Befruchtung mit Spermien des toten Ehemanns nicht erlaubt.

Oberlandesgericht München: Nicht verfassungswidrig

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Eine Kinderwunschbehandlung setzt üblicherweise voraus, das sich zwei Menschen auf ihrem Weg zur Elternschaft medizinisch helfen lassen. Was ist jedoch, wenn einer der Partner stirbt?

Treue Leser dieser Seiten erinnern sich möglicherweise noch an den Fall der Kinderwunschwitwe, über die hier auch berichtet wurde. Damals ging es um die Verwendung eingefrorener und mit dem Sperma des Mannes befruchtete Eizellen, auf deren Herausgabe die Witwe klagte. Im aktuellen Fall geht es um eingefrorene Spermien des verstorbenen Ehemannes.

Die Klage der Frau wird vor dem Oberlandesgericht München verhandelt. Sie und ihr Mann hatten sich Kinder gewünscht und deswegen auch künstliche Befruchtungen durchführen lassen. Im Juli 2015 starb der Mann nach einer Herztransplantation mit 38 Jahren, noch bevor eine dieser Behandlungen zum Erfolg geführt hatten.

Kinderwunsch besteht fort

Vor seinem Tod hatte der Ehemann noch Spermien einfrieren lassen, die nun in einer Klinik in Bayern lagern. Als die Witwe nun eine Behandlung mit den Spermien ihres verstorbenen Mannes wünschte, verwies die auf das deutsche Embryonenschutzgesetz, das eine Behandlung mit den Spermien eines Toten verbietet.

Die Frau hält dies für für verfassungswidrig und klagte dagegen. Ddas Landgericht Traunstein hat dem Wunsch der Klägerin nicht entsprochen und nun befindet sich der Fall bereits in der nächsten Instanz. Das Urteil wird erst in einigen Wochen erwartet.

„Das ist keine einfach zu klärende Frage“

Vermutlich wird dabei erneut gegen den  Wunsch der Frau entschieden:

„Wir haben lange überlegt“, sagte der Vorsitzende Richter. „Das ist keine einfach zu klärende Frage.“ Das Gericht kam jedoch zu dem Schluss, dass das Embryonenschutzgesetz in dieser konkreten Fragestellung nicht verfassungswidrig sei. „Es mögen gewisse Zweifel verbleiben, aber sie reichen nicht dafür aus, dass wir das Gesetz dem Bundesverfassungsgericht vorlegen.“

Es wird bei dem Urteilsspruch nicht darum gehen, was wünschenswert wäre, sondern es geht um die Interpretation geltenden Rechts. Und die Richter halten das Embryonenschutzgesetz für vereinbar mit der Verfassung.

Die sehr nüchterne juristische Bewertung wird den im Einzelfall Betroffenen sicher nicht immer gerecht, aber darum geht es vor Gericht eben auch nicht, so gerne man der Frau spontan möglicherweise gerne helfen würde bei der Umsetzung ihres Wunsches.



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Kommentar

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3 Kommentare

  1. Li Ripa schreibt

    Zurecht… irgendwo ist auch mal Schluss… finde das ziemlich absurd

  2. Estrela Yıldız schreibt

    Sowas können nur Menschen schreiben die bereits Kinder haben… Die arme Frau hat ihren Mann verloren und die Möglichkeit mit den bereits eingefroren en Spermien ein Kind von ihm zu bekommen! Wo ist das bitte absurd? Die Spermien sind doch eingefroren und werden nicht von der Leiche genommen. Also echt…