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Dies und das

Wind in den Segeln der Lebenshüter

Leider kam es, wie es kommen musste. Die verhängnisvolle und unverantwortliche Vorgehensweise des kalifornischen Reproduktionsmediziners, der einer jungen Frau zu Achtlingen verhalf, ist nun Anlass, über die gesetzlichen Regelungen zur künstlichen Befruchtung in den USA nachzudenken.

Grundsätzlich ist dies ja ein ein sinnvoller Ansatz, denn ohne Regulierung der IVF werden solche Desaster immer mal wieder auftreten. Aber statt über vernünftige Lösungen nachzudenken, welche Mehrlinge vermeiden helfen, aber den Paaren gute Chancen auf ein Kind bieten, schwingt das Pendel nun leider sehr stark in die andere Richtung.

ProLife-Blogs bezeichnet sich als “kompromissloser Verteidiger der Heiligkeit des menschlichen Lebens”. Und verweist in einem Artikel auf Gesetzesinitiativen in Georgia, welche die Zahl der transferierten Embryonen auf drei reduziert ( sicherlich sinnvoll) aber auch verbieten soll, mehr als drei Eizellen zu befruchten. Das würde der sehr strengen italienischen Regelung entsprechen und die Quelle scheint auch hier ähnlich zu sein, denn in dem Artikel wird auf die katholische Kirche verwiesen, die offenbar in den USA die Gunst der Stunde nutzt, um die Gesetzgebung zu beeinflussen.

Jill Stanek, eine rechtschaffene christliche Kämpferin für das Leben, stellt in ihrem Artikel an anderer Stelle erst einmal gewagte Thesen auf:
Following or disregarding God’s guidelines for sexual behavior likewise leads to fertility or infertility. Auf Deutsch: Nur den Frommen und Gottgefälligen ist hohe Fruchtbarkeit gegeben.

Und sie spricht im Zusammenhang mit den Achtlingen von einem Geschenk an die “ProLifer”, welche nun gute Argumente haben, nicht nur sinnvolle, sondern auch gottgefällige Regelungen in den USA zu fodern. Durch die Geburt der Achtlinge wurde den Reproduktionsmedizinern in den USA ein Bärendienst erwiesen.


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Kommentare

10 Kommentare für “Wind in den Segeln der Lebenshüter”

  1. jill stanek sagt doch nichts neues; eine der grundlagen des baptistischen glaubens ist das ding mit der auserwähltheit durch gott:
    Johannes 3, 36: ›Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm‹
    davon wird die erwähltheit der gläubigen abgeleitet.

    die gute jill hat es nur etwas modifiziert und macht daraus eben auch: gläubige sind fruchtbarer (stark verkürzt gesagt ;-) )

    in der entstehungsgeschichte der USA wurden damit jegliche greuel an urbevölkerung etc gerechtfertigt. da waren es die wohlhabenden, die von gott gesegnet waren (”god gave me my money” soll rockefeller mal gesagt haben )

    also…ich glaube, das wird wirklich obama geradebiegen, das traue ich ihm schon zu. der mann hält begnadet gute reden, vielleicht auch bald mal eine zu dem thema…vielleicht mit dem effekt, dass alle jills sich für etwas weniger auserwählt halten ;-).


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    Geschrieben von reaba am 26. Februar 2009 um 10:14
  2. Das wird er nicht geradebiegen, da es DAS Standbein des amerikanischen Selbstverständnisses ist (”God´s own country”). Einen Teufel wird er tun, um mal in der Terminologie zu bleiben.


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    Geschrieben von Elmar Breitbach am 26. Februar 2009 um 10:32
  3. hmm..abwarten.

    sehr viele amerikaner lernen gerade auf einem bis keinem bein zu stehen…war historisch gesehen immer eine grosse hilfe den eigenen “erleuchtungsstatus” mal kritisch zu hinterfragen.

    das andere standbei war immer, auch grob verkürzt: freiheitsliebe, offenheit, demokratischer grundgedanke (einhergehend mit einem gewaltigen sendungsbewußtsein…was eigentlich nur religiös motiviert sein kann..aber nicht notwendigerweise sein muss ;-) ) ..da sehe ich den präsidenten eigentlich eher.

    time will tell.


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    Geschrieben von reaba am 26. Februar 2009 um 11:27
  4. Ich habe da auch Hoffnungen, dass Obama da für eine vernünftige Regelung sorgen könnte. Immerhin ist er ja auch in der Abtreibungsdebatte nicht auf der Seite der Kirchen.


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    Geschrieben von Rebella am 26. Februar 2009 um 11:39
  5. @reaba: Lustig. “gewaltigen sendungsbewußtsein…was eigentlich nur religiös motiviert sein kann..aber nicht notwendigerweise sein muss”. Das wollte ich oben auch schreiben, hatte aber keine Lust auf Diskussionen zum Thema Religion. Feine Selbstzensur. Oder reine Faulheit. Vermutlich beides.


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    Geschrieben von Elmar Breitbach am 26. Februar 2009 um 11:58
  6. sehr “europäische” haltung ihrerseits :-)


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    Geschrieben von reaba am 26. Februar 2009 um 13:51
  7. Das heißt also, wir sind selbst schuld: Wir sind beide nicht gläubig, dann kann das doch nichts werden. Dass ich immerhin zwei Jahre Konfirmandenunterricht hatte (und mich aus Gewissensgründen gegen die Konfirmation entschied), wird uns wohl keine mildernden Umstände bringen.

    Im Übrigen bin ich der Auffassung, dass Berichte über derartig extreme Beispiele eben auch deutschen und nicht nur amerikanischen Paaren und Repromedizinern schaden, weil die Reproduktionsmedizin von der Allgemeinheit dadurch weitaus negativer wahrgenommen wird.


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    Geschrieben von tintenklecks am 26. Februar 2009 um 14:36
  8. “Nur den Frommen und Gottgefälligen ist hohe Fruchtbarkeit gegeben.”

    Das stimmt so nicht, ich denke oft ist es umgekehrt. Es ist schwer zu sagen, auch für die Priester. Wenn die Frau besser weiß…


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    Geschrieben von Ich am 26. Februar 2009 um 20:25
  9. Ha, da muss die junge Frau, die es immerhin zu einer Achtlingsgeburt geschafft hat, aber sehr fromm und gottgefällig gewesen sein …


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    Geschrieben von Rebella am 26. Februar 2009 um 21:51
  10. @rebella

    die octo-mum wird im “stern” so zitiert: gott muss mich für fähig erachtet haben, sonst hätte er mich nicht vor so eine aufgabe gestellt.” (sinngemäß zitiert).

    ich empfehle “feldstudien” in den usa… viele menschen dort denken (und handeln) tatsächlich so. stell es dir vor wie früher die udssr - jeder wollte in den westen oder hat westliche dinge als etwas interessantes, reizvolles, neugierig machendes wahrgenommen.
    die us-amerikaner ticken überwiegend genau anders rum, der rest der welt interessiert zb. in den täglichen nachrichten fast nicht. geschweige denn hat der großteil der bevölkerung eine ahnung von gesellschaftlichen werten oder ansichten die ausserhalb der usa vertreten werden.
    im prinzip hat isolationismus im kapitalismus besser funktioniert als im sozialismus :-D


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    Geschrieben von reaba am 26. Februar 2009 um 22:13

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