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Ausland

Forschungsschwerpunkt: Klinik-Hopping in der Fortpflanzungsmedizin

Der Extremfall: “Eine Interviewpartnerin aus Österreich hat in den letzten sieben Jahren 14 erfolglose Versuche unternommen. Mittlerweile macht sie nur noch einen Versuch pro Land, und sie und ihr Mann verbinden die Reisen mit ihren Urlaubsplänen”.

Anhand des Beispiels der In-Vitro-Fertilisation (*ivf*) untersucht die Kultur- und Sozialanthropologin Eva-Maria Knoll das Phänomen des Fortpflanzungstourismus. Sie ist

Lektorin am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie und Mitarbeiterin an der Kommission für Sozialanthropologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, hat sich auf künstliche Befruchtung spezialisiert. Im Rahmen des Forschungsschwerpunkts “Lokale Identitäten und überlokale Einflüsse” unter der Leitung von Wittgenstein-Preisträger o. Univ.-Prof. Dr. Andre Gingrich forscht sie zu “Soziokulturellen Kontexten medizintechnologischer Entwicklungen” und zeichnet in ihrer Dissertation das Phänomen “Fortpflanzungstourismus” am Beispiel der In-Vitro-Fertilisation (IVF) nach

Es ist spannend, dass dieses Phänomen mit all seinen Extremen Eingang in die Anthropologie findet. Gründe für eine Behandlung im Ausland sind gesetzliche Regelungen (häufig genannt: Die Behandlung kann nur bei verheirateten Paaren oder eheähnlichen Gemeinschaften durchgeführt werden) oder schlicht die Kosten, die im Ausland billiger sein können.

Wie schon auch in unserem Forum erkennbar, spielt das Internet bei diesen Entscheidungen keine geringe Rolle: “Kliniken werben gezielt für ausländisches Klientel übers Netz. Behandlungsdaten werden übers Internet ausgetauscht“. Dass die Vorgehensweise dabei durchaus aggressiv sein kann, ist dem einen oder anderen sicherlich auchbereits aufgefallen.

Mehr dazu im Forschungsnewsletter

Eva-Maria Knoll: Transnationale AkteurInnen im Geschäft mit der Hoffnung. Österreichische Momente globaler Verflechtungen der In-Vitro-Fertilisation, in: Johanna Riegler (Hg.): Kulturelle Dynamik der Globalisierung. Verlag der ÖAW, 2005, S. 203–232

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Kommentare

2 Kommentare für “Forschungsschwerpunkt: Klinik-Hopping in der Fortpflanzungsmedizin”

  1. Schön, dass sich auch mal jemand diesem Thema widmet. Finde ich sehr interessant, was dabei heraus kommt.

    Vielleicht wird das Thema dann ja auch mal etwas mehr publiziert. Hoffentlich kommt dabei rüber, welch ungeheure Strapazen damit für die Paare verbunden sind und dass es wichtig ist, ihnen eine Alternative vor Ort zu bieten.


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    Geschrieben von Rebella am 1. März 2006 um 21:33
  2. ich fürchte, das reguliert sich über den Preis, und Gewinnverluste wird niemand hinnehmen wollen, nur den Familien zuliebe…


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    Geschrieben von Suse am 2. März 2006 um 13:39

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