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Spiegel-Interview mit Prof. Kentenich

Ein sehr lesenswertes Interview, welches anlässlich der Titelstory zum Thema Kinderwunsch im Spiegel auf der Online-Seite des Magazins erschienen ist. Lesenswert nicht nur, weil ich das meiste bedenkenlos unterschreiben würde und die Auslandsthematik von ihm mit Recht sehr offensiv behandelt wird, sondern auch, weil die Fragen gut sind.

Zum Schluss des Interviews fasst er die Forderungen noch einmal zusammen:

Erstens sollen die Kassen wieder drei bis vier Versuche voll finanzieren, auch bei unverheirateten Paaren. Schließlich garantiert der Trauschein doch wohl keine glücklichere Kindheit. Zweitens muss das Embryonenschutzgesetz verändert werden. Wir wollen die entwicklungsfähigsten Embryonen auswählen dürfen. Außerdem muss geklärt werden, was aus eingefrorenen “verwaisten Embryonen” wird, wenn die Mutter den Transfer nicht mehr wünscht. Solche Zellen dürfen wir derzeit nämlich nicht vernichten und es ist unklar, ob eine fremde Frau einen dieser Embryonen adoptieren kann. Und drittens muss das Familienrecht im Bereich der Samenspende endlich neu geregelt werden. Derzeit kann beim Kind einer ledigen Frau der Samenspender zum Vater bestellt werden, oder sogar der Arzt haftbar gemacht werden, wenn der Spender nicht verfügbar ist.

Hier geht es zum Interview


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Kommentare

12 Kommentare für “Spiegel-Interview mit Prof. Kentenich”

  1. Hat mir sehr gefallen.
    Wenn jemand auf ihn hören würde…!

    Geschrieben von Ich am 27. Mai 2008 um 10:27
  2. Tolles Interview:

    Keine verwurschtelte Ankettung von medizinischen Begrifflichkeiten. Einfach geradeaus … So, wie ich es mag !

    Doch eines hat mich jetzt verwirrt:

    “Verwaiste Kryos” dürfen nicht vernichtet werden ? Wir haben 2003 die Aufbewahrung unserer Eskimos nicht mehr verlängert. Wo sind sie denn dann jetzt ? Kann mir das mal jemand erklären ?

    Auf einmal tut sich so ein winziges Hirngespinst auf. Wenn sie doch noch da sind, könnte man evtl. ja …

    Gruß DIDI

    Geschrieben von DIDI am 27. Mai 2008 um 10:56
  3. Ich steh ja sonst nicht so auf den katholischen Rheinländer ;-) wegen seiner Auffassung zum Kaiserschnitt. Aaaaber:

    In seiner Praxis fühlte ich mich überaus und immer wohl, gut aufgehoben und nach den wirklich ausgefallensten aber besten Möglichkeiten behandelt.

    Ich weiß, dass sie dort, auch am Rande der deutschen Möglichkeiten, alles tun, um KINDER entstehen zu lassen und Menschen zu ELTERN zu machen.

    Denn - katholisch hin oder her - was genau eine Familie, eine Mama und ein Papa sind, das hat er wohl begriffen, dass das relativ egal ist und flexibel gehandhabt werden muss. Denn wie heißt es so schön: nur die Liebe zählt. Trauschein ist kein Synonym dafür :-)

    Geschrieben von Greta am 27. Mai 2008 um 11:28
  4. @Greta: Nix gegen Katholiken. Wenn sie nicht Papst oder Bischof sind. Ich bin schließlich auch kath. und (rein genetisch) sogar Rheinländer. Gegen diese Kombination ist also absolut nichts zu sagen…

    Geschrieben von E. Breitbach am 27. Mai 2008 um 11:45
  5. Danke für den Link erstmal. Ein gutes Interview, dass gerade die Problematik Embryonenschutzgesetz auf den Punkt bringt. Die deutschen Repromediziner schlagen sich wahrlich wacker - bei den Erfolgen, die es schon jetzt hier gibt, wäre mit Änderung des Embryonenschutzgesetzes für alle Wunscheltern viel getan. Wir hätten uns den Weg ins Ausland gerne erspart, aber ich bin davon überzeugt, dass wir ansonsten heute wohl noch kein gemeinsames Kind hätten. Die Wut über die ignorante Gesetzgebung hierzulande, der Ärzte vollständig und Eltern mehrheitlich ausgesetzt sind, bleibt, die Hoffnung, es ändert sich irgendwann einmal etwas, auch. LG, tily

    Geschrieben von tily am 27. Mai 2008 um 11:54
  6. Nunja.. ich bin nicht nur genetisch Rheinländer und auch noch halb katholisch, aber ev. getauft… äh… nein, DAZU, also zu dieser komischen “Art” vom Prof., gehört noch irgendwas anderes… (genetisches?). Da reichen wir beide nicht ran. Liegt eher nähe Papst ;-)

    Kennen sie ihn? Nicht den Papst *g* nein, den Prof? Wir sollten ihn zum Treffen einladen :-) das wäre ziemlich gut. Meinetwegen auch Doc Lipstick, ohne die wäre seine Praxis nämlich nur die Hälfte wert ;-)

    Grüße aus dem protestantischen Osten!

    Geschrieben von Greta am 27. Mai 2008 um 13:58
  7. @DIDI, das, was ihr nicht habt weiter aufbewahren lassen, unterscheidet sich in einem Punkt von dem, was Prof. Kentenich meint. Ihr hattet Embryonen im Vorkernstadium kryokonservieren lassen. Gelegentlich kommt es aber zum Noteinfrieren von bereits kernverschmolzenen Embryonen. Beispielsweise, wenn der Transfer nicht durchgeführt werden kann, weil die potentielle Mutter krank wurde. Was mit diesen passieren soll, ist offenbar nicht ausreichend geregelt.

    Ich finde den Artikel auch spitze!

    Geschrieben von Rebella am 27. Mai 2008 um 21:19
  8. @ rebella: Danke schön. Da habe ich gestern wohl etwas auf dem Schlauch gestanden …

    Gruß DIDI

    Geschrieben von DIDI am 28. Mai 2008 um 09:48
  9. Jaja, schon komisch, wenn man den Herren persönlich als Patientin erlebt hat, dann erkennt man ihn in seinen Interviews nicht wieder. Stelle ich jedes Mal wieder fest. Obwohl er in seiner Funktion als Chef der Gyn-Abteilung im Westend wesentlich moderner erscheint, als als Reproduktionsmediziner. Ich durfte ihn ja in beiden Funktionen schon erleben, zwei komplett verschiedene Menschen.

    Geschrieben von miez37 am 30. Mai 2008 um 08:48
  10. @miez - Was meinst du, er ist ein anderes Mensch? Steht er nicht zu diese Ideen die er da sagt?
    Jetzt bin ich neugierig geworden.

    Geschrieben von Ich am 30. Mai 2008 um 10:36
  11. Nun, als behandelnder Arzt macht er eher einen konservativen Eindruck und insbesondere ich fühlte mich nicht wirklich wohl bei ihm, weil er so autoritär daher kommt, dass frau sich nicht wagt irgendwelche Fragen zu stellen. Da ist es bei seiner Kolleging wesentlich angenehmer, da geht es offener zu.
    Bei ihm gilt wohl noch die alte Schule: Er ist der Arzt und er sagt, wo’s lang geht und das missviel mir sehr, als ich mal als schon Dauerpatient bei ihm in die Sprechstunde musste (er hatte Wochenenddienst) und er mit mir redete, als hätte ich von tuten und Blasen keine Ahnung.

    Geschrieben von miez37 am 3. Juni 2008 um 10:22
  12. Danke miez, ich kann dich verstehen.
    Ich denke auch er ist auch nicht der einzige. Mein ehemaliger Kiwu-Arzt ist auch so. Mit Patienten ist er eher konservativ und geschlossen, aber in der Öffentlichkeit ist er offen und hat interessante Ideen. Habe ich auch mal gelesen, er ist sehr bekannt.
    Und ich habe z.B den Gefühl, dass der Doc hier andersrum wirkt. Ich lese er ist sehr gut mit den Patienten und versucht vieles (wie Birgit im Buch schreibt).

    Geschrieben von Ich am 3. Juni 2008 um 19:09

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