Alles Gute, Frau Schröder!

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Die Bundestagswahl ist ja eindeutig zugunsten der Unionsparteien ausgegangen. Was dies für Kinderlose Paare bedeutet, ist aktuell noch unklar. Sicher ist, dass die bisherige Familienministerin Kristina Schröder ihr Amt über die aktuelle Legislaturperiode hinaus nicht mehr ausüben wird, wie die FAZ berichtet.

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass sie familiäre Gründe für ihren Rückzug nennt.

Natürlich sei ihr klar, dass manche jetzt sagen würden, gerade eine Familien- und Frauenministerin, die für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie auch in Führungspositionen kämpfe, dürfe nicht aus familiären Gründen auf ein mögliches künftiges Amt im Kabinett verzichten.

Ok, dann verzichten wir jetzt mal auf die vollständige Verwandlung dieser Steilvorlage und gestehen ihr zu, dass es unabhängig von der Familienpolitik schön sein kann, mehr von seinem Kind zu erleben.

Frau Schröder verdanken wir sicherlich einige familienpolitische Merkwürdigkeiten (Stichwort „Herdprämie“), aber eben auch das Kinderwunschförderungsgesetz, welches die Kosten (Eigenanteil) für eine künstliche Befruchtung deutlich reduziert. Und dafür ist ihr zu danken. Es war grundsätzlich begrüßenswert, eine Familienpolitikerin in der Regierung zu haben, die der künstlichen Befruchtung positiv gegenübersteht.

Was kommt nun?

Nun, es scheint so, dass nun das vollständigen Gegenteil kommt: Schwester Dorothee wurde bereits vor der Wahl vom Spiegel als mögliche Nachfolgerin im Familienministerium gehandelt.

Aus Sicht von Paaren, die auf eine künstliche Befruchtung zur Erfüllung ihres Kinderwunschs angewiesen sind, ist die aktuelle familienpolitische Sprecherin der CSU, Dorothee Bär, eine sehr unerfreuliche Alternative. Hat sie doch ihren Bedenken zur IVF und Schröders Plänen zur Kostenübernahme ausgerechnet in einem Interview mit der katholischen Nachrichtenagentur Ausdruck verliehen. Ausgerechnet. Denn die Haltung der katholischen Kirche zur IVF ist bekannt kompromisslos und wurde in „Dignitas personae“ ausführlich dargelegt.

In diesem Interview erhob Frau Bär zahlreiche Einwände gegenüber der IVF und ICSI. Interessant war dabei die typische Haltung für christlich motivierte Gegner der IVF, die von der künstlichen Befruchtung so abgestoßen sind, dass bereits die differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema nicht möglich scheint.

Auch in dem erwähnten Interview war ihr daher eine Reihe recht dümmlicher oder absichtlich falscher Argumente ausreichend, um die Kinderwunschbehandlungen zu diskreditieren. Natürlich habe ich mir damals die Mühe gemacht, ausführlich auf diese Fehler hinzuweisen.

Wenn das die neue Sicht der Dinge im Familienministerium sein sollte, dann können wir uns schon auf schwierige Zeiten einstellen.



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Kommentar

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19 Kommentare

  1. Greta S schreibt

    sollten wir dann nicht vielleicht JETZT schon einen kleinen shitstorm… ? oder so????
    die bär ist doch eine aus zeiten VOR den social media. WIE beherrschen selbige.

    vielleicht sollten wir sie auf ihr amt vorbereiten?

    und schon mal die öffentlichkeit sensibilisieren????

    geht da nicht was?

    letztlich kriegt man JEDEN menschen klein… außer mutti *g*

  2. Elmar Breitbach schreibt

    Oho…

    Nicht die Fr. Bär unterschätzen. Die ist bei FB, Twitter etc. Wo selbst altgediente Internetkämpen sich immer noch nicht hintrauen.

    Aber sensiblisieren ist immer gut. Ich dachte eigentlich auch, mit diesem Artikel bereits damit begonnen zu haben. Ich habe auch bereits 25 Abmeldungen vom Email-Newsletter 😉

  3. Greta S schreibt

    *lol* herrlich! sind die katholiken ausgetreten??? sollten sie mal lieber woanders tun 😉

    nun gut, „wir können auch anders“ 😉 bei frau schröder waren wir ja nett, weil sie uns half und als junge mutter… aber… wie gesagt… wir können auch anders…

    vermutlich hat sie noch ne black-list, wo wir mit IP und mailadresse drauf sind, vom letzten mal „anblasen“ 😉

  4. Greta S schreibt

    PS: die FB-verweigerung hat nix mit trauen zu tun 🙂 sondern mit „nötig haben“…

  5. Buntspecht schreibt

    Erstmal die Koalitionsverhandlungen abwarten. Vielleicht bleibt das Familienministerium ja gar nicht bei der Union.

  6. Elmar Breitbach schreibt

    OK, warten wir es ab. Wobei „Familie“ ja ganz offenbar zu den zentralen Themen der Union gehört. Ich kann mir kaum vorstellen, dass sie sich das nehmen lassen. Schaun wer mal.

  7. Buntspecht schreibt

    Im Falle einer großen Koalition wird die Union entsprechend der Sitzverteilung ja rechnerisch 6,1 von insgesamt 16 Ministerposten abgeben müssen. In der gegebenen Situation kann ich mir auch nicht vorstellen, dass sich die SPD billiger verkaufen wird. Wenn man bedenkt, dass sogar die FDP 5 Ministerposten hatte, wird die SPD eher verlangen, dass auf 7 aufgerundet wird.

    7 von 16 Ministern sind eine Menge Holz. Da wird die Union zwangsläufig das eine oder andere Ministerium abgeben müssen, das sie eigentlich lieber selbst besetzen würde.

  8. Greta S schreibt

    hoffen wir mal, buntspecht, dass du recht behälst 😉 und frau bär bemerkt, dass sie SELBER DREI kleine kinder unter 5 jahren hat…. was will sie da eigentlich im kabinett?

    lieber in die kinder investieren, sonst müssen WIR uns später um IHRE kinder kümmern!

  9. Rebella schreibt

    Ach du K…., Frau Bär als Familienministerin will ich nie und nimmer. Bloß nicht!

    Warum nur haben so viele Deutsche die CDU gewählt? Ich bin so sauer wegen diesem Wahlergebnis. – Unser CDU Abgeordneter hat uns übrigens 2mal mit Werbung belästigt, dass wir ihn wählen sollen. Die hatten einfach zu viel Kohle, um auf Bauernfängerei zu gehen. Und ich glaube auch, viele Wähler haben den Wahlzettel mit einem Lottoschein verwechselt. Von wegen: „Ich kreuze das an, was nachher auch gewinnt. Dann habe ich selbst auch gewonnen.“ … Wir müssen das nun ausbaden.

    Shit-Storm für Frau Bär – ich bin dabei!

    Wen gibt es denn noch unter den Abgeordneten, der oder die als Familienminister geeignet wäre?

  10. Buntspecht schreibt

    @Rebella: Es war doch von Anfang an klar, dass Rot-Grün keine Mehrheit haben würde. Durch die Abspaltung der WASG, die dann in der Linken aufging, ist die SPD nun einmal keine Volkspartei mehr. Wenn die SPD in absehbarer Zeit mal wieder einen Kanzler stellen möchte, dann wird das nur über Rot-Rot-Grün gehen. Und Rot-Rot-Grün hätte ja auch heute schon eine Mehrheit. Solange die SPD das aber von Anfang an ausschließt, brauchst Du Dich nicht zu beschweren. Sooo viele Wähler haben nämlich gar nicht die Union gewählt. Letztendlich waren es nur 41,5%.

  11. Rebella schreibt

    Ja, Buntspecht, und auch nur 41,5% von denen, die zur Wahl gegangen sind, also nur rund 30% der Wähler. Leider stellen sie trotzdem fast 50% der Abgeordneten …

    Und ja, die SPD war mit Steinbrück auch nicht gerade so glänzend … Trotzdem wäre ich nun auch für Rot-Rot-Grün. Leider wird es wohl nicht dazu kommen.

  12. Elmar Breitbach schreibt

    @Rebella dieser Berechnung liegen die gleichen Prinzipien zugrunde, mit denen andere Leute die Schwangerschaftsrate bei IVF auf 10% herunterrechnen.

    Hinzu kommt, dass Sie Wahlberechtigte und Wähler durcheinanderschmeißen. Ein Wahlberechtigter, der nicht wählt, ist nun mal kein Wähler. Oder, um es mit Brösels Werner zu sagen: „Ein Taucher, der nicht taucht, taucht nix.“

  13. Rebella schreibt

    o.k., ich korrigiere mich: 30% der Wahlberechtigten waren nur für die CDU.

    Und die Schwangerschaftsraten bei IVF sind eben niedriger, wenn man pro begonnenem Versuch rechnet und nicht pro Transfer. Allerdings landen wir da trotzdem noch bei mehr als 10%.

  14. Elmar Breitbach schreibt

    Genau, Rebella. Siehe meinen Link im Kommentar. Eben genau dies sagte ich ja 😉

  15. Greta S schreibt

    …also ICH sehe noch nicht, dass wir übermorgen schon eine neue regierung haben…. und eine frau bär mithin….

    regierungs“freie“ zeit bis weihnachten??? wäre doch auch mal nett 🙂

  16. Gerda M. schreibt

    Frau Schröder war echt ne Gute! Schade das sie geht…hat sich sehr für „uns“ eingesetzt!!

  17. Rebella schreibt

    Ich sehe gerade, nicht D. Bär, sondern Manuela Schwesig, SPD, wird derzeit als potentielle Familienministerin gehandelt.

    Direkt vor auf ihrer Webseite steht: „Familien sind heute so bunt, wie das Leben und können nicht mehr auf das klassische Mutter-Vater-Kind-Modell reduziert werden. Von Patchwork- über Mehrgenerationen- bis hin zu Regenbogenfamilien – überall dort, wo Menschen füreinander einstehen und Verantwortung übernehmen wollen, sind Familien.“

    Das wäre doch die Richtige für dieses Amt. Hoffentlich bekommt sie es. …

  18. Greta S schreibt

    adele, dorothee – nix is mit INTERNETministerin *lol* und FAMILIENministerin!

    die gehandelte frau sch. ist ja eine der guten in ihrer partei… hoffentlich verdirbt sie nicht ihr „neues umfeld“ 😉

  19. Buntspecht schreibt

    Lag ich also doch richtig mit meiner Prognose, dass die Union das Familienministerium abgeben könnte.