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Dies und das

Antrag der Linken abgelehnt

Ich habe es ja bereits vorher gewusst und einer besonders prophetische Gabe bedurfte es dazu nicht:

Nur schade, dass Anträge der Linken immer abgeschmettert werden. Und seien sie noch so wünschenswert oder gar vernünftig.

Der Antrag der Partei “Die Linke” wurde von allen anderen Fraktionen abgelehnt, wie auf der Webseite des Bundestages heute zu lesen ist:

Keine Rücknahme der Kürzungen bei künstlicher Befruchtung

Die Kostenübernahme für Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung wird nicht, wie von der Linksfraktion in einem Antrag (16/11663) gefordert, wieder ausgeweitet. Der Bundestag lehnte die Vorlage mit den Stimmen der aller Fraktionen gegen die Stimmen der antragstellenden Linken ab. Damit bleiben die seit 2004 geltenden Einschränkungen für solche Maßnahmen bestehen.

Auch wenn die aktuelle Diskussion (siehe unten) im Hinblick auf die Kostensituation bei der künstlichen Befruchtung erfreulicherweise in die richtige Richtung geht, so war von vorneherein klar, dass die Abgeordneten der anderen Fraktionen eher in ihrer Gesamtheit tot umfallen, als einem Antrag der Linken zuzustimmen.

Der Favorit der zuständigen Ministerin (zumindest hat sie das Thema an sich gerissen) ist ohnehin nicht die vollständige Kostenübernahme, sondern das sächsische Modell, welches deutlich billiger wäre.

Möglicherweise war mit ein Grund für die Ablehnung auch die Tatsache, dass die Linken in ihrem Antrag die Kostenübernahme ausschließlich für verheiratete Paare kritisierte und hier eine Ausweitung der vom Gesetz Begünstigten verlangte.

Schön ist das Dokument der Ablehnung dieses Antrags [PDF]: Unter Punkt “B. Lösung” findet sich lediglich der lapidare Hinweis der Ablehnung des Antrags durch alle Fraktionen. Unter Lösung verstehe ich eigentlich etwas anderes. Noch besser ist allerdings der nächste Punkt “C. Alternativen”. Hier steht lediglich der Vermerk “Keine”.

Es ist schon interessant, wie Politik funktioniert. Normalerweise würde man sich ja vorstellen, dass das Thema gründlich durchdiskutiert wird und die anderen Parteien ihre eigenen Alternativen zu diesem Thema einbringen und zum Schluss wird abgestimmt. Denn diese Alternativen existieren ja, wenn man den Verlautbarungen der Familienministerin Glauben schenken kann, zumindest ist den Schubladen des Familienministeriums. Aber nein vermutlich ist das zu mühsam oder gegen die Geschäftsordnung oder beides. Es heben nur alle ihre Stimmkärtchen und lehnen ab und legen die Pläne auf´s Eis.

Inhaltsverzeichnis für die Artikelserie “Kostendiskussion”

  1. Kommt Bewegung in die Kostenfrage?
  2. Kostenfrage: Saarland wird von Thüringen unterstützt
  3. Kostenfrage: Volle Erstattung der künstlichen Befruchtung?
  4. Auch Hessen für vollständige Kostenübernahme
  5. Kostenfrage: Es bewegt sich etwas
  6. Bundesrat für volle Kostenübernahme
  7. FDP in NRW für volle Kostenübernahme
  8. Sachsen spendiert eine Million Euro für Kinderwunsch-Paare
  9. Die Linken: Wir haben verstanden
  10. Berlin: Kein Geld für IVF-Paare
  11. SPD: Antwort an die Linke. Schwarzer Peter zur CDU
  12. Von der Leyen: Zu ernst für politisches Zuständigkeitsgerangel
  13. Kosten: Sensation?
  14. Auch Bayern denkt über Kostenzuschuss nach
  15. Ministerinnen streiten sich wegen Kosten
  16. Neuer Vorschlag: Stiftung soll Kosten übernehmen
  17. Fällt die Altersgrenze?
  18. Neues von der Familienministerin
  19. Kostenfrage erneut im Bundesrat zur Verhandlung
  20. Bundesrat: Erneut positive Entscheidung zur Kostenübernahme
  21. Gesetzesvorschlag in der nächsten Legislaturperiode
  22. Antrag der Linken abgelehnt
  23. Richtig gewählt? Kostenübernahme durch neue Koalition geplant
  24. Noch eine leere Versprechung?
  25. Kosten: Sachsen-Anhalt zieht nach
  26. Kosten: Immer auf die Kinderlosen. Selbst schuld?
  27. Was ist eigentlich aus dem Sachsenmodell geworden?
  28. Kosten: Bundesratsinitiative abgeschmettert
  29. Lauterbach für Kostenübernahme bei künstlicher Befruchtung
  30. Kostenübernahme: Neue Initiative Thüringens im Bundesrat
  31. Änderung der Kostenübernahme bei künstlicher Befruchtung?
  32. Kostenübernahme: Frau Schröder macht ernst!
  33. Mehr Kassenleistung bei künstlicher Befruchtung?
  34. DIE LINKE: Künstliche Befruchtung diskriminierungsfrei gewähren
  35. Es bleibt schwammig, unklar und unbefriedigend
  36. Kostenübernahme: Zwischenstand

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Kommentare

3 Kommentare für “Antrag der Linken abgelehnt”

  1. zitat EB: “Normalerweise würde man sich ja vorstellen, dass das Thema gründlich durchdiskutiert wird und die anderen Parteien ihre eigenen Alternativen zu diesem Thema einbringen und zum Schluss wird abgestimmt.”

    das wird (angeblich) ja innerparteilich geleistet und im bundestag werden dann nur noch die jeweiligen weltsicht-lastigen vorschläge abgestimmt.
    alles ziemlich untransparent, vorbei an den betroffenen menschen und völlig ideologisch überfrachtet, schlicht ineffizient.
    unter anderem aber auch obstruktion eines systems, dass nicht primär so konstruiert wurde, dass es dem individuum dient, sondern eher dem zusammenschluss gleichgesinnter.

    ich sehe das nicht als schlappe für die linken (höchstens formal), sondern für die regierung, die nachhaltig betroffene paare im regen stehen läßt. JETZT hätte frau vdL ja ihre chance zur verbesserung der situation nutzen können.

    soviel zu ernsthaftigkeit von politikern in zeiten des herrannahenden wahlkampfes…


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    Geschrieben von reaba am 25. April 2009 um 09:36
  2. soviel zu Ernsthaftigkeit von Politikern in Zeiten des herrannahenden Wahlkampfes…

    Das sehe ich leider auch so


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    Geschrieben von Elmar Breitbach am 25. April 2009 um 10:41
  3. Das ist ja auch der Grund, warum in unserer Politik kaum mal was funktioniert. :-(


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    Geschrieben von Rebella am 26. April 2009 um 00:23

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