Kinderwunsch: Nachrichten aus Fach- und Laienpresse

Fernsehen macht Ärzten das Leben schwer

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Sie sind immer gutaussehend, nett, einfühlsam und hervorragend ausgebildet. Lassen wir mal „Dr. House“ außen vor, dann ist dies die Charakterisierung eines typischen Fernseharztes. „Dr. Kleist“, “In aller Freundschaft“, „Emergency Room“ und „Grey’s Anatomy“ zeigen, wie richtige Ärzte sein müssen, um bei den Patienten punkten zu können. Und wie sie aus Sicht der Patienten sein müssen, um die erforderliche Heilkraft zu entwickeln.

Das bestätigt auch eine aktuelle Studie der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Sie zeigt, dass diese Serien einen negativen Einfluss auf die Erwartungshaltung an die realen Mediziner haben. So zeigte die Befragung, dass Menschen, die häufig diese Serien anschauen, teilweise davon ausgehen, dass Ärzte bei der Visite die Hand halten und die Krankenschwester dazu Kaffee serviert.

Da die Serien natürlich auch ein wenig Drama bieten müssen und das nicht nur im zwischenmenschlichen Bereich, müssen auch Komplikationen bei Behandlungen als Basis für den Spannungsbogen herhalten. So haben die Konsumenten der Krankenhausserien Angst, bei einer Blinddarm OP zu verbluten oder nach einer Narkose nicht mehr aufzuwachen. Der Arzt Kai Witzel der die Befragung durchführte, befragte insgesamt 162 Patienten.

Er schlussfolgert aus den Ergebnissen seiner UNtersuchung, dass die Fernsehwelt bei vielen Patienten zu einer Enttäuschung über den wahren Krankenhausbetrieb führt.


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Kommentar

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14 Kommentare
  1. Ich schreibt

    Dr.House kenne ich nicht, es soll aber sehr lustig sein, habe ich gehört („schwarzes Humor“ vielleicht?).
    Gray’s und Emergency kenne ich gut und finde sie (sehr) krass, sowohl zwischenmenschlich als auch medzinisch gesehen.
    Dort gibt es Fälle die gibt’s gar nicht (in Wiklichkeit) und so ein Chaos und Wahnsinn soll in einem KK geben?
    Da habe ich besseres gesehen in De.
    Ja, die Ärzte an sich, im reelen Welt, können noch lernen, vor allem im Bereich : Mit Patienten um zu gehen und Menschlichkeit.

  2. Maggie1978 schreibt

    Ich liebe „Greys Anatomy“ Deswegen denke ich noch lange nicht, dass alle Ärzte so sind. Manchmal habe ich das Gefühl, dass Ärzte einen gerne vor den Kopf stossen. Und ein wirkliches Vertrauensverhältnis hab ich eigentlich nur zu meinem Hausarzt.

  3. Ute schreibt

    Und dann gibt es tatsächlich noch Ärzte, die jeden Serien-Idealarzt locker toppen. Wie z.B. Herrn Dr. Hanswille aus der Frauenklinik Dortmund.

    Muß auch mal gesagt werden. Wenn ich darf. Ansonsten bitte löschen. 🙂

  4. geschafft schreibt

    Studien, die die Menschheit nicht braucht. Wer auch nur im Entferntesten an die Realitätsnähe, der o.g. Serien glaubt, glaubt wohl auch (noch) an den Weihnachtsmann. 😀 Fachliche Kompetenz ist das Stichwort. Meiner Meinung nach wird in diesen Serien das „Götter in Weiss“-Klischee mächtig auf die Schippe genommen. Dr. House? Wäre nach wenigen Tagen aus den USA verbannt worden, incl. horrender Schmerzensgeldforderungen. Dr. Kleist? Der Entspannungs-Doc. Immer menschlich, trotz kleiner Fehler und Probleme. Heile Welt. Zu heil, wenn man sich vorher, die 20 Uhr Nachrichten angeschaut hat.

  5. tintenklecks schreibt

    Dann haben die Herren Medizinstudenten die Serien also nicht umsonst „Bildungsfernsehen“ genannt? ;-).
    Aus eigener Erfahrung kann ich jedoch bestätigen, dass die Anspruchshaltung TEILWEISE recht hoch ist (meine eigene auch, sobald ich von der einen Seite zur anderen wechsle, das geht ganz fix :-)). Da soll doch eine Klinik schnell zum Wellnesstempel werden, weil das den Patienten eben gut tut. Allerdings bezweifle ich auch, dass wir das den Fernsehserien zu verdanken haben. Menschen, die Verständnis für Mitarbeiter in Krankenhäusern haben, sind aus meiner Sicht nämlich in der Überzahl und schwierige gab es immer schon, manche Berufsstände leben davon….Gleichzeitig bin ich der Auffassung, dass schon drei Minuten wirklicher Kommunikation Patienten sehr helfen können und die sind noch finanzierbar.

    Uuuund: Meine feste Überzeugung, House ist auch deshalb so erfolgreich, weil viele seinen rührend weichen Kern hinter der grantigen Schale sehen (haaaach).

  6. KT schreibt

    Hey, House M.D. ist mir 1000 mal lieber als alle anderen Ärzteserien. Wen ich noch gut fand ist Quincy, wobei er als Pathologe wohl nicht mehr zu den Ärzten zählt. Egal, ich finde im real life Kompetenz wichtiger und es gibt die ach so einfühlsamen, Händchen tätschelnden Chefärzte durchaus, das die dann den Angehörigen noch erzählen das alles gut wird und Oma bald gesund nach Hause kann während sie schon im sterben liegt müssen ja auch nur die anderen ausbaden. Aber das war nicht das Thema. Daher, wer an die Realitätsnähe von Serien glaubt ist auch irgendwie selber schuld wenn er dann enttäuscht wird.

  7. Rebella schreibt

    Nun, Enttäuschung heißt nicht umsonst Ent-täuschung. Insofern trägt bei solch fernsehgläubigen Leuten ein realer Arztbesuch zur Bildung bei. 🙂

  8. Kira4711 schreibt

    Ich weiß schon, warum ich nur Dr. House gucke!

  9. Vanity schreibt

    Die betroffenen Arztserien kenne ich zwar nicht. Aber ich habe durchaus eine hohe Erwartung. Nämlich daran, wie man mit mir als Mensch umgeht. Das betrifft jedoch nicht nur meinen Arzt, sondern ebenso den Banker, die Verkäuferin, den Berater im Autohaus. Die beide Male im KH traf ich auf sehr nette Ärzte und z. T. äußerst grantige Schwestern (iiihhhhh). Die Hand mußte mir bei der Visite niemand halten, aber Kaffee ans Bett wär schon nicht schlecht gewesen. 😉

  10. Manulein schreibt

    Hallo

    kann diese Studie nur zustimmen *ja*
    Viele Patienten meinen das im Fernsehn sei die realität !
    Die Ärzte hätten stundenlang nur für einen patient zeit und wir Krankenschwestern sind alle Schwester Stefanie.
    Nicht alle denken so,aber viele.
    Dr.House ist manchmal zum schiessen *g*
    Ganz liebe Grüße
    Manu

  11. stella schreibt

    Ähm? Sind die Forscher sicher, dass sie „Grey’s Anatomy“ oder „ER“ meinen? Dort gibt es keinen Kaffee für Patienten, händchenhaltende Ärzte etc. und Leute sterben nicht plötzlich bei einer Blinddarm-OP; das geschilderte erinnert mich eher an die Schwarzwaldklinik und andere deutsche „Qualitätsprodukte“…
    Und wer Realität und Fernsehen nicht unterscheiden kann, hat echt ein Problem!

  12. Elmar Breitbach schreibt

    @ stella: Das sehe ich übrigens ähnlich. Wobei die deutschen Serien schon immer noch dem alten Schwarzwaldklinik-Klischee hinterherlaufen…

  13. raise schreibt

    Meine Erfahrung ist leider, dass es viel mehr fachliche Inkompetenz und eigentlich unnötige Komplikationen gibt, als es irgendeine Fernsehserie je so drastisch zeigen würde.

  14. mariii schreibt

    Hi,hi,
    man sollte sich auch son Sülz nicht angucken.