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Dies und das

Mixa gegen Kostenübernahme

Die Lobbyarbeit der katholischen Kirche rollt an. Aufgeschreckt durch Absichtserklärungen verschiedener Politiker die Kostenübernahmeregelung für die künstliche Befruchtung zugunsten der betroffenen Paare zu ändern, greift sie nun aktiv in die Diskussion ein. Die Tagespost schreibt gegen eine Änderung der Kostenübernahmeregelung und stellt die Maßnahmen Sachsens als Provinzposse dar.

Nun meldet sich der katholische Bischof Walter Mixa zu Wort. Er ist in der Deutschen Bischofskonferenz für Familienfragen zuständig. Bei den meisten gängigen Methoden der Reagenzglastbefruchtung würden mehr Embryonen erzeugt als später für die Schwangerschaft nötig seien, sagte Mixa am Mittwoch in Augsburg. Die anschließende Vernichtung sogenannter überzähliger Embryonen sei aber faktisch die «Tötung von Menschen». Obwohl ungewollte Kinderlosigkeit für Ehepaare ein schweres Los sei, dürfe für die Erfüllung persönlichen Lebensglücks nicht das Leben anderer Menschen geopfert werden, fügt er noch ganz im Tenor der kürzlich veröffentlichten Enzyklika “Dignitas personae” hinzu.

Der Kampf gegen die IVF tobt an vielen Fronten. Die Wortwahl in Polen ist da wesentlich heftiger, sogar von Euthanasie ist dort die Rede und eine Volksabstimmung gegen die IVF wird von der Kirche massiv unterstützt.

Gerade in Deutschland wird der Kirche vor allem bitter aufstoßen, dass hinsichtlich der Kostenfrage die einzige Verbündete die SPD ist, während die CDU aus Sicht des Klerus das “C” nicht mehr ernst genug nimmt. Und wie so oft, wenn Hinterzimmergespräche und stille Lobbyarbeit nicht fruchten, kommt insbesondere die katholische Kirche sehr rumpelig rüber in ihre Öffentlichkeitsarbeit.

Nachtrag: Heute fand ich eine Zitat, welches wirklich schon fast lustig ist:
Die internationale Finanzkrise aber auch die sinnlosen Kriege auf der Welt zeigten, dass das Vertrauen auf die eigenen technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten allein den Menschen in die Sackgasse führe. Mixa warnte in diesem Zusammenhang auch vor Überlegungen, die künstliche Befruchtung zur Erfüllung des Kinderwunsches zukünftig staatlicherseits zu fördern. „Bei den meisten gängigen Methoden künstlicher Befruchtung werden mehr Embryonen erzeugt als später für die Schwangerschaft gebraucht werden.
Krieg, Finanzkrise und IVF. Was man so alles in einen Topf bekommt, wenn man nur wirklich will…


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Kommentare

14 Kommentare für “Mixa gegen Kostenübernahme”

  1. Ich sags ja ungern, aber es ist durchaus sinnvoll, dass die Kirche keine weltliche MACHT mehr besitzt und nur auf ihre *Glaubensschäfchen* zurückgreifen kann. Ich hoffe nur die Schäfchen sind nicht so dumm, wie man annimmt.


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    Geschrieben von Feenstaub26 am 25. Februar 2009 um 21:32
  2. Wenn Herr Mixa onaniert, ist das dann auch “Tötung von Menschen”? Ach nein, Spermien sind ja nur halbe Menschen, da fehlt die Eizelle, das sind doch bloß die Männer! Obwohl - “bloß die Männer” ist gut, die Männer sind doch die, die arbeiten gehen und sogar Priester werden dürfen, Papst sogar, während die Frauen zu Hause am Herd stehen müssen. Überhaupt, Onanie, war das nicht gleich diese andere Sünde? Ahhh verdammt, ich check’s nicht! Verflucht knifflige Kiste, dieser Katholizismus…


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    Geschrieben von Tastentiger am 25. Februar 2009 um 23:33
  3. Ja, Tastentiger, Onanie - ganz böse böse! Allerdings: “Ob und in welchem Maße bei der Masturbation Schuld vorliegt, hängt somit auch davon ab, wieweit Einsicht und Freiheit mitspielen” (Kath. Erwachsenen-Katechismus II, S. 379) Also: Wer doof ist, darf …

    Interessant in dem Zusammenhang: Der biblische Onan, der der Sache den Namen hinterlassen hat, hat es sich gar nicht “selber gemacht”. Bei ihm war es eigentlich ein Coitus unterruptus, da er seine Schwägerin nicht schwängern wollte.


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    Geschrieben von Rebella am 25. Februar 2009 um 23:56
  4. @Feenstaub: Ich sage es auch ungern, aber es ist immer wieder nötig: Die christlichen Kirchen haben auch im säkulären Staat noch viel zu viel Macht und leider werden sie darin auch von allen ihren “Schäfchen” unterstützt. Würden alle oder wenigstens noch viel mehr Menschen geschlossen aus der Kirche austreten, würde diese Macht zusammenbrechen und kein Mensch mehr würde sich für diesen ollen Mixa interessieren.


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    Geschrieben von Rebella am 26. Februar 2009 um 00:00
  5. Ich könnte da jetzt wieder auf die baptistischen Freikirchen verweisen, denen es unserer Staat zu verdanken hat, daß in der Weimarer Republik die Zivilehe eingeführt wurde - ein elementarer Bestandteil einer säkularen Gesellschaft…
    Wer sind denn “die christlichen Kirchen”? Ich möchte doch wiederholt sehr darum bitten auf deine unzulässigen Pauschalisierungen und Rundumschläge gegen alles Christliche zu verzichten. Ich sage ja auch nicht, daß alle Atheisten oder Andersgläubigen des Teufels sind.
    Im übrigen, die polemischen Falschdarstellungen von Vertretern der kath. Kirche werden durch diese Verallgemeinerungen auch nicht wirklich entwertet.


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    Geschrieben von remis am 26. Februar 2009 um 08:37
  6. Weimarere Republik stimmt nicht, wie ich gerade sehe - das war schon deutlich früher!


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    Geschrieben von remis am 26. Februar 2009 um 08:39
  7. ..die sind ja zur zeit mächtig beschäftigt die katholischen brüder…williamson verstecken, in polen ein bischen zündeln, jetzt auch noch seelenkneten der deutschen parlamentarier mit dem “C”…politisch umtriebig für einen verein der als ziel in den statuten das eher “geistige” betont ;-)

    remis: nenne mir bitte einen christlichen glaubensverein, der sich neutral bis sogar positiv für ungewollt kinderlose verwendet…!
    im einzelfall und an der basis mag es sicher priester/pastore geben die genug empathie besitzen um so einem paar zu helfen, aber offiziell dürfen sie es meist nicht.

    die formen der christlichen einflussnahme auf bisher nicht sensibilisierte menschen (persönliche schätzung 98% der bevölkerung) sind subtil, laufen eher unmerklich ab, kommen selten so bollerig rüber wie die euthanasie-hetze gegen kinderwunschpaare…es ist wie werbung; nur finanziert hier in D den “werbe-etat” der steuerzahler, selbst der der aus diversen glaubensvereinen ausgetreten ist.


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    Geschrieben von reaba am 26. Februar 2009 um 09:48
  8. @reaba: das kann ich nicht, war aber auch gar nicht Absicht meiner Aussage.


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    Geschrieben von remis am 26. Februar 2009 um 10:25
  9. Das sich die katholische Kirche wieder mal in Belange einmischt, von der sie keine Ahnung hat ist klar. Herr Mixa sollte sich mal um sein Seelenheil kümmern - wir Kinderlose finden unseres darin, dass wir uns dabei helfen lassen, doch noch Eltern zu werden.
    Ich persönlich glaube an Gott und auch daran, dass er es für gut hält, sich helfen zu lassen.
    Wie wäre es denn, wenn die katholische Kirche einen Fond einrichtet für uns BEtroffene: schließlich ist die Kirche auch an Firmen beteiligt, die die Pille herstellt!!!


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    Geschrieben von janna am 26. Februar 2009 um 12:19
  10. Aber der Mixa war doch auch der Erfinder der “Gebärmaschine berufstätige Mutter”. Sollte es bei uns also jemals klappen, würde aus mir eine “menschenopfernde Gebärmaschine”. Auweia.

    Ich bin ganz froh, dass die Kirche (der ich nicht angehöre) nicht nur aus Mixas besteht, das sehe ich wie remis.

    Ohne IVF gibt es weniger Leben, warum konzentriert er sich nicht eher darauf als auf eine befruchtete Eizelle, die nicht transferiert wird.


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    Geschrieben von tintenklecks am 26. Februar 2009 um 14:27
  11. Es macht mich immer wieder wütend, wenn Menschen die von der Sache überhaupt keine Ahnung haben, ihre nicht gefragte Meinung abgeben müssen. Die katholische Kirche hat schon genug Unheil angerichtet, mit ihrer konservativen Meinung.


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    Geschrieben von madita12 am 26. Februar 2009 um 14:42
  12. Auch hier hat Mixa gerade wieder voll ins Fettnäpfchen getreten:

    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,610333,00.html

    Wes geistiges Kind …


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    Geschrieben von Rebella am 2. März 2009 um 22:45
  13. @Rebella: Danke für den Link! Hach was rege ich mich auf! Unfassbar was der Mann von sich gibt….!


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    Geschrieben von Nadja am 3. März 2009 um 09:52
  14. Scheint kein Ausrutscher gewesen zu sein:

    http://www.sueddeutsche.de/bayern/758/460392/text/

    Eigentlich sollte man ja froh sein, wenn man von solchen Leuten abgelehnt wird.


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    Geschrieben von Rebella am 4. März 2009 um 15:06

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