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Dies und das

Sachsen spendiert eine Million Euro für Kinderwunsch-Paare

Der sächsische Landtag hat ein neues Gesetz zur finanziellen Unterstützung kinderloser Paare, die auf eine künstliche Befruchtung angewiesen sind, genehmigt. Bis zu drei Versuche werden vom Land mit 600 Euro unterstützt. Das bedeutet für die betroffenen Paare je nach Menge der notwendigen Hormone zur Vorbehandlung fast eine Halbierung der Kosten für den Behandlungszyklus. Das Geld reicht ziemlich genau für die eigentlichen Behandlungskosten aus, die ja als Pauschale fixiert sind, nur die Medikamente müssen daher von den Patienten bezahlt werden.

Seit dem 1.1.2004 werden nur noch die Hälfte der Kosten von den Krankenkassen übernommen, was zu einer deutlichen Reduktion der durchgeführten Behandlungen führte. Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums teilte der Sächsischen Zeitung zufolge mit, dass an eine bundesweite Änderung der aktuell geltenden Regelungen nicht gedacht werde.

Heirat ist Vorschrift

Organisatorisches ist jedoch noch zu klären: Wo die Anträge gestellt werden können und ab wann diese Regelung genau gilt (voraussichtlich im Frühjahr), ist noch zu klären. Die Unterstützung ist an drei Bedingungen geknüpft: Die Paare müssen in Sachsen wohnen, sich im Freistaat behandeln lassen – und verheiratet sein.

Letzteres stößt jedoch auf Protest der Opposition: Linke, FDP und Grüne warfen der Regierung ein veraltetes Familienbild vor.

Das Bundesverfassungsgericht hält derlei Klauseln aber für zulässig. Es urteilte vor zwei Jahren, dass die künstliche Befruchtung nicht zur medizinischen Grundversorgung gehöre. Dem Gesetzgeber stehe es frei, Eheleute besserzustellen – etwa um Einzelfallprüfungen zu vermeiden.

Andere Länder und Berufsverbände sehen den sächsischen Vorstoß allerdings auch mit Sorge. Sie fürchten, dass der Bund nun erst recht keinen Anlass mehr sieht, zu handeln. Ulrich Hilland, Vorsitzender des Bundesverbandes reproduktionsmedizinischer Zentren (BZR): „Für alle betroffenen Paare ist es wichtig, dass deutschlandweit einheitliche Regeln gelten.“

Inhaltsverzeichnis für die Artikelserie “Kostendiskussion”

  1. Kommt Bewegung in die Kostenfrage?
  2. Kostenfrage: Saarland wird von Thüringen unterstützt
  3. Kostenfrage: Volle Erstattung der künstlichen Befruchtung?
  4. Auch Hessen für vollständige Kostenübernahme
  5. Kostenfrage: Es bewegt sich etwas
  6. Bundesrat für volle Kostenübernahme
  7. FDP in NRW für volle Kostenübernahme
  8. Sachsen spendiert eine Million Euro für Kinderwunsch-Paare
  9. Die Linken: Wir haben verstanden
  10. Berlin: Kein Geld für IVF-Paare
  11. SPD: Antwort an die Linke. Schwarzer Peter zur CDU
  12. Von der Leyen: Zu ernst für politisches Zuständigkeitsgerangel
  13. Kosten: Sensation?
  14. Auch Bayern denkt über Kostenzuschuss nach
  15. Ministerinnen streiten sich wegen Kosten
  16. Neuer Vorschlag: Stiftung soll Kosten übernehmen
  17. Fällt die Altersgrenze?
  18. Neues von der Familienministerin
  19. Kostenfrage erneut im Bundesrat zur Verhandlung
  20. Bundesrat: Erneut positive Entscheidung zur Kostenübernahme
  21. Gesetzesvorschlag in der nächsten Legislaturperiode
  22. Antrag der Linken abgelehnt
  23. Richtig gewählt? Kostenübernahme durch neue Koalition geplant
  24. Noch eine leere Versprechung?
  25. Kosten: Sachsen-Anhalt zieht nach
  26. Kosten: Immer auf die Kinderlosen. Selbst schuld?
  27. Was ist eigentlich aus dem Sachsenmodell geworden?
  28. Kosten: Bundesratsinitiative abgeschmettert
  29. Lauterbach für Kostenübernahme bei künstlicher Befruchtung
  30. Kostenübernahme: Neue Initiative Thüringens im Bundesrat
  31. Änderung der Kostenübernahme bei künstlicher Befruchtung?
  32. Kostenübernahme: Frau Schröder macht ernst!
  33. Mehr Kassenleistung bei künstlicher Befruchtung?
  34. DIE LINKE: Künstliche Befruchtung diskriminierungsfrei gewähren
  35. Es bleibt schwammig, unklar und unbefriedigend
  36. Kostenübernahme: Zwischenstand

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Kommentare

14 Kommentare für “Sachsen spendiert eine Million Euro für Kinderwunsch-Paare”

  1. Wow, tatsächlich eine ganze Million? Unglaublich!

    Da ist selbst der vielzitierte “Tropfen auf den heißen Stein” im Vergleich noch wie eine Flutwelle.


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    Geschrieben von Uwe am 15. Dezember 2008 um 07:34
  2. Auch wenn ich leider nich in Sachsen wohne, aber gilt Insemination auch als Kriterium? Nur für den Fall, dass RLP sich auch mal erbarmen sollte.


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    Geschrieben von Maggie1978 am 15. Dezember 2008 um 09:18
  3. Wow, das ist ja mal eine Ansage! Endlich redet der Bundesrat nicht nur, sondern ein Bundesland handelt auch mal. Klasse!


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    Geschrieben von remis am 15. Dezember 2008 um 10:50
  4. Ich hatte immer gedacht, das Deutschland schon lange vereint ist ??? Hab ich mich da so getäuscht ????? Wieso nur Sachsen??? In ganz Deutschland gibt es diesen ( Problem)


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    Geschrieben von lalunama am 15. Dezember 2008 um 11:22
  5. @lalunama: schreib das Ulla Schmidt, Fraus Caspers-Mercks, Angie und wie sie da alle an den “Schalthebeln der Macht” heißen mögen…


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    Geschrieben von remis am 15. Dezember 2008 um 16:37
  6. na immerhin ein lichtblick. leute langsam gehts vorran.


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    Geschrieben von ellen1982 am 15. Dezember 2008 um 18:32
  7. Ich freue mich über diese Regelung. Sie wird zeigen, dass die Zahl der Paare, die Kinderwunschbehandlungen wegen ungewollter Kinderlosigkeit nutzen, steigt. Somit ist das dann auch ein Vorzeigeprojekt für die anderen Bundesländer.

    Ich würde gern mal den originalen Gesetzestext lesen. Es ist wirklich unklar, was unter “künstlicher Befruchtung” zu verstehen ist. Auch Insemination?

    Wenn die Vorgabe “nur” lautet, dass man verheiratet sein muss, könnte das durchaus auch was für verheiratete Paare sein, die eine HI oder wenigstens eine H-IVF durchführen lassen. Über so eine Regelung freue ich mich besonders.


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    Geschrieben von Rebella am 15. Dezember 2008 um 21:20
  8. Ja na super das ist der hammer…
    ich komme aus Brandenburg , und das halb darf ich und mein man weiter leiden weil wir ein Wunsch haben.ich bin so sauer…warum nur Sachsen ????


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    Geschrieben von Annett am 24. Januar 2009 um 20:34
  9. [...] Nach Auffassung des Familienministeriums sind die Kosten für den ersten Versuch dem Paar noch zumutbar. Bei der zweiten und dritten Behandlung erhalten sie eine Pausschale von bis zu 900 Euro, bei der vierten Behandlung 1600 bis 1800 Euro. Insgesamt spendiert Sachsen dafür eine Million Euro. [...]


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    Geschrieben von Sachsen sponsort IVF am 11. Februar 2009 um 10:12
  10. [...] Bundesländer Sachsen hat damit angefangen, kinderlose Paare finanziell zu unterstützen und löst damit einen Rechtfertigungsdruck in anderen Bundesländern aus. Berlin ist [...]


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    Geschrieben von Diskussion um Kostenübernahme am 15. Februar 2009 um 11:04
  11. [...] kling ja schon einmal erfreulich konkret. Erneut erwähnt sie das “Sachsenmodell” als Basis für eine Gesetzesänderung: Aus dieser Überlegung heraus habe ich [...]


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    Geschrieben von Gesetzesvorschlag in der nächsten Legislaturperiode am 20. April 2009 um 21:46
  12. [...] Im November des letzten Jahres hatte das Land Sachsen-Anhalt angekündigt, das sogenannte Sachsen-Modell zu übernehmen, also aus den Länderfinanzen einen Teil der Kosten für IVF und [...]


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    Geschrieben von Sachsen-Anhalt: Eine gute und eine schlechte Nachricht am 8. März 2010 um 00:09
  13. [...] Paare mit unerfülltem Kinderwunsch Sachsenmodell für alle?führt das Land Sachsen im März 2009 eine staatliche Unterstützung für Paare ein, die sich einer künstlichen Befruchtung unterziehen müssen. Was hat dieses Sachsenmodell [...]


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    Geschrieben von Was ist eigentlich aus dem Sachsenmodell geworden? | Krankenkassen, Politik | Aktuelles zum Thema Kinderwunsch am 3. Juni 2010 um 00:22
  14. [...] Das habe ich vor ein paar Minuten auf der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung gelesen und möchte es der werten Leserschaft nicht vorenthalten: Frau Schröder plant offenbar eine bundesweite Umsetzung des Sachsen-Modells für Deutschland! [...]


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    Geschrieben von Kostenübernahme: Frau Schröder macht ernst! am 28. Mai 2011 um 09:13

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