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Dies und das

HIV positiv und Kinderwunsch: Anspruch auf Kostenübernahme

Bisher war eine der Voraussetzungen für die Kostenübernahme der künstlichen Befruchtung, dass beide Partner HIV-negativ sind. Dies ist nicht unproblematisch, da die künstliche Befruchtung für Paare, die von HIV betroffen sind, einen sicheren Weg zur Erfüllung ihres Kinderwunsch darstellt, während der natürliche Weg zumindest dann nicht ungefährlich ist, wenn nur der Mann von der Krankheit betroffen ist.

Der Gemeinsame Bundesausschuss legt die Richtlinien fest, nach denen die Kostenübernahme erfolgt. In seiner Pressemitteilung vom 16.9. teilt er mit, dass auch von HIV betroffene Paare nun die Übernahme von 50% der Kosten in Anspruch nehmen können.

Die Patientenvertretung im G-BA hatte den Beratungsantrag vor allem damit begründet, dass HIV-positiven Versicherten Maßnahmen der künstlichen Befruchtung mit Blick auf die Gleichbehandlung gegenüber Versicherten mit anderen Erkrankungen zur Verfügung stehen müssten.

g-baIn der Begründung des Beschlusses wird dargelegt, dass schwerwiegende Erkrankungen bei einem oder bei beiden Partnern ohnehin eine medizinische Bewertung des individuellen Risikos einer Schwangerschaft oder deren Herbeiführung durch Maßnahmen der künstlichen Befruchtung erfordern. Dies gilt bei einer HIV-Infektion ebenso wie bei einer Vielzahl von anderen Erkrankungen. „Ein Sonderstatus der HIV-Infektion lässt sich in diesem Zusammenhang medizinisch nicht begründen“, sagte Dr. Harald Deisler, Unparteiisches Mitglied des G-BA und Vorsitzender des Unterausschusses Methodenbewertung.

Endlich mal wieder eine positive Entscheidung im Bereich der Kostenübernahme.


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Kommentare

21 Kommentare für “HIV positiv und Kinderwunsch: Anspruch auf Kostenübernahme”

  1. Sehr gut!!! 🙂


    Geschrieben von BabyTrail am 21. September 2010 um 16:29
  2. Find ich super!!!


    Geschrieben von tuerki77 am 21. September 2010 um 16:34
  3. Eine wirklich gute Entscheidung!

    Damit verbunden müsste doch dann der Wegfall des sinnlosen HIV-Tests vor den Behandlungen sein?!


    Geschrieben von °Danielle° am 21. September 2010 um 17:15
  4. prima !!!

    Ich schließe mich der Frage von Danielle an.


    Geschrieben von patty 2 am 21. September 2010 um 18:54
  5. Oh, das freut mich aber! Endlich Gleichberechtigung für die HIV Positiven!


    Geschrieben von Rebella am 21. September 2010 um 21:50
  6. Na aber was ist wenn es doch auf die Kinder übergeht? So wird die Krankheit nie ausgerottet… Soll das Kind mit ansehen,wie krank die Eltern im laufe der Jahre aussehen?


    Geschrieben von mumu am 21. September 2010 um 22:48
  7. @danielle+patty: kann mir vorstellen, dass der trotzdem notwenidig wird um nicht evtl. HIV positiven Paaren zu GV nach Plan zu raten sondern dann eben gleich ICSI oder IVF.
    Kenne mich da aber zu wenig aus, enthält denn nur die Samenflüssigkeit das Virus oder auch das Spermium? Die werden das schon wissen und haben ja so entschieden, dass man es nicht anders sehen darf wie andere Vorerkrankungen.


    Geschrieben von Tonihase am 22. September 2010 um 00:20
  8. @mumu: „Soll das Kind mit ansehen,wie krank die Eltern im laufe der Jahre aussehen?“
    Was meinst du damit? Dürfen HIV-Positive keine Kinder haben?


    Geschrieben von drsuzywong am 22. September 2010 um 08:23
  9. Die Übertragungsrate von Mutter aufs Kind ist sehr gering, so das man das sicherlich vetreten kann. Der HIV-Test ist Bestandteil der Geweberichtlinien der EU, also eine ganz andere Baustelle. Und grundsätzlich ist es natürlich schon wichtig, dass man über den HIV-Status Bescheid weiß


    Geschrieben von Elmar Breitbach am 22. September 2010 um 09:14
  10. @mumu: Erst denken, dann posten… *gr*
    Wunderbares Zitat vom Technik Team Stefan.


    Geschrieben von tuerki77 am 22. September 2010 um 19:09
  11. Hm, also die Frage von Danielle kam mir auch in den Sinn. Und aus meiner Sicht ist diese Frage mehr denn je berechtigt. Schon klar, dass die Grundlage dafür u.a. in den Geweberichtlinien zu finden ist. Aber das macht die Sache nicht sinnvoller. Und über meinen HIV-Status weiß ich Bescheid und muss ihn nicht gezwungenermaßen in kurzen Abständen auf Kosten der Allgemeinheit überprüfen lassen.
    Ach ja, ich finde übrigens den Beschluss super!
    Liebe Grüße
    Simone


    Geschrieben von kleinekampfbeere am 22. September 2010 um 20:47
  12. Hier gibt es noch nähere Informationen zu HIV und Schwangerschaft:
    http://www.fgz-muc.de/fgz/pdf/fgz_hiv_brosch_m9.pdf

    http://www.medical-tribune.de/patienten/magazin/20778/


    Geschrieben von Rebella am 22. September 2010 um 21:24
  13. Sehr gute Entscheidung.

    Das mit dem HIV-Test scheint übrigens Auslegungssache zu sein – in Ö muss HIV nur einmal im Jahr geprüft werden, obwohl die auch in der EU sind…
    Ärgerlich ist es auf jeden Fall mit dem Test – als Selbstzahler muss man diese überflüssigen 80 Euro auch noch jedes Mal drauflegen, obwohl man ja weiß, dass man vor 3 oder 6 oder 10 Monaten auch schon negativ getestet wurde und zwischendrin keinem Ansteckungsrisiko ausgesetzt war. In einem Labor haben sie uns bei der Blutabnahme auch schon mal auf ihr psychologisches Beratungsangebot hingewiesen, worauf wir nur sagen konnten, dass wir das Ergebnis ja schon kennen – die haben sich schon etwas gewundert, dass wir es dann trotzdem testen lassen.


    Geschrieben von atonne am 23. September 2010 um 09:48
  14. Hallo Zusammen,

    endlich komme ich dazu, zu schreiben (stecke gerade mitten in einem icsi-versuch). ich habe letzten sonntag von meiner bkid-beraterin schon o.g. schreiben bekommen, am montag von meiner beraterin im frauengesundheitszentrum und anfang der woche dann hier bei wuki gelesen. JA, es ist endlich ein durchbruch! leider weiss ich nicht, ob man rückwirkend (bis ende 2003) was zurückerstatten kann. mein mann (hiv-pos) und ich führen seit ende 2003 eine klage gegen meine KK, die sich auf die bundesrichtlinien bezieht, dass zum zeitpunkt der behandlung BEIDE hiv-neg sein müssen. wir haben bisher 5 (gerade läuft der 6.) versuche (2004 bis 2010, inkl. einer geburt 2005) und einige niederlagen vor gericht einstecken müssen. ich bin gespannt, wie es weitergeht.
    und ja, HIV-, HEP-test, der nicht älter als 7 tage VOR PU sein sollte, meiner meinung nach absoluter SCHWACHSINN!!!!!

    schönes wochenende
    HuZ (seit kurzem HUZ2003 in wuki und kp)


    Geschrieben von HoffnungUndZuversicht am 25. September 2010 um 09:55
  15. Hallo, ich bin es nochmal:

    hier EKAF-dokument in PDF zur Situation HIV-diskordanter Paare bzgl. ungeschütztem GV:
    http://www.saez.ch/pdf_d/2008/2008-05/2008-05-089.PDF

    danke dir, liebe Rebella für die Links.

    VLG HuZ


    Geschrieben von HoffnungUndZuversicht am 25. September 2010 um 10:31
  16. Aber der Beschluss ist noch nicht in Kraft getreten, oder? Weiß jemand wie lange so was in etwa dauern kann? Die Kiwu Klinik in meiner Nähe wusste davon noch nichts. Hoffe es dauert nicht mehr so lange…


    Geschrieben von NeeChee am 14. Oktober 2010 um 19:06
  17. Gib doch deiner Kiwu Klinik einfach mal den Link, damit sie sich informieren können, NeeChee.


    Geschrieben von Rebella am 14. Oktober 2010 um 22:56
  18. Die Beschlüsse des Gemeinsamen Bundesausschusses werden dem Bundesministerium für Gesundheit zur Nicht-Beanstandung vorgelegt. Dazu hat das BMG dann 2 Monate Zeit, das entsprechend zu prüfen. Erfolgt die Nicht-Beanstandung, wird der Beschluss im Bundesanzeiger veröffentlicht und trifft am Tag danach in Kraft.

    Dauert also noch was, bis das gültig ist.


    Geschrieben von sweetlara am 14. Oktober 2010 um 23:22
  19. Und das Ergebnis kann man dann nachlesen auf der Webseite des G-BA, da wird alles eingestellt (http://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/zum-aufgabenbereich/26/#1197/).


    Geschrieben von sweetlara am 14. Oktober 2010 um 23:25
  20. vielen dank für eure antworten!
    mit ein paar monaten kann ich locker leben. solange es keine jahre sind 🙂


    Geschrieben von NeeChee am 15. Oktober 2010 um 08:26
  21. Tja, leider fehlen nur noch die Ärzte, die das auch durchführen. Leider gibt es immer noch zu viele HIV-Positive die auf gut Glück eine Schwangerschaft versuchen, ohne künstliche Berfruchtung, weil kaum ein Arzt das Risiko (1%) übernehmen möchte. Oder mag es sein, dass der Ruf des Arztes dadurch geschädigt werden könnte??


    Geschrieben von Sandra am 21. September 2012 um 15:15

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