, dass das Kiwu-Zentrum nur ein paar hundert Meter von der Frauenarztpraxis entfernt liegt.

  7. Elmar Breitbach
    Elena schreibt

    Ich habe mich nicht so gut ausgedrückt. Was mich vor allem ziemlich bitter werden liess ist das: Der Druck wurde gemacht blieb dann aber trotzdem sehr vage. DAraus entstand bei mir der Eindruck dass jeder Monat der verstreicht, einer zuviel ist. Als es dann Probleme gab in der Paarbeziehung war es mir wirklich nicht möglich das gelassen anzugehen. Ich litt tatsächlich unter Panikattacken und Depressionen die vom brennenden Kinderwunsch ausgelöst waren. Irgendwann kam der Punkt wo ich mir überlegen musste diesen Partner zu verlassen und mein Glück mit einem ev. neuen Partner zu versuchen. Aber auch das schien keine echte Option hatte ich doch jahrelang nur gehört sie sind ZU ALT. Dh. mein Selbstbewusstsein als Frau war auf dem Nullpunkt, Zukunftsaussichten bezüglich Paarbeziehung und Kinderwunsch schienen GLEICH NULL zu sein. Ich finde das hat alles zum zerbrechen der Paarbeziehung beigetragen und ich bin nicht bereit zu sagen dass die Frauenärzte da keinerlei Verantwortung haben. Ich wurde ja auch nicht umfassen abgeklärt dh. ich traute ja auch meinem Körper nicht mehr übern Weg – keine Ahnung wo ich diesbezüglich stehe. Ich verstehe nicht warum FRauenärzte sich nicht dessen bewusst sind was da ausgelöst wird. Erst als mit diesem Mann alles verloren war liess ich mal noch Hormonstatus machen in einer anderen KiWu. Und da war der allererste Frauenarzt der mir dann plötzlich sagte ich solle mir mal keinen solchen zeitlichen Stress machen. Schön, aber ich konnte das nicht einordnen. Zumal er nach einem ersten Hormoncheck der i.o. war dann eine Hydrosonographie vorschlug aber invasivere MEthoden zur Prüfung der Eileiterdurchgängigkeit auch nicht machen wollte "da der Kinderwunsch ja nicht akut sei". O der Kinderwunsch ist durchaus sehr akut, nur es fehlt der Partner hierzu. Sowas wollte ich mir also auch nicht mehr anhören und habe das alles dann abgebrochen.

  8. Elmar Breitbach
    grueneGurke schreibt

    Den Artikel unterschreibe ich gern.

    Ansonsten ist anzumerken, wie schnell FA zB Clomi verschreiben, obwohl keine ausreichende Basisdisgnostik gemacht wurde (Hormone, SG, EL Pruefung)… und die Frauen schlucken es wie Bonbons auch mal mehr als 6 Zyklen lang…

  9. Elmar Breitbach
    greta schreibt

    bei den umfänglichen berichten hier frage ich mich ernsthaft, wie ein vernünftiger mensch IN SOLCHEN PRAXEN verbleiben kann… ging es um herzbeschwerden, rücken oder haut, hätte man vermutlich schon 5 ärzte konsultiert, bei reproduktion bleibts dann bei einem SCHLECHTEN?

  10. Elmar Breitbach
    Elena schreibt

    es geht auch hier andersrum: FÄ schickt uns zum Kiwu-Spezialiste (also FÄ No2), welcher zum Zeitpunkt der Insemination aber nicht verfügbar ist, also ab zu FÄ no3… unter den Fingern von 3 FÄs bevor ich richtig begriffen hatte wo mir der Kopf stand.
    Es ist ja schön wenn hier an die eigenverantwortung des "vernünftigen Menschen" appelliert wird. Aber
    1. Bist du zum Zeitpunkt der KiWU-Behandlung wohl irgendwo nicht mehr vernünftig
    2. Gehe ich doch zum Arzt als Spezialist und erwarte von ihm, dass er sich besser auskennt als ich. Also höre ich erst mal darauf was er sagt. Es dauert eine ganze Weile herauszufinden dass dieser Arzt schlecht ist. Und sorry – ist das wirklich in meiner Verantwortung, dass der Arzt sich fachlich kompetent und noch dazu menschlich angemessen verhält? Eigentlich kann ich das doch von einem Profi erwarten. Es ist nun mal nicht ein neues Möbelstück das man einkauft und da erst drei Offerten einholt.

  11. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Finde ich gut, dass es zu diesem Urteil gekommen ist. Das stärkt in jedem Fall die Patientenrechte.

    Leider ist der Fall nicht immer so eindeutig, wie hier. Was wäre, wenn die Patientin erst 35 war und der Frauenarzt 4 Jahre gezögert hat, sie also nun 39 ist? Sie bekommt dann zwar ihre 3 Versuche, jedoch mit wesentlich geringeren Erfolgschancen. Und danach zahlt sie dann voll. Mit 35 wäre sie vielleicht schon nach dem 2. oder 3. Versuch Mama geworden. Auch hier müsste es Ansprüche geben.

    Ebenso der Fall, wenn nicht hinreichend diagnostiziert wurde. Es werden z.B. erstmal 3 Versuche gemacht, erfolglos. Erst danach wird z.B. eine Gerinnungsstörung festgestellt. Da nicht darauf untersucht wurde, müsste meines Erachtens auch hier die Ärztehaftung für mindestens 3 Versuche (wegen des fortgeschrittenen Alters am Besten sogar für etwas mehr) einspringen.

  12. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    liebe rebella, ich kann kaum in worte fassen, wie recht du doch hast.

    LG reaba

  13. Elmar Breitbach
    Valentina zW schreibt

    Wobei meine HÄ mir problemlos VOR der ersten ICSI eine Überweisung zur Gerinnungdiagnostik gab, als ich darum bat, weil sie auch der Meinung war, dass es besser sei das abzuklären statt ggf. unsinnig zwei oder drei Versuche zu machen, die am Gerinnungsproblemen scheitern.

    Es geht also auch anders. Allerdings, wenn ich mir das Forum so anschaue, viel zu selten. 🙁

  14. Elmar Breitbach
    hallihallo schreibt

    Ich kanns einfach nicht glauben dass man selber die Ärzte um so etwas bitten MUSS. Ich habe angefangen mich in inetforen zu informieren SOBALD die KiWu-Behandlung angefangen hat. Aber bis ich mich durchgelesen und -gewühlt hatte war schon alles den Bach runter gegangen. Jetzt im Nachhinein habe ich viele informationen mehr die mir nichts mehr nützen. Ist es denn nicht die Aufgabe der Spezialisten, Informationen zu haben und zu geben und auch danach zu handeln? das kann’s doch nicht sein.

  15. Elmar Breitbach
    KT schreibt

    Was erwartest Du von Ärzten? Dass sie Übermenschen sind? Das können sie nicht sein, denn auch Ärzte sind ganz normale Menschen mit Fehlern und Schwächen. Es ist wie in jedem anderen Beruf, es gibt welche die sind richtig gut aber die große Masse ist nunmal die große Masse und das heißt letztlich durchschnittlich. Außerdem gibt es dann noch die, die leider schlecht sind. Wobei ein durchschnittlich guter Arzt für einige Patienten trotzdem sehr gut sein kann und für andere schlecht. Es kommt darauf an was der Patient erwartet sowohl menschlich als auch fachlich. Trotzdem ist am Ende jeder für sich selbst verantwortlich. Beim Gyn ist es nunmal wie bei einer Autowerkstatt, habe ich einen BMW kann ich damit in eine freie Werkstatt (Gyn) gehen und die können sicherlich einiges daran machen, aber bei speziellen Problemen gehe ich doch auch in die Markenwerkstatt (KiWu-Praxis). Das die Werkstätten nicht immer perfekte Leistungen bringen akzeptieren wir, aber bei Ärzten regen wir uns auf.
    Den Artikel finde ich aber super, denn eines sollte jeder Gyn, eine Patientin mit KiWu aufklären und mit der Diagnostik anzufangen – aber das unabhängig vom Alter.

  16. Elmar Breitbach
    hallihallo schreibt

    nö, ich erwarte nur dass sie ihre Arbeit gut machen. DAs erwartet man von mir auch und das erwarte ich auch von der Autowerkstatt.

    Wird das Auto schlecht geflickt, ist das sehr ärgerlich. Aber nicht so "ärgerlich" wie ein verpatzer Kinderwunsch. Das ist doch wohl nochmal eine andere Ebene und damit VErantwortung.

    Zudem:
    Niemand erwartet, dass ich mich selber im Internet schlau machen soll bevor ich in die Autowerkstatt gehe, um dann als "kompetente PAtientin" dem Mechaniker vorzuschlagen, er soll mal dieses noch checken, Autoteile an den Hersteller oder Spezialfirma zurückzuschicken (als parallele zu: mich zu einem Spezialisten überweisen), dies und jenes zusätzlich verlangen, das er nicht selber vorgeschlagen hat.
    Nein: Ich darf von der Autowerkstatt erwartet dass sie mich vor Beginn der Reparatur darüber aufklärt, was kaputt ist, was sie machen werden, und welcher Aufwand und Umstände mir das bringen wird.
    Natürlich kommt es gelegentlich anders (teurer / schlecht geflickt usw.). Und der MEchaniker sagt dann auch: "sorry, konnte ich nicht vorher wissen". Aber dann wir mir niemand sagen, "hättest du dich halt vorher informiert und das und das verlangt". Nein, ich dürfte in diesem Fall auf die Sympathien meines Umfelds zählen die mit mir zusammen der Meinung wären, dass dieser Automechaniker ein Pfuscher ist. Und niemand würde sagen "erwartest du denn vom Mechaniker, dass er ein Üabermensch ist". Nur weil ich erwarte, dass er seinen Job richtig macht.

    Dazu gehört auch z.B. die entsprechenden Abklärungen vorzunehmen bevor man jemanden in die KiWu schickt. Und meiner MEinung nach gehört zum Arzt sein auch ein Verständnis für psychosoziale Aspekte dazu

  17. Elmar Breitbach
    cruzeiro schreibt

    Schlimm, schlimm,
    aber ehrlich gesagt, wenn ich diese Berichte lese, komme ich mir immer etwas spiessig vor, ich informiere mich selbständig, mache mir eigene Gedanken, stelle Arzt fragen, wiederhole die Antworten, bis ich sie mit eigenen Worten wiedergeben kann (dann habe ich es verstanden). Bevor wir den Eingriff unternahmen bei Zech in Österreich, waren wir bei 2 KiWu-Kliniken (1x Uni-Klinik, einmal in Wiesbaden zur Beratung und zu vorbereitenden Untersuchungen, bei 3 Frauenärzten und bei 1 Urologen). Bei Zech dann erneute Beratung mit Abklärung letzter Details. Bei der Kasse unterschwelllig mit Austritt gedroht, falls sie die KiWu-Behandlung in Ö nicht übernehmen würden.

    Eine Kinderwunschbehandlung ist etwas für das Paar, beide müssen mitmachen und müssen sich damit intensiv beschäftigen. Sonst klappt das selbst in der besten "Werkstatt" nicht.

    Leider ist bei vielen Paaren – so auch bei uns – die Vorstellung verbreitet, dass eine Behandlung völlig unkomplizier ist, man geht zum Arzt ohne Ahnung kriegt eine Bahandlung verordnet und dann klappt das ja dann wohl hoffentlich. Verstehen muss man das nicht, ein bisschen "Bauchgefühl" reicht wohl aus.

    Trotz Aufklärung wissen ja die meisten nicht mal, wie ein Kind im Spontanzyklus entsteht. Das war auch bei mir so.

    Um so hilfreicher waren dieser Blog hier von Doc Breitenbach, die sehr informative Homepage von Zech und natürlich das Forum "klein-putz".

    Denn wie heisst es doch so schön: "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser". Ich sage aber: "Vertrauen ist gut, aber WISSEN ist besser".

    Gruß
    cruzeiro

  18. Elmar Breitbach
    Louette schreibt

    Das Urteil ist wirklich gut, da es tatsächlich die Patientenrechte stärkt.
    Wenn ich mir so durchlese, was ihr mit euren Gyns so erlebt habt, muss ich meine zweite ja noch mal viel mehr loben.
    Zur ersten ging ich, weil ich Milchbildung hatte, ob Kinderwunsch besteht, wurde gar nicht gefragt. Sie bestimmte den Prolaktinwert und das TSH-basal, alles im Referenzbereich, also keine Behandlung erforderlich. "Wenn es Sie stört, können Sie die Pille nehmen.", dann geht das weg. Ähm, ja, nun gut, war nicht ganz das, was ich hören wollte.
    Dort bin ich auch nicht geblieben.
    Meine nächste FÄ hörte sich meinen Bericht an, frage, ob Kinderwunsch bestünde, fragte nach, wie viele Zyklen wir schon üben (ein halbes Jahr, ich war 30), Kommentar, das hätte eigentlich schon klappen müssen, wir machen einen Hormonstatus, wenn der in Ordnung ist, muss Ihr Mann zum SG. Bevor er nicht beim SG war, wird nichts bei mir gemacht.
    Es folgte eine Aufklärung darüber, wie die Verursacherverteilung ist.
    So kanns also auch gehen, allerdings hat sie erzählt, dass ihre Brüder Mumps hatten, das klingt nach familiärer Vorbelastung, sie kennt sich wirklich gut aus.
    Wies weiter ging, mein Hormonstatus war okay, mein Mann wollte nicht zum SG, hat sich Zeit erbeten. Wir haben eine Frist "ausgehandelt", nachdem die verstrichen war, habe ich meine FÄ um eine Überweisung in eine Kiwu-Praxis gebeten, die ich problemlos bekommen habe.
    Vor Behandlungsbeginn (ICSI, da so gut wie keine Spermien vorhanden) hat sie mich noch einmal ausführlich über die Behandlung und auch die psychische Belastung aufgeklärt.
    Und auch unsere Kiwu-Praxis hat uns – wenn auch nicht so ausführlich – darauf hingewiesen, dass es psychologische Unterstützung (Kooperationspartner!) gibt.
    Es kann also auch anders gehen.
    Bei uns war dann sogar die 1. ICSI direkt erfolgreich.

    Mir hätte meine FÄ übrigens nicht viel Mist erzählen können, da ich schon jahrelang mehr zufällig in einem anderen Forum in einem Kinderwunschthread mitgelesen hatte und daher sehr gut informiert war.
    Zwar erwarte ich von Ärzten auch, dass sie mich vernünftig beraten, aber ich informiere mich immer auch selbst, anders, als wenn ich mein Auto in die Werkstatt bringe. Mit Werkstätten habe ich weniger schlechte Erfahrungen gemacht als mit Ärzten,…
    Es ist immer sinnvoll, wenn man gut informiert zum Arzt geht, auch wenn es schön wäre, wenn es nicht nötig wäre.

  19. Elmar Breitbach
    Nona schreibt

    Ich finde das Urteil gut. Wenn ich überlege, was der Kinderwunsch an sich schon für eine Belastung ist, wenn er über längere Zeit oder ganz unerfüllt bleibt, möchte ich mir nicht noch den zusätzlichen Stress vorstellen, wenn man erfährt, dass man zu alt für die Kostenübernahme ist.

    Bei meiner FÄ lief alles problemlos, könnte aber auch daran liegen, dass mein Mann die Ursache war/ist. Dafür lief es beim Urologen so wie es hier viele von ihrer FÄ schildern. Wir haben haben dann auch nur Antworten nach dem Motto "Das wird schon" von ihm bekommen. Zum Glück hatte ich danach noch einen Termin bei meiner FÄ. Die hat mich dann aufgeklärt, was das für uns bedeutet und hat mir die Adresse und auch direkt eine Überweisung für die KiWuKlinik gegeben. Das Ergebnis ist gestern erst 15 Monate alt geworden 😉

  20. Elmar Breitbach
    Ela aus Wien schreibt

    Wie das Schicksal so will, habe ich meinen Mann mit 38 Jahren kennengelernt. Nun bin ich bald 40 und wir versuchen seit 8 Monaten unseren Kinderwunsch zu erfüllen.
    Mein FA meinte ich hätte Zeit bis 45! und soll es mit Gelbkörperhormonen versuchen (da FSH WErt zu doch) und soll in 6 Monaten wieder kommen. Ich meinte, dass ich keine 6 Mon auf weitere Therapie warten möchte. Da hat er mich auf 2 Monate vertröstet und mich nach Hause geschickt.
    Doch vor 2 Wochen habe ich durch eigen-recherche im Internet herausgefunden, dass meine Berechtigung auf eine IVF Förderung in 3 Wochen ausläuft. Habe die Panik bekommen und gleich bei einem KIWU Termin vereinbart. Es wurde gleich mit der Therapie begonnen und Morgen habe ich meine erste IVF Punktion… Es wurden leider nur 3 Follikel entdeckt. Da es meine erste und letzte Möglichkeit ist über die IVF-Förderung, werden wir es versuchen.

    Mein Rat immer recherchieren, hinterfragen! Keinem blind vertrauen.