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Krankenkassen

Bundesrat: Erneut positive Entscheidung zur Kostenübernahme

Gestern hatte ich ja bereits angekündigt, dass sich der Bundesrat erneut mit einer Gesetzesinitiative zur Kostenübernahme bei der künstlichen Befruchtung beschäftigen würde.

Wie bereits im letzten Jahr nahm der Bundesrat erneut Stellung zur Kostenfrage und forderte die Rückabwicklung der 2004 eingeführten 50%igen Selbstbeteiligung hin zur vollen Kostenübernahme. Das klingt sehr viel deutlicher als alle anderen in der letzten Zeit gemachten Äußerungen, die sich hauptsächlich am “sächsischen Modell” orientierten, welches vereinfacht beschrieben die Selbstbeteiligung auf 25% reduziert, wenn man denn in Sachsen wohnt und dort behandelt wird.

Nun also wieder 100% und 4 Versuche wie in den goldenen Zeiten? Schön wär´s. Aber bereits zum ersten Beschluss der Länderkammer gab es von der Regierung und dem Bundestag keine Reaktion, obwohl dies eigentlich so vorgesehen war. Die andere Kammer spielt auf Zeit, jedoch ergibt sich anlässlich der aktuellen Diskussion um den demographischen Wandel ein deutlich größerer Druck, sich nun zu bewegen.

Hier Auszüge aus den Presseerklärungen:

Die gesetzlichen Krankenkassen sollen ungewollt kinderlosen Paaren künstliche Befruchtung wieder bezahlen. Ein Mehrheit der Länder schloss sich im Bundesrat einer Initiative des Saarlandes an. Angesichts des demographischen Wandels dürfe die Kinderfrage nicht am Geld scheitern. In ihrer heutigen Stellungnahme zu den geplanten Änderungen im Arzneimittelrecht betonen die Länder ausdrücklich, dass moderne Medizin keine Zweiklassenmedizin sein dürfe.

Der Nutzen für die “Zukunftsfähigkeit des Landes” übersteigt nach Ansicht der Länder die auf bis zu 150 Mio.Euro jährlich veranschlagten Kosten für die Krankenkassen.

Seit die Behandlung für die Krankenversicherten teurer wurde, ist die Zahl der künstlichen Befruchtungen um die Hälfte eingebrochen. Grund war die Kürzung der Zuschüsse auf die Hälfte 2004.

Inhaltsverzeichnis für die Artikelserie “Kostendiskussion”

  1. Kommt Bewegung in die Kostenfrage?
  2. Kostenfrage: Saarland wird von Thüringen unterstützt
  3. Kostenfrage: Volle Erstattung der künstlichen Befruchtung?
  4. Auch Hessen für vollständige Kostenübernahme
  5. Kostenfrage: Es bewegt sich etwas
  6. Bundesrat für volle Kostenübernahme
  7. FDP in NRW für volle Kostenübernahme
  8. Sachsen spendiert eine Million Euro für Kinderwunsch-Paare
  9. Die Linken: Wir haben verstanden
  10. Berlin: Kein Geld für IVF-Paare
  11. SPD: Antwort an die Linke. Schwarzer Peter zur CDU
  12. Von der Leyen: Zu ernst für politisches Zuständigkeitsgerangel
  13. Kosten: Sensation?
  14. Auch Bayern denkt über Kostenzuschuss nach
  15. Ministerinnen streiten sich wegen Kosten
  16. Neuer Vorschlag: Stiftung soll Kosten übernehmen
  17. Fällt die Altersgrenze?
  18. Neues von der Familienministerin
  19. Kostenfrage erneut im Bundesrat zur Verhandlung
  20. Bundesrat: Erneut positive Entscheidung zur Kostenübernahme
  21. Gesetzesvorschlag in der nächsten Legislaturperiode
  22. Antrag der Linken abgelehnt
  23. Richtig gewählt? Kostenübernahme durch neue Koalition geplant
  24. Noch eine leere Versprechung?
  25. Kosten: Sachsen-Anhalt zieht nach
  26. Kosten: Immer auf die Kinderlosen. Selbst schuld?
  27. Was ist eigentlich aus dem Sachsenmodell geworden?
  28. Kosten: Bundesratsinitiative abgeschmettert
  29. Lauterbach für Kostenübernahme bei künstlicher Befruchtung
  30. Kostenübernahme: Neue Initiative Thüringens im Bundesrat
  31. Änderung der Kostenübernahme bei künstlicher Befruchtung?
  32. Kostenübernahme: Frau Schröder macht ernst!
  33. Mehr Kassenleistung bei künstlicher Befruchtung?
  34. DIE LINKE: Künstliche Befruchtung diskriminierungsfrei gewähren
  35. Es bleibt schwammig, unklar und unbefriedigend
  36. Kostenübernahme: Zwischenstand
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Kommentare

3 Kommentare für “Bundesrat: Erneut positive Entscheidung zur Kostenübernahme”

  1. Ich hoffe nur, dass es nicht wieder eine Vorwahlkampagne ist und dass die sich endlich bewegen! Die Entscheidung ist mehr als überfällig!


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    Geschrieben von blume am 3. April 2009 um 21:11
  2. Ich frage mich, wie die Journalisten auf eine durchschnittliche Zahlung von 3200 Euro für eine künstliche Befruchtung kommen. Wir sind im ersten Versuch und haben bereits 5577 Euro gezahlt und das ist noch nicht alles. Ich finde es menschenunwürdig, wir man bei den KK um das Geld betteln und immer neue Bescheinigungen bringen muss. Das belastet die Beziehung und auch die Behandlung. Für Autos gíbt die Regierung natürlich gern das Geld aus, wir brauchen ja auch keine Kinder.


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    Geschrieben von Willi am 4. April 2009 um 21:15
  3. Hallo Willi,

    die 3.200 Euro passen schon. Wenn die Behandlung anteilig von den Kassen getragen wird! Dann gilt nämlich der Gebührenabrechnungskatalog EBM. Selbstzahler werden nach dem GOÄ abgerechnet und da kann dann die gleiche Leistung wesentlich teurer werden.


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    Geschrieben von Rebella am 4. April 2009 um 22:07

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