Keine Antwort von Mathias Peer

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Remis hat in seinem Tagebuch einen Artikel über Gottes Willen und die Reproduktionsmedizin geschrieben. Das Thema „Dignitas personae“ aus Sicht eines gläubigen Christen beleuchtet zu sehen, ist für mich als lediglich kirchensteuerzahlenden Christen sehr interessant, zumal mir eine dogmatisch antiklerikale Haltung ebenso fern ist wie die Dogmen der katholischen Kirche zur menschlichen Fortpflanzung. Das fand ich sehr lesenswert.

In diesem Zusammenhang zitiert er Sven Regner von “Element of Crime” : “Ohne Klarheit in der Sprache ist der Mensch nur ein Gartenzwerg.” [kleines Intermezzo: Dessen sangliche Qualitäten ich weniger schätze als seine „Lehmann-Trilogie„, die ich nur jedem ans Herz legen kann! Noch besser: Als Hörbuch von ihm selbst in seinem lakonischen norddeutschen Idiom gelesen]. Er verweist dabei auch auf meine Antwort auf den Artikel von Mathias Peer auf den in der FAZ, der exemplarisch zeigt, wie man durch Sprache die Meinungshoheit zu bestimmten Themen erlangen kann und Andersdenkende gleichzeitig diskreditiert.

Der Artikel und meine Antwort wurden damals in diesem Blog heftig diskutiert und dem Vorschlag, den Artikel als Leserbrief einzusenden, bin ich damals nachgekommen, habe jedoch nie wieder etwas davon gehört. Was ich wirklich bedauerlich finde.

In seinem Blog gibt es aber eine Entschuldigung: „Wir sind zwei Journalistenschüler, die viel zu viel Zeit mit Medienkrams verbringen, als dass wir an der Uni oder auf dem Markt der freien Schreiber nach oben kommen könnten. Das stört uns nicht besonders. Wir wissen nämlich nicht ob wir da so schnell hin wollen, nach oben.

OK. Er lernt noch. Sein Blog ist übrigens lesenswert und widmet sich des allgegenwärtigen „Immer mehr“ in journalistischen Texten als Symptom für Recherche-Faulheit. Z. B. würde „Immer mehr Jugendliche brechen die Schule ab“ bedeuten: „Ich glaube, es sind ziemlich viele, aber ich habe jetzt keine Lust, nachzusehen, wieviele es eigentlich sind.„.



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Kommentar

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5 Kommentare

  1. remis schreibt

    Lieber E.B., ich fühle mich geehrt, daß sie auf meinen Blog-Artikel so ausführlich eingehen.
    Kirchensteuer zahle ich als Baptist im übrigen nicht. 🙂 – Was nicht heißt, daß es dadurch für mich „preiswerter“ wäre. 😉

    Danke für den Tipp mit der Lehmann-Trilogie – soviel ist das inzwischen geworden? Ich bin (bisher) über den ersten Teil nicht hinaus gekommen.

  2. Elmar Breitbach schreibt

    Au, ein Baptist wiegt am Tage des jüngsten Gerichts locker 10 rheinländische Katholiken auf 😀

    Der zweite Teil „Neue Fahr Süd“ ist unbedingt zu empfehlen, der letzte Teil ist im Vergleich zu den beiden anderen Büchern vergleichsweise schwach aber dennoch besser als manch anderes Buch, was ich in der letzten Zeit gelesen hab.

  3. reaba schreibt

    @EB: die knochen ihrer ahnen haben sich gerade im grabe gewendet…isch habbet jehört 😉

  4. remis schreibt

    @E.B.: ROTFL
    „Alle Religionen seindt gleich und guht, wan nuhr die Leute, so sie profesieren [(öffentlich) bekennen], erliche Leute seindt, und wen Türken und Heiden kähmen und wolten das Land pöbplieren [bevölkern], so wollen wier sie Mosqueen und Kirchen bauen“
    (aus einem Brief, 1740) Friedrich II. von Preußen
    etwas später noch prägnanter: Jeder soll nach seiner Façon selig werden.“

  5. AnnetteEllen schreibt

    Ach was, Remis, ich wußte gar nicht, daß Friedrich II. so ein patent symphatischer Kerl war, alle Achtung 😉 .

    LG
    Annette (Heidin bzw. mit ganz eigenem Glauben)