|
Der Kinderwunsch von Männern ist stärker als der von Frauen “über den Partner vermittelt” ist und mehr von der Partnerschaft abhängig, so das Ergbnis von 100 Interviews, welche die Freiburger Soziologin Cornelia Helfferich durchführte. Während Frauen oft einen “Vater für ihr Kind” wollten, traf Helfferich keinen Mann, der eine “Mutter für sein Kind” suchte.
Karriere und Einkommen bestimmen den Kinderwunsch
Im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung befragten Wissenschaftler in den Jahren 2001 bis 2004 rund 1500 Männer im Alter von 25 bis 54 Jahren in Gelsenkirchen, Freiburg Umland, Freiburg und Leipzig unabhängig von ihrer Nationalität. Eine zentrale Erkenntnis der Studie “Männer leben”: Männer mit einer hohen Qualifikation oder einer langen Ausbildung bekommen oft erst mit über 35 Jahren Kinder. 22 Prozent der hochqualifizierten 35- bis 44-jährigen Männer haben keine Kinder; bei den Frauen sind es einer Vorläuferstudie zufolge 47 Prozent.
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung rechnet damit, dass der Anteil der lebenslang Kinderlosen steigt. Heute hat bereits jeder vierte Mann zwischen 45 und 50 Jahre keine Kinder.
Auch ein geringes Einkommen hemmt den Kinderwunsch: 38 Prozent der Männer ab 34 Jahren mit einem monatlichen Nettoeinkommen unter 1 500 Euro sind kinderlos. Bei Männern, die 2 500 Euro und mehr verdienen, sind es nur elf Prozent. Frauen mit einem unterdurchschnittlichem Einkommen bleiben zu 40 Prozent kinderlos.
Wassilios Fthenakis, Direktor des Staatsinstituts für Frühpädagogik in München sieht keinen wesentlichen Unterschied in der Ausprägung des Kinderwunsches bei Männern und Frauen. Jedoch sind die gesellschaftlichen Verhältnisse gegenwärtig nicht dazu geeignet diesen auch gleichbereichtigt umzusetzen, solange eine “Mutterideologie” in Deutschland vorherrsche.
Kommentare
Kein Kommentar bisher für “Frauen machen den Mann zum Vater”
Schreiben Sie einen Kommentar